Fortuna: Fortuna quält sich zum Sieg
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 05.02.2009 - 21:02Für die erste gute Fortuna-Nachricht sorgten Michael Melka und Jens Langeneke, die sich trotz Hüftprellung beziehungsweise Wirbelblockade fit meldeten. Die zweite gute Nachricht steuerten die beiden Routiniers gemeinsam mit ihren Kollegen im Team des Fußball-Drittligisten bei.
Sie bezwangen das Tabellen-Schlusslicht Stuttgarter Kickers im ersten Punktspiel des Jahres 2009 und vermieden damit einen klassischen Fehlstart. Viel mehr Positives gab es vom 2:0-Erfolg jedoch nicht zu berichten. Trainer Norbert Meier musste sich neben einiger vergebener Chancen auch viel Krampf ansehen.
Das Spiel war gerade 24 Sekunden alt, da hätte Ahmet Cebe fast schon den Deckel darauf drücken können. Völlig frei tauchte der Flügelflitzer in der rechten Strafraumhälfte der Gäste auf, fand aber in Kickers-Keeper Manuel Salz seinen Meister. Doch auch wenn diese erste Chance noch nicht zum Erfolg führte, so war sie immerhin das Signal zu einer bemerkenswerten Anfangsoffensive Fortunas.
Die Spielfreude des Meier-Teams ergänzte sich prächtig mit der Konfusion der Stuttgarter, die bis Mitte der ersten Hälfte deutlich mehr Treffer als nur das 1:0 hätten kassieren können. Dieses Unikat freilich war sehenswert. Ranisav Jovanovic hebelte mit einem entschlossenen Sprint die nur halbherzig aufgestellte Abseitsfalle aus, passte dann im letzten Moment quer zum mitgelaufenen Simon Terodde. Der 20-Jährige schob den Ball ins leere Gehäuse, musste sich die Feierlichkeiten der Fans aber zurecht mit dem Vorbereiter teilen.
Jovanovic war auch für die beiden übrigen Höhepunkte des ersten Abschnitts zuständig. In Minute 23 zwang der Serbe Salz per Kopf zu einer Glanzparade, und fünf Minuten vor der Pause platzierte er einen Freistoß aus 16 Metern an der Querlatte, nachdem er zuvor selbst gefoult worden war.
Zwischen diesen Szenen lag jedoch eine eher triste Phase, in der sich die Düsseldorfer aus welchen Gründen auch immer ihrem Kontrahenten anpassten. Das äußerte sich in erster Linie in einer stetig steigenden Fehlerquote, die das anfangs so flüssige Kombinationsspiel der Rot-Weißen auf wenig erbauliche Weise zerhackte. Geschäftsführer Paul Jäger nahm das Geschehen missmutig zur Kenntnis. „Es ist keine ordnende Hand zu erkennen”, murrte er. „Ich hätte mir nach dem Spiel in Essen deutlich mehr Trotzreaktion erhofft.”
Darauf warteten er und die übrigen Zuschauer auch nach dem Wechsel vergeblich. Olivier Caillas ließ mit einem weiteren Freistoß aus diesmal 18 Metern die Latte erzittern, und ein neuerlicher Freistoß des eben eingewechselten Marco Christ brachte endlich das erlösende 2:0. Ob die Magerkost eines kalten Donnerstagabends aber dazu geeignet war, Selbstvertrauen aufzubauen, blieb zweifelhaft.
STATISTIK
Düsseldorf: 1 Michael Melka - 16 Clement Halet, 4 Robert Palikuca, 6 Jens Langeneke, 14 Olivier Hampel -8 Stephan Sieger (70. Christ), 15 Ahmet Cebe (86. Costa), 17 Andreas Lambertz, 30 Olivier Caillas - 9 Ranisav Jovanovic (77. Gaus), 13 Simon Terodde.
Auf der Bank: 12 Michael Ratajczak, 21 Hamza Cakir, 3 Claus Costa, 7 Marco Christ, 11 Sebastian Heidinger, 20 Bekim Kastrati, 28 Marcel Gaus.
Trainer: Meier.
Stuttg. Kickers: 21 Manuel Salz - 2 Moritz Steinle, 3 Jens Härter (58. Parmak), 4 Torsten Traub, 17 Benedikt Deigendesch, 8 Marcus Mann, 20 Alexander Rosen (46. Kettemann), 24 Thorsten Reiß, 38 Thomas Gentner, 18 Danny Galm, 19 Sokol Kacani (77. Tunjic).
Auf der Bank: 23 B. Huber 16 S. Köpf, 6 J. Landeka, 14 Mustafa Parmak, 25 Ralf Kettemann, 26 M. Kovac, 42 Mijo Tunjic.
Trainer: Edgar Schmitt
Tore: 1:0 (11.) Simon Terodde, 2:0 (76.) Marco Christ
Schiedsrichter: Kuno Fischer (Leer)
Zuschauer: 9.125
Gelbe Karten: R. Jovanovic (40.), A. Rosen (40.), M. Christ (90. + 2)
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




