Fortuna: Die Hoffnung lebt
VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 25.05.2008 - 09:54Als die Kunde vom Oberhausener 0:0 gegen Erfurt in die LTU Arena drang, gab es einen Aufschrei der Begeisterung und kein Halten mehr: Die Düsseldorfer Kicker hatten gerade den SV Babelsberg mit 2:0 besiegt und tanzten auf dem Rasen. Auf den Rängen feierten 12.000 Zuschauer, als wenn ihre Mannschaft soeben aufgestiegen wäre.
Dabei ist lediglich die Aufstiegsentscheidung um eine weitere Woche verschoben worden. Am nächsten Wochenende kommt es jetzt zu einem wahren Aufstiegs-Krimi. Die Euphorie und Vorfreude darauf war in der Arena unmittelbar nach dem Schlusspfiff jedenfalls spürbar: Fortuna ist plötzlich wieder mitten drin im Aufstiegsrennen, rückt vor dem letzten Spieltag als Tabellendritter bis auf zwei Zähler an die zweitplatzierte RWO-Elf heran.
Die Rechnung ist vor dem letzten Spieltag ganz einfach: Fortuna steigt in die Zweite Liga auf, wenn sie am letzten Spieltag in Erfurt gewinnt und Oberhausen bei Union Berlin verliert.
Den Düsseldorfern reichte gegen Babelsberg eine nicht mehr als durchschnittliche Leistung zum Sieg. Sie hatten die erste Halbzeit zwar deutlich dominiert und waren in der Schlussminute des ersten Durchganges durch einen Treffer von Axel Lawarée auch verdient in Führung gegangen. Doch den zweiten Durchgang überstand der Gastgeber nur mit viel Glück ohne Gegentor.
Die Babelsberger besaßen während der ersten zehn Minuten von Durchgang zwei, drei gute Möglichkeiten zum 1:1-Ausgleichstreffer. Erst nach dem zweiten Tor Lawarées zehn Minuten vor dem Ende war das Spiel entschieden. Danach hätten Andreas Lambertz und der eingewechselte Christian Erwig jeweils völlig freistehend noch erhöhen müssen.
Fortuna war mit großem Elan in die Partie gestartet und machte von der ersten Sekunde an mächtig Druck. Andreas Lambertz nach einer Flanke von Ahmet Cebe (6.) und Marco Christs per Freistoß von der linken Seite (15.) hatten zunächst die besten Möglichkeiten.
Völlig aus dem Rhythmus kamen die Düsseldorfer aber, als Axel Lawarée mit einem zu schwach geschossenen Hand-Elfmeter an Babelsberg-Keeper Carsten Busch scheiterte (26.). Schiedsrichter Robert Hartmann hatte überraschend auf den Elfmeterpunkt gezeigt, nachdem Babelsbergs Björn Laars den Ball mit der Brust gestoppt hatte.
Fortuna brauchte eine ganze Weile, um sich von diesem Schock zu erholen. Über den Kampf und mit einem enthusiastischen Publikum im Rücken kam die Elf im Schlussspurt der ersten Hälfte zurück ins Spiel. Sie erzielte mit dem letzten Angriff vor der Pause die verdiente Führung: Olivier Caillas brachte Fabian Hergesell am Strafraumeck mit einem klugen Rückpass in Position; die maßgenaue Flanke des Linksverteidigers versenkte Axel Lawarée vom Fünfer per Kopf ins linke untere Eck des Babelsberger Tores.
Sicherer wurde das Spiel der Düsseldorfer nach dem Wechsel aber trotzdem nicht. Die Furcht vor dem Gegentor und der enorme Erwartungsdruck lähmte die Aktionen der Rot-Weißen. Und die Gäste witterten Morgenluft: Daniel Frahn schoss aus 20 Metern nur haarscharf rechts am Fortuna-Tor vorbei (52.) und wenig später rettete Olivier Caillas nach einem 17-Meter-Schuss von Almedin Civa für den bereits geschlagenen Keeper Michael Ratajczak auf der Torlinie (56.).
Für Erleichterung sorgte der zweite Treffer Lawarées: Es war die erste gefährliche Aktion der Düsseldorfer nach dem Wechsel und fast eine Kopie des ersten Tores. Diesmal hatte allerdings Olivier Caillas von links geflankt; Lawarée traf mit dem Kopf aus zwölf Metern Distanz (80.).
STATISTIK ZUM SPIEL
Fortuna - SV Babelsberg 03 2:0 (1:0)
Fortuna: 22 Michael Ratajczak - 15 Ahmet Cebe (66. de Cock), 6 Jens Langeneke, 4 Robert Palikuca, 24 Fabian Hergesell - 3 Claus Costa, 17 Andreas Lambertz, 7 Marco Christ, 30 Olivier Caillas - 26 Kenan Sahin (63. Kastrati), 25 Axel Lawarée (86. Erwig). Auf der Bank: 1 Michael Melka, 9 Christian Erwig, 10 Markus Anfang, 11 Sebastian Heidinger, 14 Oliver Hampel, 20 Bekim Kastrati, 31 Olivier de Cock. Trainer: Norbert Meier.
Babelsberg: 1 C. Busch - 3 M. Neubert, 7 M. Rudolph (63. Ahmetcik), 21 S. Lukac (27. Vukadin), 33 B. Laars, 6 T. Mauersberger, 8 P. Moritz, 10 S. Hartwig, 17 J. Prochnow (81.Stiefel), 25 A. Civa, 16 D. Frahn. Auf der Bank: 12 S. Roggentin, 23 G. Ahmetcik, 14 I. Vukadin, 22 M. Stiefel, 26 P. Fofie. Trainer: D. Demuth.
Tore: 1:0 Lawarée (45.), 2:0 Lawarée (81.).
Zuschauer: 12.000
Schiedsrichter: Hartmann (Ingolstadt)
Gelbe Karten: Palikuca, Christ - Frahn
Besondere Vorkommnisse: Lawarée scheitert mit Foulelfmeter an Busch (25.)
STIMMEN ZUM SPIEL
Marco Christ: "Das könnte in Erfurt eine wirklich geile Party mit 5.000, 6000 Fans geben, die uns nach vorne peitschen."
Norbert Meier: "Der Fußball-Gott hält ein Endspiel für uns parat. Wir sind weiterhin im Geschäft. Das hatten wir uns gewünscht."
Axel Lawarée: "Es ist noch alles völlig offen."
Jens Langeneke: "Wir müssen realistisch bleiben: Wir haben es nicht selbst in der Hand. Aber warum sollte Union nicht auch gegen RWO gewinnen? Ich rufe unter der Woche mal meinen Kumpel Nico Patschinski von Union an. Vielleicht lassen wir uns etwas einfallen."
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