Fortuna: Die Emotionen kochten hoch
VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 21.11.2009 - 13:27Nach dem 2:1-Sieg der Fortuna gegen Cottbus kochten die Emotionen hoch: Cottbus-Coach Claus-Dieter Wollitz polterte nach der turbulenten Schlussphase gegen seinen Düsseldorfer Kollegen Norbert Meier.
"Vor dem 1:2 habe ich unserem Spieler zugerufen, dass er den Ball ins Aus spielen soll. Mir das Gegenteil zu unterstellen ist abenteuerlich." Auf die Frage, ob damit Meier gemeint sei, spielte Wollitz auf die Kopfstoßszene Meiers mit Albert Streit an: "Ich glaube, der hatte schon mal Probleme mit einem Spieler des 1. FC Köln."
Tatsächlich hatte Meier nach dem Tor demonstrativ in Richtung Cottbuser Bank gejubelt, wie er hinterher zugab. Düsseldorfs Trainer berichtete, er habe sich dafür entschuldigt. Er reagierte mit einstündigem Abstand zur Partie ganz sachlich und gelassen. "Da gingen die Emotionen hoch, das passiert schon mal."
Die Szene, die die Gemüter so erhitzte, war in der 85. Minute passiert: Fortunas Patrick Zoundi hatte verletzt im eigenen Strafraum am Boden gelegen, doch die Cottbuser Alexander Bittroff und Marc-André Kruska spielten den Ball nicht wie üblich ins Aus. Sie starteten stattdessen den nächsten Angriff. Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz eroberte den Ball und leitete mit dem direkten Konter das Tor zum 2:1 ein. Pele Wollitz erklärte, er habe seinen Spielern zuvor vergeblich zugerufen, sie sollten den Ball ins Aus spielen.
Erst eine Stunde nach dem Schlusspfiff hatten sich die Gemüter in den Katakomben etwas beruhigt. Die beiden Trainer erschienen gemeinsam zur Pressekonferenz. Zuerst hatte es noch geheißen, sie wollten getrennt voneinander erscheinen und nicht nebeneinander auf dem Podium sitzen.
Wollitz wetterte gegen Fortunas Fans, die ihm während des Interviews mit Sky mit einem Schal beworfen hatten und auch während der Schweigeminute für Robert Enke gestört hätten. Das hatte aber sonst niemand bemerkt.
Der Cottbuser Coach hatte sich in der Schlussminute zunächst auch über das von Bibiana Steinhaus nicht gegebene Tor zum Cottbuser 2:2-Ausgleich ereifert. Gemeinsam mit der Schiedsrichterin sah er sich unmittelbar nach dem Schlusspfiff die umstrittene Szene vor dem Fernseher noch einmal an. Auch Norbert Meier stieß hinzu. "Wir waren uns alle einig", sagte der Düsseldorfer Trainer. "Der Treffer war nicht korrekt. Unser Torwart ist ganz klar behindert worden."
Als die Wogen etwas geglättet waren herrschte über den gerechten sportlichen Ausgang allgemeines Einvernehmen. Düsseldorfs Sieg war glücklich aber verdient. Meier sagte dazu: "Jetzt haben wir mal Glück gehabt. Und das ist nur gerecht, nachdem wir in Fürth und St. Pauli davon so wenig hatten."
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