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Fortuna: Fortuna steckt in schwieriger Phase

VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 01.09.2010 - 08:13

Gehofft haben die Verantwortlichen fast bis zur letzten Minute. Ein Gönner, der nicht näher genannt werden wollte, hatte dem Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf das nötige Geld in Aussicht gestellt, um kurz vor dem Ende der Transferperiode doch noch einen Abwehrspieler zu verpflichten.

Ein wichtiges Team bei Fortuna: Manager Wolf Werner (links) und Finanzchef Paul Jäger. Beide sind Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder.  Foto: rpo, Falk Janning
Ein wichtiges Team bei Fortuna: Manager Wolf Werner (links) und Finanzchef Paul Jäger. Beide sind Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder. Foto: rpo, Falk Janning

Dennoch wurde nichts mehr aus der Verstärkung, wie Vorstandsmitglied Paul Jäger berichtet: „Wir haben niemanden gefunden, der finanziell und menschlich gepasst und uns sportlich sofort weitergeholfen hätte.“ Es bleibt also beim vorhandenen Personal - und das gibt mit Blick auf Fortunas Defensivleistung beim 1:2 gegen Hertha BSC Grund zur Skepsis.

Mit krassen Fehlern in der Abwehr machte die Mannschaft von Trainer Norbert Meier sich eine kämpferisch engagierte Vorstellung zunichte, die Gästecoach Markus Babbel sogar mit den Worten würdigte: „Das ist das Gute am Fußball, dass nicht immer die bessere Mannschaft gewinnt.“

Ein wenig Tiefstapelei war bei dieser Analyse freilich dabei, denn der auf den ersten Blick glückliche Sieg des Top-Favoriten hatte schon eine Menge mit Qualität zu tun. Hertha verschlief die ersten 20 Minuten in der Esprit-Arena komplett, schlug dann mit ihrer ersten Torchance eiskalt zu und nutzte die folgende Konfusion in der Düsseldorfer Deckung zur Vorentscheidung.

In dieser Phase zwischen der 25. und 50. Minute vor allem offenbarte Fortuna jene Abwehrprobleme, die für die nähere Zukunft Sorgen machen. Der frühere Duisburger Tiago war für Assani Lukimya ins Team gekommen, nachdem dieser bei den Niederlagen in Koblenz und Cottbus entscheidend gepatzt hatte - und prompt war es Tiago, der Rob Friends 0:1 auf seine Kappe nehmen musste. Wäre dies noch verzeihlich gewesen angesichts der Klasse des Ex-Gladbachers, so waren es die folgenden haarsträubenden Fehlpässe und Stellungsfehler des Brasilianers nicht mehr.

„Tiago steht beim 0:1 falsch, und dann kamen noch zwei, drei Flüchtigkeitsfehler“, sagte Meier. „Er muss sich einfach hundertprozentig konzentrieren.“ Die Frage ist nur: Reicht das aus für eine deutliche Steigerung? Eine solche muss auf jeden Fall her, wenn Fortuna den Tabellenkeller schnell verlassen will. Sollten Tiago und Lukimya weiter so indisponiert auftreten, hätte Meier wegen der dünnen Personallage nur noch zwei Abwehr-Alternativen: Mittelfeldspieler Claus Costa könnte in die Viererkette rücken, risse dann aber ein Loch auf seiner gewohnten Position auf. Bliebe das 21-jährige Eigengewächs Kai Schwertfeger, das längst seine Chance in der Innenverteidigung verdient hätte und sicher das entsprechende Talent besitzt.

Es ist keine leichte Phase für den Tabellenvierten der Vorsaison, da auch die Stürmer noch nicht so treffen wie erhofft. Für Panikmache besteht angesichts des Potentials im Kader indes kein Anlass. Ein einstelliger Tabellenplatz ist allemal drin - und an mehr haben ohnehin nur Phantasten geglaubt.

Quelle: RP

 
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