Fortuna: Erwigs zweiter Anlauf
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 30.01.2008 - 23:52Für Fortuna-Angreifer Christian Erwig ist der Start ins neue Fußball-Jahr geglückt. Nachdem er in der Hinrunde nur zwei Tore erzielte, trifft er in der Vorbereitung mit schöner Regelmäßigkeit. In der Rückrunde will er mit Fortuna durchstarten.
Für Christian Erwig ist es mal wieder so etwas wie ein Neuanfang. Der Stürmer von Regionalligist Fortuna wurde jedoch nicht von einer schweren Verletzung zurückgeworfen, von der er sich erholt hat. Er litt stattdessen an einem für einen Angreifer viel tückischeren Symptom. Der 24-Jährige hatte in der Hinrunde nur zwei Mal das Spielgerät ins gegnerische Tor einschieben können. „Mein persönlicher Minusrekord“, bekundet er. „Es ist einfach nicht rund gelaufen. Das nagt natürlich am Selbstbewusstsein. Du fängst an zu überlegen, doch genau das kannst du im Strafraum am wenigstens gebrauchen.“
Er konnte den Schalter offensichtlich umlegen. In den ersten Testspielen des Jahres präsentierte er sich in bemerkenswerter Frühform. Alleine gegen den TuS Gerresheim (Kreisliga) glückten ihm acht Tore. „Als Stürmer brauchst du einen Lauf“, sagt Erwig. „Wenn man nicht trifft, dann geht das nicht spurlos an einem vorbei.“ In den vergangenen Monaten hat er sich den Blick in die Zeitung lieber gespart, die Berichte über seine Leistungen hätten ihn wohl auch kaum aufgebaut. So hat er seinen Tagesablauf einfach radikal umgestellt. Training. Spiel. Fertig.
Erwig sitzt in der Lobby des Riu-Atlantico an der spanischen Costa de la Luz und erzählt über das kleine Einmaleins für Mannschaftssportler. Er spricht von Teamgeist, von gemeinsamen Erfolgen, aber auch davon, Rückschläge im Kollektiv zu verarbeiten. Er wirkt in diesem Augenblick wie ein Musterprofi aus dem Katalog. Doch ganz glatt ist der „Lange“ (diesen Spitznamen hat ihm Trainer Norbert Meier sehr zu seiner Verwunderung verpasst) dann doch nicht. Er ist einer, der durchaus auch seine eigene Meinung auf dem Platz vertritt. Er flucht, er hadert mit sich und der Welt, wenn er mal wieder aus aussichtsreicher Position den Ball nicht perfekt getroffen hat. „Ich arbeite jeden Tag an mir und meinem Spiel“, sagt Erwig, dessen Lieblingsspruch in seinem Internetprofil lautet: „Wer aufgibt, hat schon verloren. Also niemals aufgeben!“
Er lebt diesen Spruch. Vor drei Jahren war er als Torschützenkönig der Oberliga Westfalen mit der Empfehlung von 19 Treffern vom SV Schermbeck zu Schalke 04 gewechselt. Kurze Zeit später erlitt er in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss, fiel neun Monate aus. Erwig kämpfte sich zurück und spielte sogar vier Minuten in der Bundesliga. Das Kapitel auf Schalke war danach dennoch recht schnell beendet, und er unterschrieb in Düsseldorf einen Vertrag bis 2009.
Christian Erwig hat weiterhin ehrgeizige Ziele. „Ich will weiter nach vorne kommen, das will Fortuna auch“, sagt er. „Wir werden am Ende sehen, ob wir unsere Wünsche erfüllen können. Wir dürfen uns jetzt nur nicht von der Euphorie um uns herum blenden lassen. Das ist verdammt gefährlich. Noch haben wir gar nichts erreicht.“
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