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Fortuna: Fortunas Kämpfer Langeneke

VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 14.01.2011 - 07:57

Der Vize-Kapitän Jens langeneke weist die Optimisten, die an einen Aufstieg in die Fußball-Bundesliga denken, in die Schranken. Dennoch erwartet der Abwehrchef eine gute Rückrunde, die am Samstag gegen Energie Cottbus startet.

Ein großes Vorbild: Fortunas Vize-Käpt`n Jens Langeneke.  Foto: rpo, Falk Janning
Ein großes Vorbild: Fortunas Vize-Käpt`n Jens Langeneke. Foto: rpo, Falk Janning

Jens Langeneke ist ein Kämpfer, wie er im Buche steht. Keine Partie, die er vor dem Abpfiff verloren gibt. Kein Ball, dem er nicht mit letztem Einsatz nachgeht. In einem Punkt hat der Kampfgeist des Fortuna-Abwehrchefs jedoch Grenzen - wenn ihn die Super-Optimisten in Düsseldorf auf die Aufstiegschancen in dieser Zweitliga-Saison ansprechen. „Leute, lasst doch bitte mal die Kirche im Dorf“, sagt er dann mit Nachdruck. „Platz drei ist absolut utopisch. Um noch dorthin zu gelangen, müssten wir in der Rückserie mindestens 40 Punkte holen. Ich habe nichts gegen hohe Ziele, aber das ist Spinnerei.“

Langeneke hat das verinnerlicht, was andere Fußballer so oft als Floskel verwenden. Er denkt von Spiel zu Spiel, und insofern hat er nur den Rückrunden-Auftakt am Samstag (13 Uhr, Esprit-Arena) gegen Energie Cottbus im Blick. „Cottbus hat eine starke Hinserie gespielt, da müssen wir voll konzentriert sein“, meint der 33-Jährige.

Auf der anderen Seite habe die aktuelle Fortuna nicht mehr viel mit jener zu tun, die im August 0:2 in der Lausitz verlor: „Es ist schwer zu erklären, was damals in der Saison-Anfangsphase alles schief lief. Es gab eine Vielzahl von Gründen für unseren Fehlstart, eine Vielzahl von Kleinigkeiten. Entscheidend ist das, was wir daraus gemacht haben - speziell mit der Unterstützung unserer Fans.“

Nie werde er den Augenblick vergessen, als er mit seinen Kollegen in Osnabrück zum Warmmachen aufs Spielfeld kam. Die Fans feuerten das Team lautstark an, feierten vor allem Trainer Norbert Meier - und das nach sieben Niederlagen aus sieben Pflichtspielen. „Osnabrück war der Knackpunkt“, meint Jens Langeneke. „Auch dank der Fans haben wir die Punkte mitgenommen, und plötzlich war das Selbstvertrauen wieder da. Das Gefühl, doch noch gewinnen zu können.“

In der Folge fanden auch die neuen Spieler besser in die Mannschaft hinein. Sie nimmt der Vizekapitän besonders in Schutz: „Es ist ganz schwer, in ein Team hineinzukommen, in dem es nicht läuft.“ Inzwischen sieht das natürlich anders aus, und so traut Langeneke auch dem bisher recht glücklosen Angreifer Sándor Torghelle einige Rückrundentreffer zu: „Sándor ist auf einem guten Weg. Wenn er sich nicht zum falschen Zeitpunkt verletzt hätte, hätte er uns schon früher helfen können.“

Mit seiner eigenen Rolle ist der Routinier so zufrieden, wie sie ist. Ambitionen, vom zweiten zum ersten Kapitän aufzusteigen, habe er nicht. „Diese Rolle ist Lumpi einfach auf den Leib geschrieben. Zu einem Kapitän gehört weitaus mehr, als nur auf dem Feld eine Führungsfigur zu sein, und er macht das alles besser als ich.“

Auf dem Platz möchte er allerdings schon noch eine Weile den Ton mit angeben. Eineinhalb Jahre läuft sein Vertrag noch, „und vielleicht fühle ich mich dann ja noch fit genug, ein wenig weiterzumachen“.

Dass er anschließend sein früher ins Auge gefasstes Berufsziel Sportjournalist doch noch verwirklichen wird, hält der gebürtige Westfale inzwischen für wenig realistisch. „Das steht zwar in allen möglichen Fragebögen“, berichtet er, „aber die habe ich mal so ausgefüllt, als ich nach dem Vordiplom im Sportstudium zwei Semester Medien und Kommunikation studiert habe.“ Dann kam der Einstieg in den Profifußball - und der ließ keinen Raum mehr für die Schreiberei.

Quelle: RP

 
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