Fortuna: Fortuna kämpft, siegt und feiert
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 23.08.2009 - 23:06Das einzige Manko an einem gelungenen Fußball-Abend war, dass die Mannschaft von Trainer Norbert Meier gegen
die TuS Koblenz nicht höher als 1:0 gewann. Die erneut starke Vorstellung der Zugänge und eine immer sicherere Defensive ließen das vergessen.Es war einer jener gar nicht so häufigen Fußball-Abende, an denen einfach alles passt. Angenehm abgekühltes Wetter, mit 20\x0e150 Fans sehr beachtlich gefüllte Ränge, ein gutes Spiel und dann gewinnt Fortuna auch noch. Kein Wunder also, dass die Anhänger der Rot-Weißen noch eine Stunde nach Spielschluss in der Arena den 1:0-Erfolg über die TuS Koblenz feierten.
Nur Uwe Rapolder war so gar nicht zum Feiern zumute. Der Trainer der Koblenzer grantelte herzhaft drauflos, meckerte mit seinen Spielern. Deren Einstellung in den ersten 45 Minuten war überhaupt nicht nach dem Geschmack Rapolders: „Einige bei uns müssen begreifen, dass erst der Einsatz stimmen muss, bevor man mit der Hacke herumzaubert. Für so etwas, was wir hier in der ersten Hälfte geboten haben, wirst du in der Zweiten Liga bestraft.”
Der überragende David Yelldell im TuS-Tor und die Querlatte, die einem prächtigen Freistoß des späteren Siegtorschützen Ranisav Jovanovic im Weg stand, verhinderten eine noch schlimmere Bestrafung der Gäste. Hier lag dann auch der einzige Kritikpunkt von Fortunas Trainer Norbert Meier: „Wir müssen einfach mehr Tore machen.” Korrekt. Nicht immer geht es am Ende gut aus, wenn man wie am Freitagabend geschehen sechs dicke Chancen innerhalb von 25\x0fMinuten auslässt.
Es wäre aber allzu kleinlich, dieses Manko in den Vordergrund zu stellen. Dorthin gehört weit eher die starke Defensivleistung der Gastgeber. Inzwischen scheint es schon Standard zu sein, dass sich die Innenverteidigung Hamza Cakir/Anderson pro Spiel einen dicken Bock leistet, um ansonsten aber eine überragende Vorstellung abzuliefern. Das war auch gegen Koblenz wieder so, als Tom Geißler nicht nutzen konnte, dass der Deutsch-Türke und der Brasilianer gegeneinander rumpelten. Weitere Chancen ließ die Doppel-Mauer in der Innenverteidigung nicht zu.
Als es TuS-Torjäger Shefki Kuqi dann fast schon verzweifelt mit einem verdeckten Schuss probierte, rettete Keeper Michael Ratajczak mit einem Hechtsprung. „Das ist ganz gefährlich für einen Torhüter”, sagte Norbert Meier. „Wenn du so wenig geprüft wirst, musst du in der einen entscheidende Szene da sein. Und das war Rata.”
Wie alle, die am Freitag ins kalte Wasser geworfen wurden. Claus Costa im defensiven Mittelfeld etwa, der das Vertrauen Meiers vollauf rechtfertigte. Oder Oliver Fink, der seinen ganz starken Leistungen im rechten Mittelfeld nun auch eine solche in der Zentrale anfügte, wo er den verletzten Marco Christ mit großer Dynamik vertrat.
Es sieht ganz so aus, als ob Manager Wolf Werner mit seiner Transferpolitik ins Schwarze getroffen hätte. Fink und Christian Weber sind nicht mehr aus dem Team wegzudenken, Anderson wird von Spiel zu Spiel immer besser, Johannes van den Bergh lässt wenig anbrennen. Fehlt im Grunde nur noch das erste Erfolgserlebnis für Angreifer Dmitri Bulykin.
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