Fortuna Düsseldorf: Fortunas bittere Niederlage
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 20.02.2012 - 13:11München (RP). Bei der Mannschaft der Stunde in der Zweiten Fußball-Liga sind die Düsseldorfer spielbestimmend. Nach der 1:2-Niederlage gegen 1860 München sind die Gäste die Tabellenführung erst einmal los.
Die Zahlen sprechen eine andere Sprache als die Leistungen auf dem Fußballplatz. Fortuna Düsseldorf zeigte beim TSV München 1860 eine der engagiertesten, druckvollsten und spielerisch ansprechendsten Auswärtsvorstellungen der Saison – musste aber mit leeren Händen die Heimreise antreten. 1:2 verlor die Mannschaft von Trainer Norbert Meier bei den "Löwen", doch ein anderes Zahlenwerk ist noch weit bitterer für die Düsseldorfer: In den fünf Partien der Rückrunde landeten sie noch keinen Sieg und mussten daher die Tabellenführung der 2. Bundesliga abgeben, die sie am 16. Spieltag übernommen hatten, fielen nun sogar auf Rang vier zurück.
Wahrscheinlich auch deshalb wollte sich Vizekapitän Jens Langeneke in der Mixed Zone der Münchner Arena partout nicht trösten lassen. "Gute Leistung, gute Leistung", polterte der Innenverteidiger, "die gute Leistung könnt ihr euch in den Hintern schieben. Für mich zählen nur Punkte, und die haben wir hier nicht geholt." Eine verständliche Sichtweise wenige Minuten nach dem Ende eines höchst bitter verlaufenen Spiels, aber doch eine, die das Geschehen zu stark reduzierte.
"Haben ein richtig gutes Spiel gemacht"
Trainer Meier, der gewiss nicht im Ruf steht, Dinge schönzureden, traf es mit seiner Analyse schon genauer. "Natürlich muss man anmerken, dass wir zu viele Chancen ungenutzt ließen", sagte der 53 Jahre alte Fußball-Lehrer. "Die Anzahl unserer Möglichkeiten war so groß, die Qualität so klar, da hätte schon zur Halbzeit Ruhe herrschen müssen. Aber man darf auch nicht vergessen, dass wir ein richtig gutes Spiel gemacht haben. Die Sechziger gelten zu Recht als sehr spielstark, sie haben fünf ihrer letzten sechs Spiele gewonnen – und dennoch haben wir die Partie gegen sie ganz klar bestimmt."
Kein Widerspruch, nicht einmal von Meiers Kollegen Reiner Maurer. "Bei unserem Treffer zum 2:1 hatten wir eine Riesenportion Glück", gab der Münchner Trainer zu. "Zudem hatte Fortuna sich nach einem guten Start von uns das Unentschieden absolut verdient. Ich denke, dass kein Zuschauer heute, egal ob Sechziger oder Düsseldorfer, sein Kommen bereut hat."
Tatsächlich war es in der Arena endlich das Spitzenspiel, auf das alle Fans eine knappe Woche zuvor beim Duell des damaligen Ersten gegen den Zweiten, Fortuna gegen Eintracht Frankfurt (1:1), vergeblich gehofft hatten. Beide Teams suchten bedingungslos die Offensive, kannten mit heruntergeklapptem Visier nur eine Richtung: nach vorn.
Die Düsseldorfer erreichten dabei gegen die Mannschaft der Stunde in der Zweiten Liga, in deren Stadion, phasenweise eine Dominanz, die in dieser Form niemand hätte erwarten können. "Da hat man gesehen, dass meine Truppe das Selbstvertrauen hatte, die richtigen Bälle zu spielen", erklärte Meier. "Aber wenn du diese Dinger nicht reinmachst, dann kann es eben passieren, dass du durch einem Standard noch verlierst."
Den Freistoß, den Meier ansprach, zirkelte Maximilian Nicu auf den Kopf von Necat Aygün, der im Abseits gestanden hätte, wenn sich Fortunas Kapitän Andreas Lambertz nicht auf der Torlinie postiert hätte. "Wir haben eben alle mit einem direkten Schuss gerechnet", sagte "Lumpi". Einen Vorwurf machte ihm deshalb niemand.
Aufgrund der starken Gesamtleistung nahm Cheftrainer Norbert Meier das unglückliche 1:2 gelassen: "Glückwunsch an die Sechziger, und damit begrüßen wir ab heute auch sie im Rennen um die vorderen Plätze."
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