Fortuna: Augsburg zu stark für Fortuna
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 15.02.2010 - 00:54Beim FC Augsburg kassierte die Fortuna eine verdiente 0:2-Niederlage. Damit dürften sich die Düsseldorfer bis auf weiteres aus dem Kreis der Aufstiegskandidaten verabschiedet haben.
Im Grunde war es ja ein eher trauriger Tag für Axel Bellinghausen. Sein Ex-Verein Fortuna stellt sich bei seinem aktuellen Klub FC Augsburg vor und sein Trainer Jos Luhukay lässt den 26-Jährigen nicht eine einzige Minute spielen. „Ein bisschen hätte ich angesichts unserer englischen Wochen ja schon darauf gehofft”, sagte Bellinghausen niedergeschlagen, und auch der 2:0-Sieg seines FCA über die Düsseldorfer kann ihn nicht recht aufheitern.
Was dem Blondschopf allerdings gut tat, war die ungebrochene Zuneigung des Fortuna-Anhangs. „Außer Axel könnt ihr alle gehen”, riefen die rot-weißen Fans, als die Augsburger Spieler an ihrer Kurve vorbeikamen. Und wer weiß, ob es angesichts seiner im Moment recht aussichtslosen Reservistenrolle nicht doch noch einmal ein Comeback im Düsseldorfer Dress geben wird. Es wäre ja nicht das erste Leihgeschäft des Vereins.
Das aber ist noch Zukunftsmusik die Gegenwart ist, dass Fortuna beim FC Augsburg eine verdiente 0:2-Niederlage bezog und damit aus dem Kreis der unmittelbaren Aufstiegskandidaten (sofern sie diesem jemals wirklich angehörte) erst einmal ausgeschieden ist. „Die Augsburger haben gezeigt, dass man auch auf einem schlechten Platz sehr guten Fußball spielen kann”, fasste Vorstandsvorsitzender Peter Frymuth zusammen. Trainer Norbert Meier ergänzte: „Natürlich haben wir Fehler gemacht, und die werden wir auch intern besprechen. Aber ich werde meine Mannschaft deshalb nicht gegen die Wand nageln. Sie war jederzeit bemüht, aber Augsburg eben ein zu starker Gegner.”
Stimmt schon. Auf der anderen Seite präsentierte sich Fortunas Defensive ausgerechnet gegen den Klub mit dem wohl größten Offensiv-Potential der Liga in schlechtem Zustand. Der 21-jährige Kai Schwertfeger war auf der für ihn ungewohnten Linksverteidiger-Position noch der beste Defensivakteur. Claus Costa, der bisher auf der „Sechser”-Position eine starke Saison spielte, fuhr in Augsburg ebenso neben der Spur wie das häufig gelobte Innenverteidiger-Duo Anderson und Jens Langeneke. Beide beherrschten in den vergangenen Monaten oft ihre Gegenspieler gestern mussten sie die unangenehme Erfahrung machen, wie sich eine Slalomstange fühlen muss.
Allzu viel Kritik dürfte es seitens der angreifenden Kollegen freilich nicht geben, denn auch diese erwischten sicher nicht ihren besten Tag. Torsten Oehrl gelang sehr wenig, und er unterstrich damit ungewollt, wie wichtig der verletzt fehlende Ranisav Jovanovic für Fortuna ist. Der gegen Duisburg noch überragende Marco Christ tauchte mit Ausnahme eines herrlichen Passes auf Martin Harnik, der anschließend um eine Handbreit den Ausgleich verpasste, völlig ab und ohne seine Impulse kann Fortuna gerade auswärts kaum etwas erreichen. Alles in allem keine Tragödie, aber doch ein Stück Ernüchterung.
FC Augsburg - Fortuna 2:0.
Augsburg: Jentzsch - Reinhardt, Möhrle, de Roeck, El Akchaoui - Ndjeng, Sinkala, Hegeler (75. Brinkmann), Traore - Thurk (64. Buck), Rafael (80. Torghelle). - Trainer: Luhukay.
Düsseldorf: Ratajczak - Weber, Anderson, Langeneke, van den Bergh (58. Caillas) - Costa - Schwertfeger, Christ (73. Gaus), Lambertz - Harnik, Oehrl. - Trainer: Meier.
Schiedsrichter: Lutz Wagner (Hofheim).
Tore: 1:0 Thurk (2.), 2:0 Rafael (60.).
Zuschauer: 15.486.
Beste Spieler: Traore, Thurk, Rafael - Anderson, Harnik.
Gelbe Karten: Sinkala (5/1) - Harnik (2).
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