Fortuna: Emmerling plant den nächsten Coup
VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 18.09.2009 - 11:35Rot Weiss Ahlen steht vor dem Gang gegen Fortuna Düsseldorf gewaltig unter Druck. Für Trainer Stefan Emmerling (43) ist es nach dem schwächsten Saisonstart einer Ahlener Mannschaft in der 2. Liga sogar so etwas wie ein Schicksalsspiel.
„Emmas“ Zeit in Ahlen könnte sich bei einer weiteren Niederlage sogar erledigt haben. Denn die Bilanz der Ostwestfalen ist nach fünf Partien desaströs. Die Mannschaft ist Vorletzter und hat erst einen Zähler auf dem Konto. Die Stürmer haben noch keinmal getroffen. Das einzige Tor erzielte Abwehrspieler Nils Döring am ersten Spieltag beim FC St. Pauli; seit 405 Minuten wartet die Elf vergeblich auf ein weiteres Erfolgserlebnis.
Im vergangenen Jahr hatten die Ahlener noch von der Euphorie des Aufstieges aus der 3. Liga gelebt: Sie waren zur gleichen Zeit des Vorjahres stolzer Tabellen-Vierter und hatten unter Trainer Christian Wück nach fünf Partien bereits drei Siege gegen Frankfurt, 1860 und bei RWO eingefahren. Wück wurde im März der Trainerstuhl nach einer Serie von nur vier Punkten aus acht Partien vor die Tür gesetzt.
Im April übernahm Stefan Emmerling den Posten. Der frühere Düsseldorfer sollte seinen Job im Wersestadion zwar ursprünglich erst ab dem 1. Juli antreten, doch Interimscoach Bernd Heemsoth bekam die Mannschaft nicht zurück in die Erfolgsspur. Mit Emmerling gab es dann noch neun Punkte aus den letzten sieben Spielen. Rot Weiss sicherte den Klassenerhalt noch relativ sicher, kam als Tabellen-Zehnter und mit fünf Zählern Vorsprung auf die Abstiegsplätze ins Ziel.
Emmerling trieb zwischen den Spielzeiten den Umbau der Mannschaft voran, tauschte beinahe eine gesamte Mannschaft aus und hat einen einstelligen Platz als Ziel ausgegeben. Der aktuelle Kader gilt als stärker als der des vergangenen Jahres. Als Mannschaft hat sich die bunt zusammen gewürfelte Truppe aber noch nicht gefunden. Neun Spieler gingen von Bord, dabei auch zwei Eigengewächse, von denen sich die Ahlener viel versprochen hatten: Marco Reus (20) wechselte zu Borussia Mönchengladbach und Kevin Großkreutz (21) zu Borussia Dortmund.
Auf der anderen Seite sicherten sich die Ahlener die Dienste von 14 neuen Akteuren. Sie holten dabei sowohl erfahrene Spieler als auch hoffnungsvolle Talente. Zu den Routiniers zählen die Bundesliga-erfahrenen Torwart Sascha Kirschstein (23 Erstligaspiele für den HSV), Angreifer Daniel Felgenhauer (21 Erstliga-Spiele für Gladbach) und Christian Mikolajczak (13 Bundesligaspiele für Schalke), die Zweitliga-Kicker Darlington Omodiagbe (unter anderem Unterhaching) oder Tom Moosmayer (Emden) sowie Dominick Kumbela (Erfurt, Braunschweig, Paderborn). David Blacha (18), Jannis Krauß (19), Mario Vrancic (20), Mohammed Lartey (22), Marcel Reichwein (23) und Thomas Bröker (24) haben das beste Fußballalter noch vor sich.
„Emma“ gibt sich vor dem Spiel gegen Fortuna kämpferisch, plant den nächsten Coup gegen seinen Ex-Club: Er gebe nicht auf, sei schon als Spieler ein Kämpfer gewesen, sagt er. In seiner Zeit als Trainer von Kickers Emden war er der Schreck der Düsseldorfer, besiegte sie mit den Ostfriesen im Herbst 2007 (2:0 in der LTU Arena) und auch im Herbst 2008 (1:0). Dieses Image will er nun auch als Ahlener pflegen.
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