Fortuna: Der Aufsteiger lebt auf der Sonnenseite
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 20.09.2009 - 22:39Wer Stefan Grädler auch zwischen den Zeilen gut zuhörte, konnte die späteren Ereignisse bereits erahnen. „Ob es personelle Konsequenzen geben wird, können wir noch nicht sagen”, gab der Manager des Fußball-Zweitligisten Rot-Weiss Ahlen nach dem 1:4 gegen Fortuna Düsseldorf zu Protokoll.
„Das werden die nächsten Stunden und Tage zeigen.” Es wurden nur Stunden: Am Morgen nach der Pleite beurlaubte der Ahlener Vorstand sowohl Grädler als auch Trainer Stefan Emmerling.
„Die beiden waren verantwortlich für die sportliche Situation”, erklärte Präsident Heinz-Jürgen Gosda. „Das Team hat ein Kopfproblem.” Und ein Punkteproblem, möchte man ergänzen. Denn für Ahlen steht nach sechs Spieltagen gerade ein Zähler zu Buche.
Aufsteiger Düsseldorf dagegen, dessen Kapitän Andreas Lambertz schon nach 18 Sekunden traf, lebt derzeit auf der Sonnenseite. Zehn von 18 möglichen Punkten hat die Truppe von Trainer Norbert Meier eingefahren, sich damit von einem direkten Abstiegsplatz bereits um neun Zähler distanziert.
Und was ebenso wichtig ist: Fortuna spielt attraktiven Offensivfußball, der durch die Verpflichtung des in Ahlen erstmals von Beginn an eingesetzten österreichischen Nationalspielers Martin Harnik an Durchschlagskraft gewonnen hat. Der aus Bremen ausgeliehene Stürmer war an drei Treffern beteiligt, glänzte mit Schnelligkeit und Trickreichtum.
„Nach dem 1:3 haben wir so gestanden, wie ich mir das vorstelle”, sagte Trainer Meier und zeigte damit, woran es beim Aufsteiger noch hapert: Manchmal vernachlässigt er die Defensivarbeit. Ein schwacher Gegner wie Ahlen konnte das nicht nutzen, Alemannia Aachen, der nächste Gegner, vielleicht schon.
Auf dieses Westderby am Montag nächster Woche freut sich Fortunas Finanzchef Werner Sesterhenn schon jetzt. Er wird einiges an Einnahmen zu zählen haben.
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