FARE-Video zum KSC-Heimspiel: Fans zeigen Rassismus die Rote Karte
VON JENNIFER TÖPPERWEIN - zuletzt aktualisiert: 09.11.2009 - 18:46„Fußball ist für alle da!“ Unter dieses Motto hätte man das Heimspiel gegen den Karlsruher SC (1:0) setzen können. Gegen Ende der europaweiten FARE-Aktionswoche zeigten die Fortuna-Fans an diesem Spieltag Diskriminierung die Rote Karte. Neben Transparenten präsentierten sie auf der Stadionleinwand ein selbstgedrehtes Video.
Noch bevor die Spieler aufliefen und die Stoffbande mit dem Aufdruck „Gemeinsam gegen Rassismus“ hochhielten und noch bevor die Fans von der Südtribüne den Spruch „Fußball kennt keine Grenzen“ zeigten, flimmerte das Video von der Stadionleinwand. Fortuna-Fans hatten es in den letzten Wochen für FARE gedreht und dafür mit einiger Düsseldorfer Prominenz gesprochen.
„FARE“ bedeutet „Football against Racism in Europe“. 2009 hat das Bündnis, das mittlerweile von der Uefa und vom DFB getragen wird, seine zehnte Aktionswoche ausgeschrieben. Daran beteiligten sich mit der Unterstützung ihrer Vereine Fanszenen in ganz Europa – und auch die Fortunen. Ziel ist es, Diskriminierungen wie Rassismus, Homophobie, Sexismus und Ausgrenzung von Minderheiten aufzuzeigen und dagegen vorzugehen.
Das fordern auch Olivier Caillas und Robert Palikuca in dem FARE-Video. Die beiden Spieler appellieren an die Fankurvne, verlangen einen Selbstreinigungsprozess und Zivilcourage. Auch Vorstandsmitglied Werner Sesterhenn weiß, dass Vereine und Fans gemeinsam weiterkämpfen müssen. „Da muss man massiv gegen vorgehen. Man darf solche Leute nicht schonen“, erklärt er.
Da pflichtet ihm Klaus Allofs, ehemaliger Fortuna-Spieler-Star und mittlerweile Geschäftsführer bei Werder Bremen, bei. Solange es solche Menschen gibt, darf man nicht aufhören zu kämpfen, sagt er. Für ihn ist gerade der Fußball ein schönes Beispiel für die Arbeit gegen Fremdenfeindlichkeit. Hier lerne man miteinander auszukommen und andere zu akzeptieren. Und Peter Fröhlich, Vorstandsmitglied der Sparkasse Düsseldorf, fügt hinzu: „Fußball ist eine herrliche Gelegenheit zu sehen, wie Kulturen miteinander spielen.“ Außerdem seien deutsche Vereine nur mit deutschen Spielern gar nicht mehr überlebensfähig.
Unser Stadion-DJ Markus „Opa“ Haefs bringt es auf den Punkt: „Bei Fortuna und beim Fußball generell sollte es keinen Platz für Menschen geben, die zwischen Nationalitäten unterscheiden.“ Oder, um es mit den Worten von Mannschaftsbetreuer Aleks Spengler zu sagen: „Keine Ahnung, was diese Leute im Kopf haben.“
Mein persönlicher Lieblingssatz aus dem Video und zur Düsseldorfer FARE-Woche stammt aber von Goran Vucic, Trainer unserer Zwoten: „In meiner Mannschaft spielen Spieler aus allen Nationen – und das ist Fortuna.“ Wenn nach der diesjährigen FARE-Woche wenigstens das hängen bleibt, haben wir schon mal einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gemacht.
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