Fortuna: Fortunas finnischer Joker
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 01.02.2012 - 07:48Am Samstag in Ingolstadt wird Timo Furuholm noch nicht in Fortunas Startelf stehen - als Einwechselspieler jedoch hat er gute Chancen.
Der letzte Tag der Winter-Transferperiode war zugleich der letzte Tag von Marco Königs im Fortuna-Trikot. Am Dienstag löste der 22-jährige Stürmer seinen Vertrag beim Spitzenreiter der 2. Fußball-Bundesliga auf und wechselt zum Drittliga-Aufsteiger Preußen Münster. Ebenfalls eine Spielklasse tiefer zieht es Königs' Stürmerkollegen Adriano Grimaldi. Der 20-Jährige, der nach einer furiosen Sommervorbereitung - zum Saisonstart gegen den VfL Bochum stand er in der Startelf - nicht mehr hundertprozentig in Tritt kam, wird bis zum Saisonende an Drittliga-Spitzenreiter SV Sandhausen ausgeliehen, bei dem er Spielpraxis sammeln soll.
Personalien
Wechsel Wie erwartet hat Fortuna keinen Spieler mehr verpflichtet. „Wir wollten nichts übers Knie brechen“, erklärte Trainer Meier.
Sascha Dum Seine Rückenverletzung wurde mit zwei Spritzen behandelt. Für die Ingolstadt-Partie hat der Coach den Mittelfeldspieler noch nicht abgeschrieben.
Beide Transfers stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit einer Personalie, die Fortuna Anfang Januar unter Dach und Fach brachte. Mit dem Kommen von Timo Furuholm, dem Torschützenkönig der ersten finnischen Liga von Inter Turku, sanken die Chancen von Königs und Grimaldi erheblich, in dieser Saison noch zum Einsatz zu kommen. Nicht zuletzt, weil nach langer Flaute auch Ranisav Jovanovic wieder in Form kommt und Ansprüche auf einen Platz in Fortunas vorderster Linie anmeldet.
Timo Furuholm weiß, wie hart der Konkurrenzkampf in Düsseldorf ist. Deshalb klopft er vor dem Zweitliga-Wiederbeginn am Samstag (13 Uhr) beim FC Ingolstadt auch keine großen Sprüche - was allerdings ohnehin sehr untypisch für den ruhigen Nordländer wäre. „Ich muss mich erst einmal an den deutschen Fußball gewöhnen“, erklärt der 24-Jährige. „Der Wechsel aus Finnland hierher nach Düsseldorf war ein riesiger Schritt für mich. Ganz ehrlich? Die Dinge waren für mich am Anfang ganz schön schwierig.“
Eine andere Sprache, eine neue Umgebung - vieles sei auf ihn eingeprasselt, merkt Furuholm an. „Ich verstehe zwar ein bisschen Deutsch, weil ich es vor zehn Jahren mal in der Schule gelernt habe. Das heißt aber noch nicht, dass ich damit gleich richtig verständigen kann.“ Noch schwieriger sei die Umstellung auf eine ganz andere Art Fußball gewesen. „Fortunas gesamte Mannschaft ist viel härter als die in Turku, im Training geht es viel intensiver zur Sache. Es ist gar nicht so einfach, sich gegen einen Kerl wie Assani Lukimya zu behaupten“, berichtet Furuholm lächelnd.
Immerhin ist er auf einem guten Weg, und die für Samstag in Ingolstadt angekündigten beinharten Temperaturen von minus elf Grad (tagsüber wohlgemerkt, nachts sind minus 18 avisiert) stehen doch für ideales Finnen-Wetter. „Das heißt aber noch nicht, dass ich ihm einen Platz im Kader garantiere“, sagt Cheftrainer Norbert Meier. „Timo muss sein Spiel noch ein wenig an das anpassen, was hier bei uns gefordert ist. Er weiß, wo das Tor steht, und wenn er zum Abschluss kommt, hat er die Gefährlichkeit, die wir uns von ihm erhoffen. Aber an das höhere Tempo und die Arbeit gegen den Ball muss er sich noch gewöhnen.“
Für die Startelf ist er somit noch kein Thema, wohl aber als Joker. Denn wer weiß, ob Fortuna in Ingolstadt nicht ein bisschen Torgefahr von der Bank holen muss?
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