Fortuna: Bruno Custos‘ Neubeginn
VON MALTE BREDESEN UND BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 28.08.2008 - 23:50Der französische Abwehrspieler Bruno Custos hielt sich zusammen mit dem Ex-Düsseldorfer Markus Anfang im Arbeitslosen-Camp der Vereinigung der Vertragsfußballer fit.
Am Sonntag beim SV Sandhausen (14 Uhr) brennt er auf seinen Einsatz. Bei Stürmer Christian Erwig dagegen stehen die Zeichen auf Abschied.
Bruno Custos war nach Fortunas 0:0 gegen Unterhaching ein gefragter Mann. Alle wollten wissen, wie denn sein kurzfristiger Wechsel vom Camp der vertragslosen Fußball-Profis zum Drittligisten über die Bühne gegangen war. Nur einer legte überhaupt keinen Wert auf ein langes Gespräch: Gäste-Trainer Ralph Hasenhüttl lugte in den Katakomben der LTU-Arena nur einmal mit sicherem Abstand im Vorbeigehen zu seinem ehemaligen Schützling, ging dann seiner Wege.
Bis Ende Oktober 2007 trainierte Custos noch unter dem Coach. Dann suspendierte der Österreicher den Franzosen und dessen Teamkollegen Miroslaw Spizak aus disziplinarischen Gründen. Beide hätten „gegen Mannschaftsregeln verstoßen”, so das offizielle Vokabular. Danach mischte Fortunas Neuer zunächst noch bei Hachings Zweitvertretung mit. „Ich hatte keine Chance mehr, Trainer Hasenhüttl hat ein paar Akteure auf die Seite gelegt”, sagt der Fußballer.
Im Sommer war für den Allrounder, der offensiv wie defensiv, rechts wie links einsetzbar ist, Schluss. Neustart in Duisburg-Wedau im Camp der Vereinigung der Vertragsfußballer (VDV). „Das Training hier war ganz gut, der einzige Unterschied zur normalen Mannschaft ist, dass du am Wochenende nach Hause musst”, sagt der 31-Jährige.
An der Wedau hielten sich ebenfalls die Ex-Fortunen Thorsten Judt, inzwischen bei Rot-Weiß Erfurt gelandet, und Markus Anfang, noch ohne Neu-Engagement, fit. Auch Düsseldorfs Manager Wolf Werner soll mal vorbei geschaut haben - und warf dabei offenbar ein Auge auf Custos.
Dann ging alles ganz schnell. „Morgens habe ich noch in Duisburg trainiert, mittags den Vertrag bei Fortuna unterschrieben.” Abends stellte die sportliche Leitung ihn dann seinen künftigen Mitspielern vor. „Wir waren ganz überrascht, wir wussten von seiner Verpflichtung auch nichts”, sagt Innenverteidiger Hamza Cakir.
Tags darauf gab Custos sogar sein Debüt, ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub, der ihn so lange ins Abseits gestellt hatte. Zum Sieg reichte es noch nicht: „Mein Einstand war okay, obwohl wir gern die drei Punkte geholt hätten.”
Gewonnen hat er dagegen bereits das Herz von Tatiana. Vor ein paar Wochen heiratete Custos die Stewardess. Auch fußballerisch soll es wieder aufwärts gehen: „Die Mannschaft will aufsteigen, ich auch.” Am Sonntag beim SV Sandhausen (14\x0fUhr) kann er den nächsten Schritt dahin machen. Trainer Norbert Meier hat bereits angekündigt, dass der Franzose „mindestens zum Kader gehören” werde.
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