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  Foto: rpo, Falk Janning
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Ab 20.30 Uhr live!: Feiertag für Fortuna

VON ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 20.12.2011 - 00:25

Düsseldorf (RPO). Egal, ob das Düsseldorfer Team am Dienstagabend die Sensation perfekt macht – gewonnen hat Fortuna bereits. Wo vor drei Jahren beim Spiel gegen Dortmund nur einige wenige Zuschauer im Stadion ausharrten, reißen sich die Fans heute um die Karten. Die Fußball-Euphorie hat Düsseldorf erfasst.

Vor gut drei Jahren spielte Fortuna Düsseldorf zum vorerst letzten Mal gegen Borussia Dortmund. Das war in einer längst vergangenen Zeit. Ein paar tausend Zuschauer verloren sich damals in der Arena am Rhein, im Fanblock der Gäste machten allein ein paar kräftig gebaute Herren mit bloßem Oberkörper einigermaßen Eindruck. Düsseldorf gewann zwar mit 4:0, aber der Gegner hatte die zweite Mannschaft geschickt. Alles andere hätte auch gewundert, denn es war ein Spiel der Dritten Liga. Die Älteren erinnern sich vielleicht.

Dienstagabend (20.30 Uhr) sieht die Düsseldorfer Fußballwelt anders aus. Die Fortuna ist eine Liga höher geklettert, sie schaut als Spitzenteam der Zweiten Liga bereits in die Bundesliga, auch wenn die Verantwortlichen davon noch nichts wissen wollen. Und sie darf sich im Achtelfinale des DFB-Pokals tatsächlich mit der ersten Mannschaft des Deutschen Meisters messen. In der Stadt herrscht eine Begeisterung rund um den Verein aus dem Stadtteil Flingern, wie sie selbst zu den erfolgreichsten Zeiten in den 1970er Jahren unvorstellbar war.

Zu den Zweitliga-Spielen rennen die Fans dem Klub die Türen ein, und für das Pokal-Achtelfinale hätte die Fortuna leicht doppelt so viele Karten verkaufen können. Selbstverständlich werden alle 53 000 Plätze besetzt sein. Die Tickets waren schnell vergriffen, und auf dem Schwarzmarkt werden Preise bis zu 1000 Euro pro Karte aufgerufen – obwohl die Begegnung live im Fernsehen gezeigt wird.

Natürlich ist der Reiz groß, weil die Pokalgeschichte von Sensationen lebt und zumindest die Fortuna-Fans vom Erfolg des Außenseiters über den erklärten Favoriten träumen dürfen. Ganz sicher verspricht die Form der beiden Mannschaften gute Abendunterhaltung.

Schließlich hat die Fortuna in der Zweiten Liga reichlich Beweise für ihre spielerische Reife erbracht – auffällig gerade in den Spielen gegen die großen Konkurrenten. Und über die Qualitäten der Dortmunder Meistermannschaft ist bereits in der zurückliegenden Saison im ganzen Land ausgiebig geschwärmt worden. Der Fachwelt gingen im BVB-Angriffswirbel zeitweise die Superlative aus. Und ganz besonders die Hinrunde 2010, als die Borussia alle Gegner in Grund und Boden spielte, hatte es den Experten angetan. Mit riesigem Vorsprung ging der BVB in die zweite Serie und holte locker den Titel.

Beeindruckend war und ist die läuferische Leistung, mit der Dortmund die Grundlage für seine Erfolge legt. Alle Spieler beteiligen sich an der Abwehrarbeit, bei Ballgewinn geht es im höchsten Tempo nach vorn. „Unser Spiel beruht auf der Defensive, dafür arbeiten wir, als wenn es kein Morgen gäbe“, sagt Trainer Jürgen Klopp. Seine Arbeitspferde beherrschen allerdings auch die edleren Details des Fußballspiels. Auch ohne den inzwischen international anerkannten Zauberer Mario Götze, der sich mit einem Muskelfaserriss bis zum nächsten Jahr aus dem Leistungssport verabschiedet hat, kann der BVB spielerische Feinkost bieten. Die Spieleröffnung über den Nationalverteidiger Mats Hummels, den ganz Verwegene deswegen schon mal mit Franz Beckenbauer verglichen haben, gehört ebenso dazu wie die Dribblings von Shinji Kagawa oder die Ballkontrolle von Robert Lewandowski.

All das kommt allerdings nur zur Geltung, wenn die Mannschaft als kompakte Einheit hohen Laufaufwand betreibt. Und genau das ist die Chance für den Zweitligisten. Seine Taktik wird sein, dem Gegner das Tempospiel zu verderben. Das ist noch nicht vielen Teams in dieser Saison gelungen. Aber die wenigen, die den BVB aus dem Rhythmus brachten, wählten das gleiche Stilmittel. Es besteht im Wesentlichen aus einem eng besetzten Mittelfeld, das schnelle Kurzpässe unterbindet und die Dortmunder Aktionen ins Halbfeld auf die Außenpositionen drängt. Dann müssen „nur“ noch die Wege auf die Grundlinien entschlossen verteidigt und bei Ballgewinn ein beherztes Konterspiel betrieben werden.

Das hört sich natürlich nur leicht an. Für die Fortuna spricht neben dem Heimvorteil die Tatsache, dass sie als Außenseiter unbelasteter in die Begegnung gehen kann als der ungleich prominentere Gast. Er hat deutlich mehr zu verlieren. Umso mehr, als er in der Champions League erstaunlich klar gescheitert ist. Dort war vom Meister selten jene Form zu sehen, die er in der Bundesliga an den Tag zu legen pflegt.

Quelle: jco

 
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