Fortuna: Böllerwurf: Bewährung für Fan
zuletzt aktualisiert: 04.05.2010 - 08:38Ein 26-jähriger Fortuna-Fan hat am Montag vor dem Amtsgericht gestanden, dass er vor einem Jahr bei dem Fortuna-Spiel gegen Dynamo Dresden in der Arena einen China-Böller gezündet und in die Zuschauermenge im Unterrang geworfen hatte. Nur durch Glück wurde niemand verletzt. Der Richter wertete die Tat als versuchte gefährliche Körperverletzung und verhängte eine Bewährungsstrafe von acht Monaten.
Ein geplatztes Trommelfell durch den Knall, verletzte Finger durch die Explosion oder noch viel schlimmere Folgen "wenn ein Kind getroffen worden wäre": Drastisch führte der Richter dem Angeklagten in der Verhandlung vor Augen, dass diese Tat "keine Kleinigkeit" sondern "eine sehr gefährliche Aktion" gewesen ist. "Ich hab's gemacht, aber keine Ahnung, was ich mir dabei gedacht habe", hatte der Maler und Lackierer aus Erkrath zu Prozessbeginn eingeräumt. "Aber ich hatte nicht vor, jemanden zu verletzen!" Doch für einen Schuldspruch genügt, dass der 26-Jährige gefährliche Verletzungen bei anderen Fans in Kauf genommen hatte.
"Da steht man im Stadion und plötzlich explodiert ein China-Kracher. Da kann man sich nicht mehr schützen", schimpfte der Richter. Andere Zuschauer, die damals neben dem Böller-Werfer saßen, hatten den 26-Jährigen noch während des Spiels beim Ordnungsdienst und der Polizei gemeldet. Sie schilderten gestern auch, dass der Angeklagte damals angetrunken war. Dennoch sollte das Verfahren gegen den Böller-Werfer zunächst gegen 500 Euro Buße eingestellt werden. Weil der Täter diesen Betrag auch in Raten nicht zahlen konnte, kam es doch noch zur Anklage und nun zur Bewährungsstrafe. "Das war mir eine Lehre fürs Leben", sagte der 26-Jährige nach dem Urteil.
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