Fortuna: Der Werder-II-Fluch lebt
VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 14.12.2008 - 15:54
Fortuna ist am vorläufigen Tiefpunkt angekommen: Die Düsseldorfer zeigten bei der 0:2 (0:1)-Niederlage beim Tabellen-Schlusslicht SV Werder Bremen II eine erbärmliche Vorstellung und spielten wie ein Absteiger. Niemand, der diesen Grottenkick gesehen hat, wird noch vom Aufstieg in die 2. Liga träumen. Das verbietet sich von selbst.
Die Mannschaft von Trainer Norbert Meier bestätigte jedenfalls ihre schlechten Leistungen der vergangenen Wochen. Sie agierte hilflos, spielte kraft- und saftlos, ohne Ideen und Druck nach vorne. Die Bremer waren spielerisch keinen Deut besser, doch sie präsentierten sich im Gegensatz zu den Düsseldorfern als kompaktes Team. Von Beginn an machten die Rot-Weißen nicht auch nur ansatzweise den Eindruck, als hätten sie realistische Chancen, als erste Düsseldorfer Mannschaft auf dem Nebenplatz 11 des Weserstadions zu gewinnen.
Die Bremer waren das klar bessere Team. Schwachpunkt im Spiel der Gäste war wie in den Vorwochen das Mittelfeld. Es bekam durch das Fehlen von Olivier Caillas (gesperrt) und Marco Christ (verletzt) diesmal erst recht kein Bein mehr auf die Erde, war praktisch gar nicht vorhanden. Aus Mangel an Anspielstationen fiel den Düsseldorfern aus diesem Grund 90 Minuten lang nur eine einzige Angriffsvariante ein: Sie droschen den Ball immer wieder hoch nach vorne, wo Stürmer Ranisav Jovanovic so gut wie jeden Zweikampf verlor.
Allein Fortunas Spielführer Andreas Lambertz machte zu Beginn einen starken kämpferischen Eindruck. Er ließ im Laufe des Spiels aber ebenfalls immer mehr nach und passte sich frustriert und allein gelassen auf weiter Flur dem Niveau seiner Mitspieler an.
Bremen zeigte eine fast optimale Chancenverwertung, machte aus drei Chancen zwei Treffer. Direkt der erste Schuss saß: Nicolas Feldhahn (6.) erzielte aus 18 Metern die frühe Führung, die dem Selbstbewusstsein der Heim-Elf sichtbar gut tat. Auf der anderen Seite reagierte Fortuna geschockt.
Jens Langeneke hatte in der ersten Halbzeit dann aber doch die einzige Fortuna-Chance. Nach einer Ecke fiel ihm der Ball eher zufälllig vor die Füße. Er schoss ihn aus fünf Metern ganz knapp per Dropkick drüber (27.).
Nach ausgeglicher erster Halbzeit ohne Höhepunkte und Torchancen auf beiden Seiten, nahm die Begegnung nach dem Wechsel ein wenig an Fahrt auf. Nach einer Stunde setzte Meier alles auf eine Karte und brachte Stürmer Bekim Kastrati für den defensiven Mittelfeldspieler Claus Costa. Düsseldorf nahm aber nur für wenige Minuten das Heft in die Hand, der Ausgleich lag nie wirklich in der Luft. Als Holsing nach einem Konter per Kopf für die Entscheidung sorgte, war auch der letzte Hoffnungsfunke dahin, von Aufbäumen keine Spur.
Die 800 mitgereisten Düsseldorfer Fans reagierten nach dem zweiten Gegentreffer mit sprachlosem Entsetzen, dann mit Hasstiraden gegen ihre Mannschaft und schließich mit einem Sitzstreik. Sie verließen den Sportplatz lange vor dem Abpfiff. Trainer Meier entschuldigte sich nach Spielschluss bei den Fans für diese Leistung.
Fortuna verpasste durch das dritte sieglose Spiel in Folge den Sprung auf den dritten Platz. Die von Thomas Wolter trainierten Gastgeber feierten dagegen ihren ersten Sieg seiteinem viertel Jahr und schöpfen durch den dritten Saisonsieg neue Hoffnung im Abstiegskampf. Sie kletterten auf den vorletzten Platz.
Fortuna muss am Samstag im letzten Spiel des Jahres in Paderborn nun unbedingt punkten, um aussichtsreich im Aufstiegsrennen zu bleiben.
STATISTIK ZUM SPIEL
SV Werder II - Fortuna 2:0 (1:0)
Bremen: 1 Nico Pellatz - 4 Dennis Diekmeier, 2 Finn Holsing, 14 Sandro Stallbaum, 28 Dominik Schmidt, 6 Nicolas Feldhahn, 13 Kevin Artmann (73. Perthel), 15 Andreas Granskov Hansen, 17 Philipp Bargfrede (33. Ronneburg), 7 Torsten Oehrl, 8 Marc Heider (88. Kempe). Auf der Bank: 20 Sebastian Mielitz, 16 Alexander Hessel, 25 Felix Schiller, 11 Timo Perthel, 18 Tobias Kempe, 19 Björn Dreyer, 21 Stefan Ronneburg. - Trainer: Wolter
Fortuna: 1 Michael Melka - 16 Clement Halet, 6 Jens Langeneke, 21 Hamza Cakir, 24 Fabian Hergesell - 8 Stephan Sieger, 3 Claus Costa (59. Kastrati), 17 Andreas Lambertz, 15 Ahmet Cebe (69. Custos) - 9 Ranisav Jovanovic, 11 Srebastian Heidinger. Auf der Bank: 22 Michael Ratajczak, 2 Bruno Custos, 4 Robert Palikuca, 18 Deniz Kadah, 20 Bekim Kastrati, 40 Johannes Walbaum. Trainer: Meier.
Schiedsrichter: Florian Benedum (Mehlingen)
Tore: 1:0 Feldhahn (6.), 2:0 Holsing (69.)
Zuschauer: 1000
Gelbe Karten: Heider (2), Artmann (3), Holsing (5/1) - Custos, Lambertz (4), Halet (3), Hergesell
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