Fortuna: Fortunas Höhenflug hält an
VON BERND JOLITZ UND GERNOT SPECK - zuletzt aktualisiert: 30.09.2009 - 07:36Nach dem 0:0 gegen Alemannia Aachen ist der Aufsteiger in der 2.Fußball-Bundesliga weiter zu Hause ungeschlagen und weit weg von den Abstiegsrängen. Trainer Meier hat personell derzeit viele Optionen.
Die Frage nach dem gewonnenen oder den verlorenen Punkten hielt sich in den Gängen der Esprit-Arena nicht wirklich lange. Sicher war angesichts des Chancenverhältnisses mehr drin für Fortuna als dieses 0:0 gegen Alemannia Aachen. Andererseits ist der Aufsteiger in der 2.Fußball-Bundesliga auch nach der Partie gegen einen der erklärten Aufstiegsfavoriten zu Hause noch ungeschlagen und rangiert weiterhin auf Rang sechs. Zehn Punkte vor den direkten Abstiegsplätzen. Wer wollte da ernsthaft unzufrieden sein?
Trainer Norbert Meier jedenfalls nicht. Er ärgerte sich lediglich über einen jener unerträglichen Pseudo-Witzbolde auf den Zuschauerrängen, der in der elften Minute mitten in einen äußerst viel versprechenden Fortuna-Angriff hinein in seine Trillerpfeife blies. Oliver Fink hielt’s für einen Pfiff des Schiedsrichters, stoppte ab und verschenkte so die Chance auf den Siegtreffer. „Da muss Finki cleverer sein, darf den Ball nicht in die Hand nehmen“, sagte Meier. „Diese verdammte Trillerpfeife ist schuld, dass eine Riesenchance weg war.“
Die 29385 Zuschauer bei der Partie gegen Aachen bedeuten einen Fortuna-Rekord für Zweitligaspiele. Die bisherigen Bestmarken:
25.000 gegen Meppen 1997/98
25.000 gegen Fürth 97/98
24.000 gegen Meppen 88/89
Die höchste Zuschauerzahl dieser Saison gab es beim Spiel Kaiserslautern - Karlsruhe (39.774).
Es blieb die einzige harsche Kritik des Trainers, der mit seinem Team zu Recht sehr zufrieden war. Auch Claus Costa wollte er keinen Vorwurf machen, weil dieser in der Schlussphase energisch in den Strafraum eindrang, den Ball aber unerreichbar für seine Mitspieler in die Mitte schlug. „Claus ist nun mal kein Linksfuß“, erklärte Meier. „Diesen Ball hätte man als Banane nach innen spielen müssen, aber das kriegt er als Rechtsfuß nicht hin. Wenn man so will, war da der falsche Mann am richtigen Platz.“
Was aber nur für die Offensive galt, wo Costa noch eine gute Kopfballchance ausließ - seinen Defensivjob erledigte der Blondschopf zuverlässig. Seine Nominierung war eine der „Millimeter-Entscheidungen“ Meiers, wie der Coach sie selbst nannte. „Dass ein Stephan Sieger gar nicht zum Kader gehörte, oder dass ich die Idee hatte, Olivier Caillas als Ex-Aachener den Vorzug vor Fabian Hergesell zu geben - das waren Dinge, mit denen ich lange schwanger gegangen bin“, erläuterte der 51-Jährige. „So werden wir auch Hamza Cakir nicht vergessen, nur weil er diesmal draußen blieb.“
Meier hat eben die große Auswahl. Irgendwann auch wieder im Tor, wenn Michael Melka sich fit melden sollte. Derzeit gibt es keinen Grund, den trotz Grippe glänzend disponierten Michael Ratajczak auf die Bank zu setzen. „Wie es mir geht? Es geht so“, sagte der 27-jährige Keeper nach dem Aachen-Spiel. „Ich muss mich bei unserem Physiotherapeuten bedanken. Er hat sich rührend um mich gekümmert und auch mein neues Outfit ausgesucht.“ Und das war allemal geschmackvoller als die gelben Ibisevic-Gedächtnisschuhe von Kapitän Andreas Lambertz.
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