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Fortuna: Fortuna bleibt oben dran

VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 21.08.2009 - 19:57

Die TuS Koblenz gehört zu den Lieblingsgegnern Fortunas. Allerdings nur als Sparringspartner: Schon viermal trafen sich beide Vereine in den vergangenen Jahren in der Vorbereitung auf die Fußballsaison.

Um Punkte freilich hatten die beiden Zweitligisten bislang noch nie gegeneinander gespielt ­ bis Freitag Abend. Da holten sich die Koblenzer bei ihrer Premiere in der Esprit-Arena eine 0:1-Niederlage ab und bewarben sich damit schließlich auch auf diese Weise für die Rolle als Lieblingsgegner.

Gerade wenn ein Profi der ersten Mannschaft einmal „überzählig” ist und daher in die Zweitvertretung eingestuft wird, erwartet Fortunas Trainer Norbert Meier großes Engagement. Und wenn dieses dann auf dem Platz zu sehen ist, kann die Belohnung schnell erfolgen ­- wie gestern bei Deniz Kadah geschehen.

Der junge Angreifer hatte in den ersten Zweitliga-Partien nicht zum Kader gehört, dann aber ohne Murren seine Chance in der Regionalliga gesucht. Sichtbares Zeichen: sein Last-Minute-Ausgleich beim 1:1 der „Zweiten” gegen Worms. Gestern gegen Koblenz saß Deniz Kadah dann schon wieder auf der Bank des Zweitliga-Teams, wurde am Ende sogar eingewechselt.

Info

Gratulation zum Sieg! Was sagen Sie zum Spielverlauf?

Jovanovic: Wir hätten zur Pause 3:0 oder 4:0 führen müssen. Ich habe nur die Latte getroffen, dann hatten die Koblenzer auch noch einen guten Torwart. Der Sieg ist eigentlich nie in Gefahr gekommen.

Sie haben das erste Stürmertor der neuen Saison gemacht.

Jovanovic: Das Tor habe ich meinem Opa gewidmet, der ist heute Morgen gestorben.

Sie wurden mit dem Tor belohnt für eine starke läuferische Leistung.

Jovanovic: Ja, ich musste viel laufen. Weil das Mittelfeld nicht nachgerückt ist. Ich habe mich einige Male umgesehen und dann weit und breit keinen Mitspieler gesehen. Darüber habe ich mich geärgert.

Ganz ähnlich verhielt sich die Sache bei Claus Costa. Wie Kadah hatte auch der Mittelfeldmann große Verdienste im Aufstiegsjahr, auch für ihn war in den ersten Partien der neuen Saison nicht immer Platz im Kader.

Im zweiten Heimspiel stellte ihn Meier dafür gleich in die Startelf ­ der frühere Bochumer ersetzte dort Defensiv-„Staubsauger” Stephan Sieger, für den beim 0:1 in Berlin ohne Zweifel nicht alles nach Wunsch verlaufen war.

Dennoch überraschte diese Umstellung Meiers, selbst wenn man Siegers unglückliche Beteiligung am Siegtreffer Unions ­- als er einen Schuss des Ex-Düsseldorfers Kenan Sahin unerreichbar für Torhüter Michael Ratajczak abfälschte -­ in Betracht zieht. „Die Jungs sind eben alle dicht beieinander”, sagte der Trainer über die Entscheidung. Ein Satz, den er in der Vergangenheit schon oft sagte.

Nur folgerichtig, dass er ihm auch Taten folgen lässt ­ gut für seine Glaubwürdigkeit. Für den entscheidenden Treffer sorgte indes ein Spieler, dem Meier trotz bislang nicht immer überzeugende Leistung die Treue gehalten hatte. Ranisav Jovanovic, der im Angriff stets rackert wie ein Pferd, aber zuletzt glücklos war, belohnte sich in der 38. Minute mit einem unhaltbaren Schuss zum 1:0.

Das erste Stürmertor der Saison wurde von den mehr als 20.000 Zuschauern frenetisch bejubelt, und es brachte den Aufsteiger nach der unnötigen Niederlage in Berlin wieder in die Erfolgsspur. Nach drei Spieltagen stehen für Fortuna nun sechs Punkte zu Buche ­ eine mehr als respektable Bilanz.


Statistik:

Düsseldorf: Ratajczak - Weber, Anderson, Cakir, van den Bergh - Fink, Costa, Lambertz (90. Sieger), Caillas (78. Hergesell) - Bulykin, Jovanovic (84. Kadah). - Trainer: Meier

Koblenz: Yelldell - Mavric - Skeraj (59. Njazi Kuqi), Lense, Ndjeng, Langen - Hartmann, Melinho, Geißler (73. Müller), Rahn (46. Stieber) - Shefki Kuqi. - Trainer: Rapolder

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)

Tor: 1:0 Jovanovic (38.)

Zuschauer: 20.150

Beste Spieler: Anderson, Fink - Yelldell

Gelbe Karten: - Mavric, Geißler, Langen (2), Müller

Quelle: RP

 
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