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Fortuna Düsseldorf: Fortuna braucht Stehvermögen

VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 21.02.2012 - 07:30

Düsseldorf/München (RPO). Fortuna hat die Tabellenführung in der Zweiten Liga verloren und in der Rückrunde erst drei Punkte geholt. Sie muss nun eine Serie starten. Den Beteiligten macht die Leistung bei der unglücklichen 1:2-Niederlage in München Mut für die kommenden, wegweisenden Wochen.

Die Geister, die Fortuna rief, wird sie nun nicht mehr los. Zwar waren die Düsseldorfer nicht mit der Zielsetzung "Aufstieg" in die Saison der 2. Fußball-Bundesliga gegangen – aber wenn man als Tabellenführer die Winterpause erreicht, weckt man damit zwangsweise Begehrlichkeiten. Logisch, dass es nun nach dem Verlust dieses ersten Tabellenplatzes die ersten traurigen Gesichter gibt.

"Natürlich ist nach einer solchen Niederlage die Enttäuschung groß", gab Fortunas Vorstandsvorsitzender Peter Frymuth nach dem unglücklichen 1:2 beim TSV München 1860 zu. "Niederlagen sind immer dann besonders bitter, wenn sie nicht nötig waren, und das trifft auf unser Spiel in München zu."

Fünf Spiele ohne Sieg

Fünf Spiele ist die Mannschaft von Trainer Norbert Meier nun ohne Sieg, und diese Quote fällt umso mehr auf, als es sich dabei um die ersten fünf Partien der Rückrunde handelt. Drei Zähler holte sie in dieser Phase – natürlich zu wenig, um so starke Konkurrenz wie Eintracht Frankfurt, Greuther Fürth und den SC Paderborn weiterhin auf Distanz zu halten. Hinzu kommt, dass neben diesem Trio, der Fortuna und dem FC St. Pauli seit Sonntag in den "Sechzigern" aus München ein sechstes Team in den Kreis der möglichen Aufsteiger kletterte.

Frymuth verfällt deshalb nicht in Depressionen. "Wir im Vorstand waren uns des unbequemen Starts schon vorher bewusst und haben auch mehrfach darauf hingewiesen", sagt der Fortuna-Boss. Meier schlägt in die gleiche Kerbe: "Wir konnten nicht einfach davon ausgehen, ungeschlagen durch die Rückrunde zu marschieren. Ebenso wenig davon, jeden Gegner in dieser Liga nach Belieben zu dominieren."

Dass eben Letzteres in München wieder gelang, freilich ohne die daraus resultierenden Torchancen zu verwerten und entsprechend den Lohn einzufahren, stimmt viele im Düsseldorfer Tross positiv. "Wir haben in München eines unserer besten Spiele der gesamten Saison gesehen", sagt zum Beispiel Finanzchef Paul Jäger, und Frymuth ergänzt: "Es hat überhaupt keinen Sinn, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken. Niemand will schönreden, dass wir in der Rückrunde noch keinen Sieg errungen haben. Auf der anderen Seite haben wir jetzt aber noch genügend Gelegenheiten, das Ruder wieder herumzureißen. Das beginnt schon jetzt gegen Aachen und in Karlsruhe."

In diesen nächsten Partien wird sich zeigen, ob die Düsseldorfer Träume von der Ersten Liga – die Meier und seine Spieler allerdings nie öffentlich geäußert haben – weiterleben dürfen. Dem Heimspiel gegen die Alemannia folgt das Match beim KSC, danach kommt Erzgebirge Aue, ehe Fortuna zu Energie Cottbus reist. Ohne diesen Kontrahenten zu nahe treten zu wollen: Nach dem kniffligen Start in die zweite Saisonhälfte sind das der Papierform nach durchweg lösbare Aufgaben. Acht bis zehn Punkte aus diesem Spiele-Quartett würden die Rot-Weißen wieder dick ins Geschäft bringen. Stolpern sie aber auch in dieser Saisonphase zu häufig, droht der nachhaltige Sturz aus der Spitzengruppe.

Andreas Lambertz hat erkannt, wo das Hauptmanko seines Teams liegt. "Wir gehen nicht kaltschnäuzig genug mit unseren Chancen um", erklärt der Kapitän. "Wir spielen uns unglaublich viele Torchancen heraus, aber wir bringen es nicht zu Ende. Das war in der Hinrunde besser, und da müssen wir wieder hinkommen."

Den fehlenden letzten Pass, den zu ungenauen Abschluss macht auch Meier als das Defizit der Stunde aus. "Die Mannschaft hat aber bei 1860 wieder richtig guten Fußball gespielt", betont der 53-Jährige. "Sie hat gezeigt, dass sie auf einem guten Weg ist, dass die spielerische Leichtigkeit wieder da ist. Das nehmen wir aus München mit."

Quelle: seeg/rm/seeg

 
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