Fortuna: 3:0 - Fortuna grüßt von der Spitze
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 09.08.2009 - 22:39Angeblich soll sich ja im Fußball irgendwann alles wieder ausgleichen. So ist es oft zu hören nach kuriosen Spielverläufen oder falschen Schiedsrichter-Entscheidungen - aber glaubt ein Fußball-Fan wirklich an diese Form der Gerechtigkeit?
In Düsseldorf tun es seit Samstagnachmittag vielleicht ein paar Leute mehr. Zumindest diejenigen, die sich noch an die doch recht untypische 1:4-Heimpleite Fortunas gegen den SC Paderborn zum Auftakt der vergangenen (Drittliga-)Saison erinnern. Seinerzeit spielten die Düsseldorfer wirklich nicht schlecht, aber die Ostwestfalen hätten an jenem Tag vermutlich noch aus dem Kabinengang das Tor getroffen.
Diesmal, im ersten Zweitliga-Punktspiel nach dem Aufstieg beider Teams, drehte Fortuna den Spieß um. Paderborn bestimmte in den ersten 45 Minuten weitgehend das Geschehen, aber die Gastgeber erzielten die Treffer. Drei aus drei Torchancen, genau gesagt, und diesen 3:0-Vorsprung brachten sie dann letztlich souverän über die Runden.
Der Aufsteiger grüßt damit von der Tabellenspitze, gleichauf mit dem dritten Team, das aus der Dritten Liga hinaufkam, Union Berlin. Und so kündigt Fortunas Vorstandsvorsitzender Peter Frymuth schmunzelnd an: „Ist doch prima, dass wir nun zu einem echten Spitzenspiel zu Union fahren.” Zur Sicherheit schiebt Frymuth nach, dass er das als Scherz meint - als Großmaul möchte er nun doch nicht wahrgenommen werden.
Dennoch: Das Selbstvertrauen ist gestiegen nach dem Traumstart. Schon der Aufstieg und dann der erst im Elfmeterschießen verlorene Pokalkrimi gegen den HSV hatten in Düsseldorf Euphorie gesät, und die bricht sich nun nach dem 3:0 gegen den Mitaufsteiger Bahn.
Die Spieler sehen es zum Glück sachlich. „Ich bin sehr froh”, sagt Außenverteidiger Christian Weber, der mit seinem Treffer zum 3:0 bereits seine Karriere-Bestmarke von einem Saisontor einstellte. „Wir haben es geschafft, an die Leistung aus dem HSV-Spiel anzuknüpfen. Aber unser Ziel heißt Klassenerhalt, nichts Anderes.”
Bei Hamza Cakir, Fortunas Eigengewächs in der Innenverteidigung, steht Abheben ebenfalls nicht auf dem Programm. „Sicher, wir haben uns im Laufe der Partie gesteigert”, meint der gebürtige Kölner. „Aber dafür haben wir zu Beginn auch einige Probleme gehabt. Paderborn hat uns ganz schön zu schaffen gemacht.”
Fortuna bleibt auf dem Teppich, vorgelebt von Trainer Norbert Meier: „Bei uns werden keine Luftschlösser gebaut.” Dafür aber eine Mannschaft, die durchaus das Zeug hat, in der neuen Spielklasse zu bestehen. Gegen Paderborn waren in Weber und Oliver Fink gleich zwei Zugänge unter den Torschützen, drei weitere Johannes van den Bergh, der Brasilianer Anderson und Dmitri Bulykin standen in der Startelf. Es hat den Eindruck, dass Meier und Manager Wolf Werner mit ihrer Taktik, den Transfermarkt in Ruhe zu sondieren und keine Schnellschüsse zu machen, richtig lagen. Die nächste Beweisführung folgt Samstag in Berlin.
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