Fortuna: Fans wollen Stehplätze
VON GERNOT SPECK - zuletzt aktualisiert: 16.02.2009 - 23:55Fortunas Fans diskutieren mit den Verantwortlichen der LTU-Arena über den Umbau von Sitzplatzblöcken in der Heimstätte des Drittligisten. Doch die Umsetzung ist schwierig und die Kosten sind hoch.
„Stonn op” so heißt die neue Initiative der Fortuna-Fans, die Stehplätze in der Spielstätte der Drittliga-Fußballer fordern. Das Heimspiel gegen Burghausen stellte den Auftakt einer Reihe von Aktionen dar. So gerieten 5000 Flugblätter in Umlauf, machte ein meterlanges Transparent über der Südtribüne der LTU-Arena auf die eigens eingerichtete Internetseite aufmerksam.
„Dort unterstützen uns Prominente wie Georg Koch. Weitere Aktionen sind geplant”, sagt Karem Chelagou, der zusammen mit Frank Fischer die Initiative koordiniert. „Besonders wichtig dabei ist uns, dass die Fanverbände Fortunas an einem Strang ziehen.”
So trafen sich vor mehreren Wochen Vertreter des Fanprojekts, des Arbeitskreises Fanarbeit, der Ultras sowie des „Supporters Club Düsseldorf” mit weiteren Anhängern zu einem Meinungsaustausch. „Dabei zeigte sich, dass wir alle ein gemeinsames Ziel verfolgen: den Fortuna-Fans zu Stehplätzen zu verhelfen.”
Die Begründung fußt auf drei Säulen: Stehplatzkarten seien insgesamt preisgünstiger als Sitzplatztickets. Stehende Fans sorgten für mehr Fußball-Atmosphäre als sitzende. Zudem sei die Unfallgefahr in Sitzplatzblöcken höher, besonders, wenn die Anhänger dort ohnehin die Partie stehend verfolgten.
Derzeit verfügt das Düsseldorfer Fußballstadion über ein Fassungsvermögen von 51.500 Zuschauern. Für diese gibt es ausschließlich Sitzplätze. Das heißt, ein Teil müsste umgerüstet werden. „Uns sind über die Jahre hinweg immer wieder Stehplätze versprochen worden. Es ist aber klar, dass ein Umbau nicht von heute auf morgen geschehen kann”, räumt Chelagou ein.
Rainer Schüler, der Sprecher der LTU-Arena, kennt die Problematik: „Im Bereich der Südtribüne Stehplätze einzurichten, ist aufgrund statischer Gegebenheiten extrem schwierig, die Kosten werden hoch sein.” und letztlich auf die Stadt als Eigentümerin der Betreibergesellschaft zukommen. Experten haben den Aufwand auf 10 Millionen Euro geschätzt. „Wenn die Politik Stehplätze beschließt, werden wir sicher reagieren”, sagt Schüler.
Ähnlich diplomatisch äußert sich der Verein, der die Sportanlage für seine Heimspiele mietet. „Wir werden den Dialog der Möglichkeiten, den die Arena mit den Fans führt, unterstützen. Fachleute müssen die Machbarkeit bewerten”, sagt Vorstandssprecher Peter Frymuth.
Das ist Karem Chelagou von der Initiative bewusst: „Natürlich muss das Ganze bautechnisch umsetzbar sein. Wenn Fortuna in einer höheren Liga spielt, dann soll der Umbau realisiert werden nicht sofort.”
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