Fortuna: Fortuna rückt zusammen
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 26.09.2010 - 23:47Ein Trainingslager an der niederländischen Grenze sollte die Spieler des Zweitliga-Letzten wieder stärker aufeinander einschwören. Am Montag (20.15 Uhr, Esprit-Arena) gegen den VfL Bochum zeigt sich, ob es geklappt hat.
Fortunas größter Hoffnungsträger steckt am Montagabend nicht einmal im Düsseldorfer Trikot. Er ist 32 Jahre alt, heißt Deniz Aytekin und pfeift für die Schiedsrichtergruppe Zirndorf. Zweimal war der baumlange Deutsch-Türke bisher als Leiter eines Fußballspiels mit Beteiligung der Fortuna angesetzt, beide Male fuhren die Düsseldorfer alle drei Punkte ein, blieben sogar ohne Gegentreffer: 4:0 gegen Borussia Dortmund II im Mai 2008 und 1:0 bei Alemannia Aachen vor knapp sieben Monaten.
Ob Glücksbringer Aytekin aber wirklich genügt, die völlig aus der Spur geratene Fortuna für die Zweitligapartie gegen den VfL Bochum wieder ins Gleis zu setzen? Trainer Norbert Meier und Manager Wolf Werner wollen sich verständlicherweise nicht darauf verlassen, setzen lieber auf bewährte Rezepte der Branche. Auf ein Trainingslager zum Beispiel – das bezogen sie in der vergangenen Woche im Sporthotel „De Poort“ in Goch, wobei die Übungseinheiten sogar auf niederländischem Boden absolviert wurden, beim VV Stormvogels in Siebengewald. Vielleicht färbt ja ein bisschen Oranje-Fußballesprit auf die Versager von Ingolstadt ab.
Geplante Aufstellung
Melka – Weber, Lukimya-Mulongoti, Langeneke, van den Bergh – Costa – Bröker, Christ, Fink – Wellington, Jovanovic (Gaus)
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Zirndorf) – jüngster Fortuna-Einsatz am 1. März beim 1:0 in Aachen.
Meier legt nach wie vor größten Wert darauf, die hochnotpeinliche Vorstellung beim 0:3 am vergangenen Mittwoch als Einzelfall einzustufen. „Die zweite Hälfte in Ingolstadt war die schlechteste der Saison“, erinnert der 52-Jährige. „Es war aber das erste Mal, dass wir uns nicht gewehrt haben. Das Positive ist, dass wir mit Ausnahme dieser zweiten Hälfte in allen Spielen immer den Fight gesucht haben. Wir sind nie weggekippt, haben immer versucht, nach vorn zu spielen.“
Punkte gab es dafür freilich nicht, und deshalb legten Trainer und Manager in Goch den Schwerpunkt darauf, die Spieler wieder voll aufeinander einzuschwören. „Wir sind dorthin gefahren, um als Team noch enger zusammenzurücken“, berichtet Meier. „Wir wollten die Spieler richtig fokussieren, jedem in der Mannschaft das richtige Gefühl für die Situation vermitteln, dabei aber auch den Spaßfaktor nicht zu kurz kommen lassen.“
Als alter Hase weiß Meier, dass alles Rückenstärken seitens des Vorstands Makulatur ist, wenn Fortuna nicht heute gegen Bochum und am Samstag in Osnabrück endlich gewinnt. Seine eigene Situation beschäftige ihn gar nicht, versichert der Coach: „Die ersten Punkte zu sammeln, das ist für mich interessant. Nur das ist etwas, worauf ich selbst einwirken kann.“ Sofern die Spieler mitziehen, und deshalb versucht Meier auch, ihnen die Aufgabe schmackhaft zu machen: „Es ist doch eine wunderbare Herausforderung für jeden einzelnen, als Team zu bestehen.“ Jetzt muss seine Truppe diese Herausforderung nur noch bewältigen.
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