Fortuna: Eine Pleite zum Lernen
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 31.01.2010 - 23:48Fortunas 0:1-Niederlage beim Drittletzten TuS Koblenz war überflüssig wie ein Kropf. Trainer Meier warnt aber davor, sie an Einzelnen - wie dem glücklosen Harnik - festzumachen.
Seit Martin Harnik am 30. August vergangenen Jahres zu Fortuna kam, erlebte er fast ausschließlich die Sonnenseite des Fußballer-Lebens. Die Leihgabe des Erstligisten Werder Bremen avancierte sofort zum Stammspieler, noch dazu auf seiner Lieblingsposition im Angriff - nachdem Werder-Coach Thomas Schaaf vergeblich versucht hatte, aus dem Deutsch-Österreicher einen Außenverteidiger zu machen. Bis zur Winterpause wurde Harnik sogar Fortunas bester Torschütze, steht nun bereits bei neun Treffern aus 16 Partien.
Im Grunde war klar, dass es nach einem so steilen Aufstieg auch einmal einen Rückschlag geben musste. Deshalb war die 0:1-Pleite beim Zweitliga-Drittletzten TuS Koblenz für Martin Harnik jedoch nicht weniger schmerzlich. „Die steigen ab, und gegen die verlieren wir!”, brüllte er auf dem Weg in die Kabine, und diesen Fluch begleitete der 23-Jährige noch mit einem vehementen Tritt gegen einen Stuhl. Eine nachvollziehbare Reaktion, nachdem der österreichische Nationalstürmer zwei gute Chancen vergeben und dann beim Gegentreffer den ihm zugeordneten Matej Mavric frei stehen gelassen hatte.
„Man darf das jetzt aber nicht an Einzelnen aufhängen”, betont Trainer Norbert Meier. „Martin hat schon sehr viele gute Spiele gemacht, da kann so etwas eben mal passieren.” Wahre Worte, denn die völlig überflüssige Niederlage musste ganz sicher nicht nur Harnik auf seine Kappe nehmen.
Einen weiteren Kandidaten brachte Meier selbst ins Spiel. „In der 90. Minute noch hatten wir die ganz große Chance zum Ausgleich”, erinnert sich der Coach. „Da muss Ranisav Jovanovic unbedingt quer spielen, dann steht Torsten Oehrl blank vor der Kiste.” Jovanovic aber schoss selbst, verfehlte und unterstrich damit seine insgesamt sehr mäßige Vorstellung.
Die Liste der Verantwortlichen ließe sich aber noch fortsetzen. Vielleicht mit Marco Christ, der in der zwölften Minute eine klare Gelegenheit liegenließ (Meier: „Marco ist in vollem Lauf und will den Ball schlenzen das ist zu schwer”), auf jeden Fall aber mit „Jojo” van den Bergh, der auf dem zu diesem Zeitpunkt bereits tief verschlammten Geläuf den Ball arg lässig spielen wollte und so den entscheidenden Eckstoß verschuldete. Nicht zu vergessen Kapitän Andreas Lambertz, der seit Wochen seiner Form hinterherläuft und in der Verfassung von Koblenz nicht mehr für die Startelf gesetzt ist.
Erst nach dem Rückstand präsentierte sich Fortuna wie eine Spitzenmannschaft, hätte mit großem Druck fast noch den Ausgleich erzwungen. Zu spät für diese Partie, früh genug aber, um für die Zukunft daraus zu lernen. Das geht nur mit ehrlicher Selbstkritik ohne Ausreden, und damit fing Norbert Meier sofort an: „Wir werden jetzt ganz sicher nicht den Fehler machen, die Niederlage auf die Platzverhältnisse zu schieben.”
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