Nach dem 1:0-Auftaktsieg bei Union Berlin ist die Fortuna im ersten Heimspiel der neuen Regionalliga-Saison nicht über ein torloses Remis hinausgekommen.
Das Team von Trainer Uwe Weidemann erreichte in einem zerfahrenen und nervösen Spiel...
... vor der Rekord-Kulisse von 27.300 Besuchern ...
.. nur ein 0:0 gegen den alten Rivalen Rot-Weiss Essen. Die Düsseldorfer sind aber dennoch - zumindest für 24 Stunden - auf einem Aufstiegsplatz.
In beiden Durchgängen war Fortuna die tonangebende Mannschaft, allein die wirklich zwingenden Torchancen fehlten.
Dem Gastgeber fehlte diesmal die Kreativität, die Angriffslust und der Zug zum Tor, der sie beim 1:0 bei Union Berlin ausgezeichnet hatte.
Fortuna biss sich an der Essener Abwehrmauer ein ums andere Mal die Zähne aus. Offensichtlich fühlte sich die Truppe mit der schweren Last der Favoritenrolle unwohl.
So dauerte es fast eine viertel Stunde bevor der Gastgeber zum ersten Mal in die Nähe des gegnerischen Tores kam.
Eine weitere viertel Stunde verging bis zur ersten echten Chance: ...
Ahmet Cebe aber versuchte es nach einem glänzenden Solo über Rechtsaußen auf eigene Faust und scheiterte mit einem Schuss aus spitzem Winkel,...
... statt die in der Mitte viel besser postierten Christian Erwig und Axel Lawarée zu bedienen.
Hier legt sich Cebe mit Schiedsrichter Meyer an, der mit einigen kuriosen Entscheidungen auf sich aufmerksam machte.
Lawarée hält Cebe schließlich zurück, bewahrt ihn vor einer Verwarnung.
Weitere Möglichkeiten ließen schließlich wenig später Markus Anfang ...
... und Berlin-Torschütze Hamza Cakir aus.
In der LTU arena herrschte schon vor Beginn des Spiels Gänsehaut-Atmosphäre.
Andreas Lambertz bei einer Rolle vorwärts.
Der kleine Mittelfeldmann hatte gegen Essen ...
... nicht seinen besten Tag erwischt.
Erstmalig hatte er seine Mannschaft in einem Pflichtspiel ...
... von Beginn an als Käpt'n angeführt.
In der zweiten Halbzeit wechselte Weidemann ihn gegen Sebastian Heidinger aus. "Lumpi" gab die Binde an Markus Anfang weiter.
Markus Anfang machte seine Sache gut und maßgeblich daran beteiligt, das Fortuna das Geschehen in beiden Durchgängen bestimmte. Allein die wirklich zwingenden Torchancen fehlten dem Gastgeber.
Auch nach dem Seitenwechsel hatten die kämpferisch überzeugend auftretenden Hausherren mehr vom Spiel, übten phasenweise noch mehr Druck aus, nennenswerte Einschussmöglichkeiten aber gab es keine.
Die Weidemänner kämpften aufopferungsvoll, liefen sich aber immer wieder in der RWE-Mauer fest.
Nicht Tore sorgten so für Emotionen, sondern unter anderem ein Zusammenprall zwischen Sercan Güvenisik und Ahmet Cebe (39.). Der Essen-Angreifer war kurz bewusstlos, verlor drei Schneidezähne und wurde mit der Bahre vom Platz getragen. Cebe trug fortan einen Turban.
Sie lähmte mit zunehmender Spieldauer zunehmend die Angst vor schnellen Gegenstößen und dem dann entscheidenden Gegentor.
Stürmer Axel Lawarée, der nur erstaunlich wenig Ballkontakte gehabt hatte, brachte die Problematik des Fortunaspiels nach dem Schlusspfiff auf den Punkt: "Man konnte sehen, dass wir eine gute Mannschaft haben. Wir haben im Mittelfeld gut kombiniert, nur hatten wir nicht das Selbstbewusstsein, das bis zum gegnerischen Tor zu Ende zu spielen."
Typisch für das Spiel: Christian Erwig kann das Leder nicht erreichen.
"Wir hatten Probleme, unsere Stürmer anzuspielen", sagte Trainer Weidemann nach dem Spiel.
Gut abgeschirnt: Axel Lawarée zwischen Essens Keeper und Spielführer.
Und kurz vor Schluss gab es noch einmal Hektik an der Seitenlinie: Schiri Meyer verwies Fortuna-Coach Weidemann von der Bank und schickte ihn auf die Tribüne . "Ich habe dem Linienrichter nur gesagt, dass er nach einem Foul auch mal die Fahne heben darf", sagte Weidemann, der sich während der letzten fünf Minuten der Partie in den Katakomben aufhielt.
Heiko Bonan (Trainer Rot-Weiß Essen): "Das Spiel ist uns drei Tage nach den 120 Minuten im Pokal sehr schwer gefallen. Wir haben den Fortunen einen Riesenkampf geliefert."
Nach dem Spiel waren die Emotionen vergessen: ...
... Fortuna-Trainer Uwe Weidewmann und sein alter Kumpel Heiko Bonan.