Filmschätze: Schicken Sie Ihre Filmschätze der RP
VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 11.04.2009 - 00:01Leser unserer Zeitung, die bewegte Bilder aus der Düsseldorfer Geschichte besitzen, können Teil eines einmaligen Projekts werden. Die Rheinische Post bittet leihweise um das Filmmaterial und bereitet es für eine exklusive DVD-Edition auf, die im Herbst erscheint.
Der Rhein ist zugefroren, die Düsseldorfer fahren Schlittschuh auf dem Fluss. Torwart Toni Turek kehrt triumphal von der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in seine Heimatstadt zurück. Eine Familie macht ein Picknick am Rhein, und das Familienoberhaupt setzt seine neue Kamera ein. Amerikanische Panzer rollen in die Stadt und beenden für Düsseldorf den Zweiten Weltkrieg. Geschichte und Geschichten aus Düsseldorf sind im 20. Jahrhundert erstmals in bewegten Bildern festgehalten worden. Und sie können im 21. Jahrhundert Teil eines einmaligen Projekts werden: Die Rheinische Post bereitet Ihre Videos, die das Leben in Düsseldorf zwischen 1900 und 1989 dokumentieren, für eine exklusive DVD-Edition auf, die ab Herbst im RP Shop erhältlich ist.
Fragen zu den Filmschätzen Düsseldorf beantworten wir Ihnen ab Dienstag unter 0211 505-1550 (wochentags 8 bis 16 Uhr.
Adresse Rheinische Post, Stichwort "Filmschätze", Zülpicher Straße 10, 40196 Düsseldorf
Einsendeschluss 30. Juni
So funktioniert‘s
Sie schicken das Filmmaterial der RP leihweise (siehe Info) oder bringen es in eine der Lokalredaktionen. Das Format spielt dabei keine Rolle, aufbereitet werden kann alles von 8mm und Super 8 bis zu VHS. Das Material erhalten die Einsender nach dem Digitalisieren schnellstmöglich und im Originalzustand zurückgeschickt. Auch bei den Themen gibt es keine Einschränkungen, ob Karneval, Familienfest oder Stadtbummel Hauptsache Düsseldorf oder die nähere Umgebung spielen die Hauptrolle. Alle Einsender, deren Material in die Edition „Filmschätze Düsseldorf” aufgenommen wird, erhalten als Dankeschön eine persönliche DVD sowie eine Einladung zur exklusiven Premierenfeier. Wer sich besonders beeilt, wird sogar doppelt belohnt: Die ersten 50 Filmeinsender erhalten den Bildband „ Düsseldorf wie es war”.
Düsseldorf-Film in USA gefunden
Den Celluloid-Schatz, der den Einmarsch der Amerikaner in Düsseldorf zeigt, hat Klaus Dönecke seinem beruflichen Spürsinn zu verdanken. Der Polizeiarchivar sah im Fernsehen eine Dokumentation über die US-Militäreinheit „Signal Corps”, die ausschließlich aus Fotografen und Kameraleuten bestand. Diese hielten den kompletten Weg der Amerikaner von der Invasion in der Normandie bis zum Treffen mit den Russen an der Elbe fest. Dönecke kontaktierte den Autor der Sendung, der im Nationalarchiv der Amerikaner geforscht hatte, und erfuhr von ihm, dass das „Signal Corps” auch in Düsseldorf gearbeitet hatte. So kam der Düsseldorfer schließlich in den Besitz einer DVD, die drei Minuten und 22 Sekunden lang zeigt, wie die Panzer am 17. April 1945 nach und durch Düsseldorf rollten.
Dieser kleine Filmschatz versorgte Döneckes Neugier gleich weiter: Wo in Düsseldorf waren diese Bilder entstanden: Welcher Wald ist da am Rand zu sehen? Welche Straßenzüge sind das? Und ist das wirklich die Bilker Kirche auf den Aufnahmen? „Wahrscheinlich schon, denn die Panzer rollten zum Polizeipräsidium am heutigen Franz-Jürgens-Platz, dann war der Krieg für Düsseldorf zu Ende”, erklärt Dönecke. Als er den Film vor drei Jahren im Polizeipräsidium zeigte, fand er zwar viele interessierte Zuschauer, leider aber keinen, der ihm bei der Suche nach Antworten helfen konnte. Dönecke recherchiert deshalb weiter nach Material aus dem Krieg und den Jahren nach 1945.
Ein Rätsel hat der Polizeiarchivar im Film gelöst. Er hat den Deutschen auf dem Panzer identifiziert. Der Düsseldorfer Widerstandskämpfer und spätere Ehrenbürger Aloys Odenthal saß dort auf Wunsch der Amerikaner. „Wir haben zwar Odenthals Gesicht nicht erkennen können, aber seine Kinder haben wie ich die typische Armhaltung wiedererkannt. Das ist eindeutig er”, sagt Dönecke, der zugleich bedauert, den Film erst 2005 gefunden zu haben. Odenthal war 2003 gestorben. „Ich hätte ihn ihm gerne noch gezeigt.”
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






