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Fortuna: Fortuna hadert mit Henschel

VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 03.11.2008 - 09:37

Nach dem 0:1 im Spitzenspiel beim neuen Tabellenführer Union Berlin stand bei Fortuna vor allem der schwache Schiedsrichter in der Kritik. Torhüter Michael Melka besiegelte die Niederlage durch ein Eigentor.

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Zwei Hauptdarsteller für ein Fußballspiel waren aus Sicht der Fortuna mindestens einer zuviel. Zumal, da einer darunter war, der nach dem Selbstverständnis seines Jobs keine Hauptrolle spielen dürfte ­ Schiedsrichter Holger Henschel. Fortunas Manager Wolf Werner brachte es nach der 0:1-Niederlage beim neuen Drittliga-Tabellenführer Union Berlin auf den Punkt. „Jeder darf einen Fehler machen”, sagte der 66-Jährige. „Aber eine derartige Häufung darf nicht passieren.”

Diese Haltung wurde durch den Schiedsrichter-Beobachter unterstrichen, der in der Schlussphase mehrfach lächelnd den Kopf schüttelte. Eine Geste, die man auch im mit mehr als 800 Fans gefüllten Düsseldorfer Block ausmachen konnte ­ nur ohne das Lächeln. Das war dem rot-weißen Anhang angesichts zweier nicht gegebener Elfmeter und zweier wegen angeblichem Abseits nicht anerkannten Gästetreffer dann doch vergangen.

„Wir werden jetzt aber nicht den Fehler machen, alles auf den Schiedsrichter zu schieben”, sagte Trainer Norbert Meier. „Tatsache ist, dass wir anders in ein solches Spiel hineingehen müssen. Wenn wir jetzt nur über Herrn Henschel sprechen, geben wir unseren Spielern ein Alibi für die schwachen ersten 30 Minuten.” Eine nachvollziehbare Analyse ­ zumal Fortuna mit dem Derby gegen Wuppertal am Samstag schon die nächste wichtige Aufgabe vor der Brust hat. Und die muss sie ohne Linksverteidiger Fabian Hergesell angehen, der eine (berechtigte) Gelb-Rote Karte kassierte. „Für diese Position muss ich mir wohl einen Spieler backen”, meinte Meier mit Blick auf die verletzten Alternativen.

Fehlt noch der Blick auf den zweiten Hauptdarsteller ­ und der war die tragische Figur im Jahn-Sportpark. Fortuna-Keeper Michael Melka hielt in der schwachen Anfangsphase seines Teams grandios und klatschte sich den Ball dann zum entscheidenden Treffer selbst in den Kasten. Am Ende hätte der Schlussmann dann fast am späten Ausgleich mitgewirkt, als er sich beim verzweifelten Endspurt der Gäste massiv in die Angriff einschaltete. In dieser Phase fehlte Fortuna aber das Glück, das sie zu Beginn ­ zum Beispiel, als Berlins Nico Patschinski am leeren Tor vorbeischoss ­ arg strapaziert hatte.

Die dunkelste Schattenseite des Gipfeltreffens gab es schon am Vorabend der Partie und am Mittag des Spieltags. Es gab ja einmal Zeiten, da pflegten die Fans der beiden Traditionsvereine einen fairen, mitunter sogar freundschaftlichen Umgang miteinander. Diese Zeiten scheinen aber vorbei zu sein. Einige Union-Anhängergruppen zogen seit Samstagabend durch Berlin und lauerten offenbar gezielt Düsseldorfer Fans auf. Wie einige Fortuna-Anhänger berichteten, machten sie auch nicht davor Halt, Kindern Trikots zu stehlen. Berlin war diesmal also wirklich keine Reise wert.

Quelle: RP

 
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