Fortuna II: Ärger um Derby-Ansetzung
VON PATRICK SCHERER - zuletzt aktualisiert: 19.01.2010 - 08:14Derby - bei diesem Wort klingeln bei Verantwortlichen von Fußballvereinen normalerweise die Ohren: Volle Stadien, heiße Atmosphäre und reichlich Emotionen. Ilja Ludenberg, Teammanager von Fortunas Zweitvertretung, ist momentan auf das Thema Derby nicht so gut zu sprechen.
Der Grund: Auf Anraten der ZIS (Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze) hat der DFB (Deutsche Fußball Bund) das Regionalliga-Spiel von Fortuna II gegen Rot-Weiss Essen auf Montag, den 1. März terminiert - ein Termin, der Fortuna nicht passt. „Der DFB kuscht vor der ZIS. Das Spiel muss aufgrund des Gefahrenpotentials parallel zum Spiel der ersten Mannschaft stattfinden“, sagt Ludenberg.
Das Zweitligaspiel der Fortuna in Aachen wurde zuvor ebenfalls auf diesen Montag terminiert. Die ZIS erhofft sich, dass mögliche Störenfriede unter den Fortuna-Fans eher mit der ersten Mannschaft nach Aachen reisen und daher nicht zusätzlich in Düsseldorf für Ärger sorgen können.
Ludenberg ist erbost und hat dafür gute Gründe: Die Einnahmen fallen an einem Montag beispielsweise deutlich geringer aus. „Am Wochenende hätten wir mit 5000 Zuschauern gerechnet, so sind es vielleicht 1000. So ein Spiel planst du ja auch in deinen Etat vor der Saison ein“, erklärt der Teammanager.
Auch für die F95-Fans sieht Ludenberg Nachteile: „Wir haben ja auch einen Stamm an Zuschauern, die neben der Ersten auch gerne zur Zwoten gehen. Die schauen dadurch in die Röhre.“
Was den 40-Jährigen aber am meisten aufregt sind die sportlichen Benachteiligungen. „Wir sind ein Ausbildungsteam für eine Zweitliga-Mannschaft. Das sind Erfahrungswerte, die solch jungen Spielern verloren gehen. Es ist doch was anderes, auch mal vor 5000 Zuschauern zu spielen. Der DFB konterkariert damit seine eigene Nachwuchsarbeit. Wenn die Jungs die ganze Zeit nur vor ein paar hundert Fans spielen, und dann auf einmal vor 50000, ist doch klar, dass die Buxe voll ist“, meint Ludenberg.
Er führt weiter aus: „Essen trainiert unter Profibedingungen, bei uns hingegen müssen achtzig Prozent der Spieler am Montag arbeiten oder gehen in die Schule. Das ist klare Wettbewerbsverzerrung. Das hat mit Fairness nichts mehr zu tun“, sagt der Teammanager und fordert Konsequenzen: „Das kann man in einer Amateurliga nicht länger akzeptieren.“
Den größten Frust hat Ludenberg, weil man sich mit Essen bereits auf einen anderen Termin geeinigt hatte: „Wir haben uns bereits auf den Freitag davor geeinigt. Damit war die hiesige Polizei einverstanden.“
Am Dienstag trifft sich Ludenberg zur Sicherheitsbesprechung mit Polizei, Bahnvertretern und der Fachstelle für Gewaltprävention. Dort will er seine Argumente nochmals vortragen. „Wahrscheinlich werden wir dann Protest einlegen“, kündigt Ludenberg an.
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