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Fortuna: Eine harte Nuss für Fortuna

VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 20.08.2008 - 23:43

Die Spielvereinigung Unterhaching macht in der laufenden Saison der 3. Liga da weiter, wo sie in der vergangenen Saison aufgehört hatte: Mit einem Offensiv-Fußball, der die Fans nicht nur wegen seiner erfrischenden Spielweise und seines Ideenreichtums begeistert. Auch die Ergebnisse stimmen.

Eine Rückkehr in die 2. Liga käme Unterhaching gerade recht. Foto: ddp
Eine Rückkehr in die 2. Liga käme Unterhaching gerade recht. Foto: ddp

Nach drei Spieltagen ist die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl noch ungeschlagen und gehört definitiv zum Kreis der Aufstiegskandidaten. Am Samstag stellt sich der aktuelle Tabellen-Dritte in der LTU Arena vor.

Die Elf aus dem Landkreis München ist eine harte Nuss für die Fortuna. Die Rot-Blauen, die als Regionalliga-Sechster durchs Ziel gingen, gelten gegenüber dem vergangenen Jahr als noch stärker. Sie tragen deutlich die Handschrift ihres Trainers. Hasenhüttl hatte im Oktober 2007 Werner Lorant abgelöst, der bereits im ersten Drittel der Saison das Handtuch geschmissen hatte.

Hasenhüttl war zunächst nur als Interimslösung betrachtet worden. Doch der 41-jährige  wurde zum Glücksfall: Er arbeitet mit positiver Ausstrahlung, konsequent und bislang erfolgreich an der Verbesserung seiner Truppe.

Der Coach hatte die Mannschaft im vergangenen Jahr nach dem zehnten Spieltag übernommen, als sie auf einem Abstiegsplatz rangierte. Er stabilisierte sie, hievte sie aus dem Tal der Depression auf Rang zehn und ging punktgleich mit den Abstiegsrängen in die Winterpause.

In das Jahr 2008 starteten Hasenhüttl & Co. dann durch: Die Truppe hatte nach zehn Partien ohne Niederlage das Abstiegsgespenst schnell abgeschüttelt und kam sogar bis auf drei Punkte an die Aufstiegsplätze heran. Sie musste die Aufholjagd dann fünf Spieltag vor dem Saisonfinale nach einem 1:4-Ausrutscher auf eigenem Platz gegen den FSV Frankfurt aber aufgeben.

Und den Schwung aus der Regionalliga-Rückrunde hat Hasenhüttl auch in die laufende Spielzeit der 3. Liga retten können. In der Vorbereitung bezwang sein Team Österreichs Zweitligist Innsbruck mit 4:0 und feierte einen 4:2-Sieg im Derby gegen 1860 München.

In der Liga putzten die Hachinger Werder II mit 3:0 (0:0), erreichten beim SC Paderborn ein 1:1 (0:0) und bezwangen die Stuttgarter Kickers mit 2:0 (2:0). Im zweiten Jahr nach dem unglücklichen Zweitliga-Abstieg 2006/07 gibt es nach diesen Ergebnissen wieder so etwas wie Aufbruchstimmung rund um den Sportpark in Unterhaching.

Noch vor wenigen Jahren hatte man bei der Spielvereinigung sogar kurzfristig geglaubt, etwas aus dem Schatten der übermächtigen FC Bayern und TSV 1860 treten zu können. Trainer Lorenz-Günther Köstner hatte den Verein 1999 in die Bundesliga geführt und sorgte dort für Furore: Die Mannschaft kletterte in der ersten Saison auf den zehnten Platz, schlug am letzten Spieltag Bayer Leverkusen spektakulär mit 2:0 und machte damit ausgerechnet den Nachbarn FC Bayern München zum Meister.

Zwei Jahre lang kickte Haching in der obersten Klasse. Seit dem Abstieg pendelt die Elf zwischen Zweit- und Drittklassigkeit. Die Ziele sind deshalb heute naturgemäß bescheidener: Die Macher um Schatzmeister Anton Schrobenhauser und Manager Norbert Hartmann arbeiten mit Hingabe daran, den Verein als drittstärkste Kraft in dem Landkreis zu etablieren.

Hasenhüttl heuerte bereits im Juni 2005 als Assistent von Chef-Coach Heribert Deutinger bei der SpVgg an. Deutinger hatte damals Weltmeister Andreas Brehme (Trainer vom 1. Juli 2004 bis 11. April 2005) als Teamchef beerbt, verfügte aber über keine Trainer-Lizenz. Der Verein nahm deshalb Hasenhüttl unter Vertrag.

Der ehemalige Stürmer des 1. FC Köln verfügt über einen bestens eingespielten Kader, aus dem mit Torjäger Robert Lechleiter (nach Rostock) und dem türkischen Nationalspieler Ceyhun Gülselam (Trabzonspor) lediglich zwei Stammspieler aus der ersten Elf herausfielen. Zum Ersatz für Knipser Lechleiter könnten Anton Fink und Marcus Steegmann werden. Jedenfalls legte Sturmspitze Marcus Steegmann (vom VfR Aalen gewechselt) dem Offensiv-Allrounder Fink (1860 II) das 2:0 gegen Bremen II auf. Nach der Partie lobte Hasenhüttl seine neuen Offensivkräfte sowie Zugang Milan Susak.

Mit dem zweikampfstarken australischen Innenverteidiger haben die Hachinger möglicherweise einen Glücksgriff gemacht. Der 24-Jährige wurde in Sydney geboren, besitzt einen serbischen Pass und spielte für Adelaide United in der asiatischen Champions League. Der Abwehrspezialist spielte bereits von 2004 bis 2007 in Europa - bei Vojvodina Novi Sad.

Neu sind im Sportpark seit dieser Saison außerdem Stürmer Bastian Bischoff (SSV Reutlingen) und Torwart Christian Berchthold (SpVgg Bayreuth). Engpässe fürchten die Bayern in der Offensive, wenn das verletzte Sturmduo Schweinsteiger/Rathgeber länger ausfallen sollte.

Haching verfügt über eine Mannschaft mit einigen bekannten Gesichtern: Stürmer Ricardo Villar (29) aus São Paulo trägt die Rücken-Nummer 10. Er war von Brasilien über die Penn State University in den USA, Austria Salzburg,  Chunnam Dragons in Südafrika und den 1. FC Kaiserslautern in die Münchener Vorstadt gewechselt.

Im Tor steht der Deutsch-Pole Darius Kampa. Der Ex U-21-Nationalspieler, der unter anderem beim 1. FC Nürnberg und Borussia Mönchengladbach spielte, besitzt einen Vertrag bis Sommer 2009. Kapitän des Teams ist Ralf Bucher (36): Der Innenverteidiger ist bereits seit 1989 im Verein und der letzte aktive Überlebende der Bundesligamannschaft von 1999. Der zweikampfstarke und torgefährliche 31-jährige Roman Týce spielte früher unter anderem bei Sparta Prag und TSV 1860 München.


 
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