Fortuna: Alte Schatten - neue Gäste
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 12.01.2008 - 04:19Fortunas Millionen-Gläubiger Kölmel hat bald wohl viel Zeit, sich um alte Außenstände zu kümmern. Und wenn es hart kommt, muss sich der Fußball-Regionalligist die Arena über Monate mit Bayer Leverkusen teilen.
Auf eines kann man sich bei Fortuna nahezu blind verlassen: Selbst in sportlich wenig aufregenden Zeiten gibt es hinter den Kulissen immer viel Bewegung. Für die beiden ihn betreffenden Nachrichten des gestrigen Tages kann der Fußball-Regionalligist allerdings ausnahmsweise nichts. Weder die Absicht des Kinowelt-Bosses Michael Kölmel, seinen Konzern an den französischen Fernsehsender Canal+ zu verkaufen, noch die Pläne des Bundesligisten Bayer Leverkusen, im Jahr 2009 etliche Ligaspiele in der LTU-Arena auszutragen, kann Fortuna beeinflussen.
Nachricht Nummer zwei trifft den Klub unmittelbarer. Wegen des Umbaus der Bay-Arena können die Leverkusener voraussichtlich einige Rückrundenspiele der nächsten Saison nicht im eigenen Stadion austragen. Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser erklärte, dass sein Klub so wenig wie möglich umziehen wolle. Noch sei jedoch offen, ob die Deutsche Fußball Liga einer Verlegung einzelner Begegnungen zustimme oder aber - um Wettbewerbsverzerrungen auszuschließen - darauf bestehe, dass die Leverkusener eine komplette Rückrunde andernorts absolvieren.
„Inzwischen haben wir Bayer ein Angebot gemacht“, berichtete Arena-Sprecher Rainer Schüler gestern auf RP-Anfrage. In München funktioniere es ja auch, dass sich zwei Vereine ein Stadion teilen. „Für uns wäre es aber sehr schön, 2008/2009 sowohl einen Erst- als auch einen Zweitligisten in unserem Stadion zu haben“, ergänzte Schüler. Fortuna kann von dieser Aussicht weniger begeistert sein. Dem Klub ist es gerade erst gelungen, neue - überwiegend junge - Kundschaft für sich zu interessieren. Ein Konkurrenzkampf mit einem womöglich international agierenden Erstligisten im „eigenen“ Stadion kann da nur schädlich sein. Es sei denn, die Arena erließe Fortuna im Gegenzug deren Schulden.
Schulden sind auch das Stichwort beim Kinowelt-Verkauf. Nach jetzigem Stand ist die Sportwelt (seit 1999 bei Fortuna mit einem nicht zurückgezahlten Darlehen von rund sieben Millionen Euro Medienpartner) zwar nicht Bestandteil des zum Verkauf anstehenden Kinowelt-Pakets. Es gäbe somit auch keinen neuen Ansprechpartner für Fortuna. Wenn aber der große Deal über die Bühne ist, hätte Michael Kölmel viel Muße, sich um sein Steckenpferd Sportwelt zu kümmern. Die Düsseldorfer gehen zwar davon aus, dass es seit 2002 eine vertraglich geregelte, moderate Rückzahlungsvereinbarung gibt, die nur bei Fernseheinnahmen nach einem Aufstieg greift. Das aber, so ließen es seine Mitarbeiter mehrfach durchblicken, sieht Kölmel ein wenig anders…
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