Fortuna: Fortuna in Pauli: Topspiel mit Party
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 04.11.2009 - 07:34Ein ganz normales Fußballspiel war es nie, wenn der FC St. Pauli und Fortuna Düsseldorf aufeinandertrafen. Dafür haben beide Klubs zu viel Tradition, dafür haben beide vor allem viel zu enthusiastische Fans, die sich glücklicherweise gegenseitig recht sympathisch sind.
Der Haken war nur, dass die Partien Paulis gegen Fortuna oft außer einem kultigen Fetenfaktor wenig zu bieten hatten - Mittelfeld-Duelle in der Dritten Liga elektrisieren nicht gerade ganz Fußball-Deutschland.
Am Freitag sieht das etwas anders aus. Zwar wird es am Millerntor spätestens zum Anstoß um 18 Uhr wieder ganz gehörig knistern, und sicher werden in den Stunden zuvor in der Budenstadt auf dem Heiligengeistfeld wieder gemeinsam ein paar Becher getrunken.
Diesmal aber geht es auch sportlich um einiges, denn Hamburger und Düsseldorfer liefern sich nichts weniger als ein echtes Spitzenspiel der Zweiten Fußball-Bundesliga.
Pauli ist Dritter mit 23 Punkten, Aufsteiger Fortuna folgt mit 20 Zählern auf Platz fünf, und beide Klubs werden auf einer Welle der Euphorie durch die Saison getragen.
Das zeigte sich schon im Vorfeld, denn die Tickets wurden den Braun-Weißen aus den Händen gerissen, als ginge es um Karten um ein Reunion-Konzert der Beatles in Originalbesetzung. Ursprünglich wollte St. Pauli im Zuge der Millerntor-Sanierung schon Ende Oktober mit dem Abriss der Gegentribüne beginnen. Angesichts der Nachfrage entschied sich der Kiez-Klub um und kann so noch einmal mit 23.200 Zuschauern ein ausverkauftes Haus genießen. Allein unter den Fortuna-Fans hätten statt 2300 auch 6000 Karten abgesetzt werden können.
Bei den Gastgebern mischte sich in die Freude über den 2:0-Erfolg beim Erzrivalen Hansa Rostock am Montag indes auch Ärger. Der Zorn von Trainer Holger Stanislawski richtete sich auf Nachwuchsstürmer Deniz Naki, der nach seinem Treffer zum 0:2 ausrastete: Erst stellte er sich vor den Rostocker Fanblock und deutete eine Geste des Halsabschneidens an, dann rammte er auch noch provozierend eine Pauli-Flagge in den Rasen.
„So etwas geht gar nicht“, fauchte Stanislawski. „Das wird intern Konsequenzen haben.“ Torhüter Matthias Hain regte sich zudem über Chaoten im eigenen Fanblock auf, die nach dem 0:1 Feuerwerkskörper zündeten und für eine Spielunterbrechung sorgten: „Eine Frechheit, wie die sich verhalten haben.“
Bis Freitag wird der Zorn verraucht sein. Fortuna ist schließlich nicht Rostock, und es steht Feiern auf dem Programm. Für die Gäste natürlich vor allem dann, wenn es den ersten Sieg am Millerntor seit mehr als 18 Jahren geben sollte.
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