Fortuna: Big Points für den Aufstiegstraum
VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 04.04.2010 - 10:22Es ist angerichtet für ein großes Fußball-Fest: In der ausverkauften Esprit-Arena spielt am Montagabend (20.15 Uhr, Live-Ticker) die beste Heimmannschaft der 2. Liga gegen die Truppe mit den meisten Auswärtssiegen.
Fortuna Düsseldorf und der FC St. Pauli können die drei Punkte gut gebrauchen: Die Flingerer wollen mit einem Sieg nach dem letzten Strohhalm in Richtung Eliteklasse greifen, und die Hamburger kämpfen um Big Points für ihren Aufstiegstraum. Denn sollte. Pauli gewinnen, ist die Versetzung in die nächsthöhere Klasse ganz nah.
Sechs Spiele vor Saisonende hat St. Pauli als Zweiter aktuell einen Punkt Vorsprung auf den FC Augsburg und damit einen direkten Aufstiegsplatz inne. Schon neun Zähler beträgt der Vorsprung auf den Vierten aus Düsseldorf, zuletzt viermal in Folge ohne Sieg.
Trainer Holger Stanislawski möchte der Fortuna unbedingt die erste Saison-Niederlage auf eigenem Terrain beibringen. Er muss bei diesem Vorhaben auf Mittelfeldspieler Fabian Boll verzichten, der nach einer (unberechtigten) Roten Karte für ein Spiel gesperrt worden ist. Boll war im Spiel gegen Hansa Rostock auf Martin Retov zugestürmt, der seinen Kameraden Deniz Naki brutal von den Beinen geholt hatte. Retov streckte Boll per Kopfstoß nieder, worauf Schiedsrichter Babak Rafati beiden Spielern „Rot“ zeigte. Retov war vom DFB-Sportgericht für sieben Partien gesperrt worden.
Sorgen macht sich "Stani" noch um die angeschlagenen Innenverteidiger Markus Thorandt (Schlag auf das Wadenbeinköpfchen/Nerv eingeklemmt) und Mittelfeldspieler Matthias Lehmann (krank). Noch nicht spielbereit ist Rechtsverteidiger und Vize-Käpitän Carsten Rothenbach (29).
"Calle" kämpft nach seiner hartnäckigen Wadenverletzung um sein Comeback und ist auf den Trainingsplatz zurück gekehrt, für einen Einsatz in Düsseldorf reicht es noch nicht. Fünf Spiele hat Rothenbach schon verpasst, der zuvor 23 Spiele über die vollen 90 Minuten bestritten hatte. Nächste Woche im Hit gegen den FC Augsburg soll er wieder dabei sein.
Sechs Spieltage vor Ende der Saison und vor der Partie in Düsseldorf sprechen die Verantwortlichen beim FC St. Pauli erstmalig offen vom Aufstieg. Überall ist die große Lust auf die Bundesliga zu spüren. Durch das 2:0 gegen den Erzrivalen aus Rostock und den gleichzeitigen Patzer der Augsburger haben die Kiez-Kicker in der Vorwoche einen großen Schritt in Richtung Bundesliga gemacht und waren am FCA vorbei erstmalig wieder auf Platz zwei vorgeprescht. Das Selbstbewusstsein ist wieder zurück. Die Mannschaft möchte nächstes Jahr wieder gegen den großen Stadt-Rivalen HSV um Punkte kämpfen.
Drei Wochen vorher hatte es am Millerntor noch ganz anders ausgesehen. Da hatte die Mannschaft gerade mit 1:2 bei 1860 München verloren und befand sich nach ihrer dritten Niederlagen in Folge in der Krise. Aus sieben Punkten Vorsprung auf Augsburg war ein Zähler Rückstand geworden.
Stanislawski rief damals einen "Saisonneustart" aus. Und der gelang mit drei Siegen aus drei Spielen (5:3 gegen RWO, ein 1:0 in Cottbus dank eines überragenden Keepers Hein und ein 2:0 gegen Rostock). In Düsseldorf soll Nummer vier folgen.
Entscheidenden Charakter messen die Hamburger den beiden Top-Spielen gegen Fortuna und eine Woche später gegen Augsburg nicht bei. "Es hilft uns nichts, wenn wir da gewinnen und dann die letzten vier Spiele verlieren", sagt Stanislawski.
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