Fortuna: Fortuna zweifelt an Jammer
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 06.06.2009 - 08:44Fortunas Aufsichtsrat und Vorstand sehen eine Partnerschaft mit dem deutsch-israelischen Geschäftsmann Daniel Jammer mit großer Skepsis, heißt es aus internen Gesprächen. Angeblich strebt er an, im Verein allein das Sagen zu haben.
Eine Partnerschaft von Fortuna-Düsseldorf mit dem deutsch-israelischen Geschäftsmann Daniel Jammer wird immer unwahrscheinlicher. Denn entscheidende Mitglieder des Aufsichtsrates und des Vorstandes sehen Jammer mit großer Skepsis. Ein Aufsichtsratsmitglied: „Wir trauen ihm nicht!“
Das liegt nicht zuletzt am Gebaren des angeblich an einem Hauptsponsoring interessierten Mannes, von dessen Ideen für die Fortuna selbst die Verantwortlichen meist aus unterschiedlichen Zeitungen erfuhren. Auch angebliche Gesprächstermine wurden in Medien veröffentlicht, bevor die Betroffenen überhaupt davon in Kenntnis gesetzt wurden. Als man sich einmal in einem Kölner Hotel mit Jammer persönlich traf, tauchte gleich der Fotograf einer großen deutschen Boulevardzeitung auf. Was die Düsseldorfer sehr irritierte.
Die Fortuna-Führung
Aufsichtsrat Dirk Kall (Vorsitz), Dagmar Starke (Stellvertretung), Dieter vom Dorff, Michael Hahn, Stefan Heinig, Marcel Kronenberg, Heinrich Pröpper, Ralf Wihr.
Vorstand Peter Frymuth (Vorsitz), Werner Sesterhenn, Hermann Tecklenburg, Thomas Allofs.
Bei einem Gespräch am Mittwoch (die RP berichtete) trafen u.a. Aufsichtsratsvorsitzender Dirk Kall, Vereinspräsident Peter Frymuth und der Aufstiegsbeauftrage im Aufsichtsrat, Heinrich Pröpper, mit Vertretern einer Kölner Agentur zusammen, die für Jammer verhandeln. In diesem Gespräch wurde ein so genanntes Konzept vorgelegt, das das weitere Vorgehen skizzieren sollte. Einer, der dem Vorstand nahe steht und die Vorlage ebenfalls gesehen hat: „Eine Reihe von Blättern mit dem Fortuna-Logo, darauf gängige und allgemein gehaltene Stichworte zu Marketing- und Image-Aktionen - alles in einer wenig aussagekräftigen Machart.“
Insgesamt hätte man, so heißt es bei Fortuna, den Eindruck gehabt, Jammer strebe im Verein eine Sonderposition an, die es ihm erlaube, praktisch über alle wichtigen Dinge zu entscheiden. Er habe angeboten, mindestens drei gute Spieler „aus seinem Portfolio“ zur Verfügung zu stellen und auch zu bezahlen. Aus Andeutungen meinen die Vorständler aber abgelesen zu haben, dass Jammer es sich vorbehalte, die Spieler weiter selbst vermarkten zu dürfen. Ein Teilnehmer der Runde: „Das kann nicht in unserem Interesse sein. Wir brauchen eine starke und beständige Mannschaft.“
Auch beim Thema Lothar Matthäus verdrehen Fortuna-Verantwortliche die Augen: Der Name allein verursache bei den weitaus meisten derart negative Reaktionen, dass man gar nicht daran denke, ihn zu verpflichten. Sollte es tatsächlich zu einem Gesprächsangebot für die nächste Woche kommen, wird man sich mit Jammer zusammensetzen, heißt es. Vorher jedoch will man sich genauer informieren, wie Jammer bei Maccabi Netanya agierte und warum er den israelischen Verein verlässt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




