Nach mehr als vier Monaten hat Fortuna Düsseldorf seinen Auswärts-Fluch vertrieben und darf weiter vom Durchmarsch in die Bundesliga träumen. Dank eines artistischen Treffers von Torjäger Martin Harnik gewann Fortuna das West-Derby bei Alemannia Aachen 1:0.
Harniks 12. Saisontreffer in der 25. Minute - im Fallen und mit dem Rücken zum Tor erzielt - bescherte der Fortuna dabei den ersten Auswärtssieg seit dem 23. Oktober, als der Aufsteiger ausgerechnet bei Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern mit 2:0 gewonnen hatte.
Die Sekunde bevor Harnik abhebt. Er profitiert nach dem Pass von Oehrl ...
... von einem Missverständnis zwischen Keeper Stuckmann und Olajenbesi.
Der Ball liegt im Netz. Ein Traumtor. Es war Harniks zwölfter Saisontreffer, mit dem er sich auf Platz zwei der Zweitliga-Torschützenliste schob. Interessanter Randaspekt: Der 22-Jährige hatte bis zu dieser 25. Minute alle drei Auswärtstore Fortunas des vergangenen Vierteljahres erzielt.
Der Österreicher dreht ab zur Freudenfeier ...
Die fällt sehr ausgelassen aus, ...
... schließlich lassen sich die Spieler mit Johannes van den Bergh an der Spitze sogar auf dem Rasen nieder, ...
... und imitieren einen Tag nach dem Ende der Winter-Olympiade einen Bob.
Dabei hatte es lange nicht nach einem Erfolg der Rot-Weißen auf dem Tivoli ausgesehen. Denn bis Mitte der ersten Halbzeit besaßen sie keine einzige Torchance. Dann verwandelte Harnik aber die erste halbe Chance zum Tor des Tages.
Auf den Rängen war tolle Stimmung: Die 4000 Düsseldorfer Fans waren keineswegs gewillt, der schwarz-gelben Wand auf der Südtribüne des neuen Tivoli die Lautstärke-Hoheit zu überlassen, und so entwickelte sich eine mitreißende Derby-Atmosphäre.
Auf dem Feld war Fortuna eher gewillt, die Aufgabe mit kühlem Kopf anzugehen.
Das war schon an der Aufstellung abzulesen, denn im Mittelfeld war Trainer Norbert Meier diesmal körperliche Präsenz und Laufstärke – ...
... verkörpert durch Oliver Fink ...
... und Patrick Zoundi – wichtiger als der Schuss Genialität, für den ...
... Marco Christ oft steht. Der gebürtige Nürnberger drückte zunächst nur die Bank, womit Meier wieder einmal für eine seiner berühmten Überraschungen sorgte. Hier läuft er sich an der Seitenlinie mit Kai Schwertfeger und Marcel Gaus warm.
Das erste richtige Ausrufezeichen setzten die Gäste dennoch. Und was für eines. Torsten Oehrl (hier mit Olajengbesi),schlug einen langen Ball in Richtung Aachener Strafraum, und sein Sturmpartner Martin Harnik gab sich gar nicht erst mit Nebensächlichkeiten wie Anstoppen ab. Stattdessen lupfte der österreichische Nationalspieler den Ball aus vollem Lauf direkt mit dem Außenrist über Keeper Thorsten Stuckmann.
Die Düsseldorfer versäumten es jedoch nachzulegen, und gar so einfach wollten die Aachener ihren einst so gefürchteten Tivoli dann doch nicht erstürmen lassen.
Foto: rpo, Falk Janningrpo, Falk Janning
Mehrfach musste der überragende Fortuna-Keeper Michael Ratajczak eingreifen, einmal – bei einem Kopfball von Kapitän Nico Herzig – Johannes van den Bergh kurz vor der Linie für ihn klären.
Selbst wenn technische Feinheiten mitunter auf der Strecke blieben: Es war nun auch auf dem Platz das elektrisierende Westderby, das sich alle erhofft hatten. Hier köpft Herzig den Ball vor Harnik weg.
Fink im Zweikampf mit Aachens Kratz.
Anderson und Gueye treffen gleichzeitig den Ball.
Düsseldorfs Käpt'n war nach überstandener Grippe wieder in guter Form, ...
.. gewinnt auch dieses Kopfballduell.
Zoundi kann Olajengbesi hier nicht folgen.
Erst 24 erzielte Tore machen deutlich, wo Aachens Probleme liegen. Aus dem Spiel heraus entwickelten sie kaum Gefahr.
Die abgefeuerten Bälle waren allesamt sichere Beute von Keeper Michael Ratajczak, der hier einen Kopfball von Herzig pariert.
Patrick Zoundi mit der Sense gegen zwei Aachener.
Claus Costa machte als Sechser wiederholt eine starke Partie.
Nach der Pause nahm der Druck der Gastgeber zu,
Michael Ratajczak lenkt in höchster Not einen Schuss über den Balken seines Tores.
Fortuna nahm den Aachenern durch viele gewonnenen Zweikämpfe im Mittelfeld den Druck.
Geschickt in den Zweikämpfen: Andreas Lambertz ...
.. holte sich viele Bälle.
Anderson sieht seine erste gelbe Karte der Saison. Eine tolle Quote für einen Innenverteidiger.
"Rata" faustet den Ball aus der Gefahrenzone.
Andreas Lambertz sieht in der 80. Minute nach einer dummen Unsportlichkeit (er warf einen zweiten Ball aufs Feld, um Zeit zu schinden) ...
... die Gelb-Rote Karte und fehlt am Freitag gegen Fürth
"Lumpi" hat sich der Kapitänsbinde entledigt ...
... und streift sie seinem Vertreter ...
Nun wurde es in Unterzahl nochmal eng, aber dei Fortuna überstand auch die letzten zehn Minuten ohne Gegentor.
Düsseldorf stemmte sich mit aller Macht gegen ein Gegentor.
Mit zehn Spielern brachten die Gäste die knappe Führung über die Zeit.
Torwart Michael Melka machte nach dem Schlusspfiff die Humba mit den Fans.
Als Ersatz-Mikro diente seine Trinkflasche.
Zwischendurch nahm er einen kräftigen Schluss.
Trainer Norbert Meier nach der Pressekonferenz mit Aachens Coach Michael Krüger.