Fortuna: Anderson ist Borussias prominentester Zugang
VON O. E. SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 03.04.2010 - 08:58Unangenehm ist die Sache Max Eberl schon ein wenig. Borussias Sportdirektor hatte seinen Düsseldorfer Kollegen Wolf Werner am nächsten Dienstag informieren wollen, dass er Fortunas Abwehrspieler Bamba Anderson für die nächste Saison verpflichtet hat.
Aber dann wurde die Sache vorher publik - und Eberl musste Wolf Werner gestehen, was der nun bereits wusste. „Wir hatten vereinbart, den Transfer erst nach dem Spiel Düsseldorfs am Montag gegen den FC St. Pauli mitzuteilen, um den Spieler und Fortuna vor eventuellen Pfiffen zu bewahren“, erklärte Eberl die missglückte Geheimhaltetaktik. Ein Zwist mit Düsseldorf bricht nun aber nicht aus. „Da wir Bamba nicht halten können, ist es normal, wenn Borussia aktiv wird, ohne uns zu unterrichten“, sagte Werner.
Beobachten, sprechen und möglichst zuschlagen, bevor das Interesse bekannt wird: Das ist Borussias Taktik. „Sobald öffentlich wird, dass wir einen Spieler haben wollen, können wir uns hinten anstellen“, weiß Trainer Michael Frontzeck. „Es gibt zehn Klubs in der Bundesliga, die finanziell besser gestellt sind als wir.“ So aber bekommt Gladbach Bamba Anderson für relativ günstige etwa 1,5 Millionen Euro Ablöse. „Er spielt eine überragende Zweitligasaison, und er bringt noch Entwicklungspotenzial mit“, urteilt Frontzeck.
Die Abwicklung war ein wenig kompliziert, da Anderson von Leverkusen an Fortuna ausgeliehen ist, die Transferrechte noch beim brasilianischen Club Tombense FC liegen und Bayer eine Kaufoption hatte, sie aber nicht zieht. Nun muss Anderson sich nächste Saison durchsetzen - gegen das gut eingespielte Innenverteidiger-Duo mit seinem Landsmann Dante und Roel Brouwers. Das wird nicht einfach.
Der Düsseldorfer ist Borussias dritter Zugang für die neue Saison und der prominenteste. Vom Regionalligisten Preußen Münster kommt Jens Wissing, aus Paderborn der ausgeliehene Sebastian Schachten zurück - beide ebenfalls Abwehrleute. Dazu erhalten aus dem Nachwuchs U17-Europameister Marc-André ter Stegen (Torhüter), die Mittelfeldspieler Patrick Hermann und Bernhard Janeczek Profiverträge. Nun sollen wohl ein offensiver Mittelfeldspieler und ein oder zwei Stürmer geholt werden. Allzu teuer dürfen die nicht sein. „Das alles ist kein Wunschkonzert“, sagt Frontzeck. Einer wie der Stuttgarter Cacau passt da wohl nicht zu den finanziellen Möglichkeiten. Eher Düsseldorfs Martin Harnik?
Gladbach trennt sich von den Stürmern Roberto Colautti, Oliver Neuville und Moses Lamidi, dazu von Verteidiger Thomas Kleine (alle ohne Ablöse). Verkäufe seien derzeit nicht geplant, sagt Eberl. Doch wenn etwa Paul Stalteri, Gal Alberman, Jean-Sébastien Jaurès oder Jan-Ingwer Callsen-Bracker zahlungswillige Vereine finden, wird Borussia sich wohl nicht sperren.
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