Fortuna: 0:3 – Fortuna blamiert sich in Ingolstadt
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 22.09.2010 - 21:58Ein Gutes hat es ja, wenn zwei bislang noch punktlose Fußball-Mannschaften aufeinandertreffen: Eine hat hinterher auf jeden Fall etwas zu feiern. Das Unerfreuliche aus Sicht der Düsseldorfer Fortuna war jedoch, dass es der FC Ingolstadt war, der mit seinen Fans die ersten Punkte der Zweitliga-Saison bejubelte. 3:0 gewann der Aufsteiger vor 5901 Zuschauern – und die Truppe von Trainer Norbert Meier steckte im fünften Punktspiel die fünfte Niederlage ein. Mit der Pokalpleite in Koblenz heißt die Quote gar sechs aus sechs. Eine katastrophale Bilanz.
Zu beschönigen gibt es nach dem neuerlichen Tiefpunkt überhaupt nichts mehr. Meier änderte seine Startelf gegenüber der 1:2-Heimniederlage gegen 1860 München auf vier Positionen, bewirkte damit aber keinen Aufwärtstrend – im Gegenteil. „Unnötigen Aktionismus können wir jetzt nicht gebrauchen", hatte der 52-Jährige nach dem München-Spiel gesagt – und anschließend einfach mal den Torwart gewechselt. Michael Ratajczak musste Michael Melka Platz machen, sei „aber nicht der Sündenbock", erklärte der Trainer. Ob das bei Ratajczak genauso ankommt, sei einmal dahingestellt.
Norbert Meier: Es war ein verdienter Sieg für Ingolstadt. Sie haben uns vorgemacht, wie man Torchancen nutzt.
Mangelt es bei einigen ihrer Spielern an der nötigen Einstellung?
Norbert Meier: Für uns ist es jetzt ganz wichtig zu verinnerlichen, dass wir uns absolut im Abstiegskampf befinden. Daran werden wir ab morgen alle Spieler erinnern müssen. Einige sind heute weit hinter ihrem Leistungsvermögen zurück geblieben.
Neben Melka kamen Assani Lukimya-Mulongoti (für den indisponierten Innenverteidiger Tiago, der gar nicht mit nach Ingolstadt fuhr), Marco Christ und Ranisav Jovanovic neu ins Team. Letzterer, obwohl er nach seiner Einwechslung zur Pause gegen München eine ganz schwache Vorstellung abgeliefert hatte, und an diese knüpfte der Serbe in Ingolstadt nahtlos an. Sein Sturmkollege Wellington jedoch war es, der mit einer missglückten Abwehraktion den Führungstreffer des FCI durch Andreas Buchner einleitete.
Es war freilich erst der Auftakt zu einer beispiellosen Blamage. Nach dem Wechsel fehlte das Aufbäumen, auf erschreckend blutleere Weise ließen sich die Düsseldorfer von den hausbackenen Gastgebern vorführen. Beispiel 2:0 – niemand störte die Ingolstädter beim Doppelpass. Beispiel 3:0 – erst ließ sich Christian Weber austanzen, dann trudelte der haltbare Ball über Melka hinweg ins Netz. Vielleicht auch deshalb überschütteten die mitgereisten Fans den Keeper mit Bier, nachdem sie zuvor mit Häme („Auf, auf, auf in die Champions League") reagiert hatten.
Norbert Meier hatte für die Verärgerung des Anhangs Verständnis. „Die Fans reagieren auf das, was sie sehen", sagte der Coach. „Man kann sich nur entschuldigen bei denen, die eine so lange Tour auf sich genommen haben." Und seine eigene Analyse? „Man darf verlieren, aber nicht so."
Statistik:
Ingolstadt: Kirschstein - Görlitz, Pisot, Matip, Tobias Fink - Metzelder, Dedola - Buchner (56. Gerber), Hofmann (67. Wohlfarth) - Zielinsky (77. Bambara), Futacs. - Trainer: Wiesinger
Düsseldorf: Melka - Weber, Lukimya-Mulongoti, Langeneke, van den Bergh - Costa (46. Dum) - Bröker, Christ, Oliver Fink - Jovanovic (66. Torghelle), Wellington (66. Gaus). - Trainer: Meier
Schiedsrichter: Florian Steuer (Menden)
Tore: 1:0 Buchner (20.), 2:0 Hofmann (47.), 3:0 Gerber (60.)
Zuschauer: 5901
Beste Spieler: Buchner, Hofmann, Gerber -
Gelbe Karten: Görlitz (2) -
Torschüsse: 16:18
Ecken: 5:10
Fouls: 14:10
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