Fortuna: Fortunas starkes Gerüst
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 18.01.2011 - 07:48Fortunas #neuformierte „Doppel-Sechs“ mit Oliver Fink und Winter-Zugang Adam Bodzek hielt beim 3:1 gegen Cottbus das zentrale Mittelfeld zusammen. Die beiden legten den Grundstein für eine Klassepartie.
Norbert Meier hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass er Vertrauen in seine Mannschaft hat. Dass er an sie glaubt. Dennoch schien selbst der Trainer ein wenig überrascht, in welch starker Form sich Fortuna zum Rückrunden-Auftakt der 2. Fußball-Bundesliga präsentierte. Zum Beispiel darüber, dass Debütant Adam Bodzek beim 3:1 gegen Energie Cottbus im defensiven Mittelfeld so auftrumpfte, als wäre er schon immer bei Fortuna gewesen. Oder darüber, dass Sascha Rösler 82 Minuten durchhielt, obwohl er gerade eine Virusinfektion mit hohem Fieber überstanden hatte.
„Das konnte man wirklich nicht erwarten“, sagte Meier. „Nicht einmal ansatzweise war zu erkennen, dass Sascha noch vor kurzem so krank war.“ Das sah zwar tief in Röslers Innern ganz anders aus, wie der 33-Jährige gestand („Ich habe mich ziemlich schlecht gefühlt am Anfang“) – aber das hinderte ihn nicht daran, bei allen drei Treffern entscheidend mitzuwirken.
Geboren: 6. Juni 1982
Größe/Gewicht: 1,87 m/74 kg
Vereine als Spieler 1. FC Schlicht, 1. FC Schwandorf, SG Post/Süd Regensburg, Jahn Regensburg, Wacker Burghausen, SpVgg Unterhaching, Fortuna (seit 2009)
Spiele in der Zweiten und Dritten Liga: 133/ 34
Tore in der Zweiten Liga und Dritten Liga: 9/1
Neben der starken Verfassung von Kapitän Andreas Lambertz war es aber vor allem Bodzeks Auftritt, der nach dem Sieg über den bisherigen Tabellendritten haften blieb. Der 25-Jährige agierte nahezu fehlerlos, stoppte einen Cottbuser Angriffsversuch nach dem anderen und leitete etliche Gegenangriffe mit klugen Pässen ein. So mancher auf den Tribünen fragte sich, ob die Mittelfeld-Positionen beim MSV Duisburg wirklich so gut besetzt sind, dass die „Zebras“ einen Spieler wie Bodzek ohne Not ziehen lassen können.
„Man muss dabei immer wieder berücksichtigen, dass Adam erst seit ganz kurzer Zeit bei der Mannschaft ist“, betonte Meier, der einen solch gelungenen Einstand des gebürtigen Polen auch nicht auf der Rechnung gehabt hatte. „Oliver Fink und er haben das Zentrum gut zugemacht“, ergänzte der Coach, und so erhielt auch der zweite Teil von Fortunas bärenstarker „Doppel-Sechs“ das verdiente Lob.
Einen kleinen Seitenhieb für seinen unterm Strich konstantesten Spieler der Vorrunde wollte sich Meier allerdings nicht ersparen. „Olli braucht manchmal einen kleinen Tritt in den Hintern, damit er richtig wach wird im Spiel“, spottete der Coach. „Aber das ist ganz positiv gemeint. Er hat seine Qualitäten, das kann jeder sehen.“
In der Tat. Fink knüpfte nach einigen schlampigen Abspielen in der ersten halben Stunde – die ihm offenbar den verbalen Tritt des Trainers einbrachten – nahtlos an seine Klasse-Vorrunde an, ordnete das Spiel. Schließlich krönte er seine Leistung mit der Flanke zu Lambertz’ 2:0 und dem Kopfball zum entscheidenden 3:1. „Ich denke, damit haben wir Cottbus den Zahn gezogen“, sagte Fink mit jenem Lächeln, das ihm bei Meier einst den Spitznamen „Traum-Schwiegersohn“ eingebracht hatte.
„In der Gesamtheit war es die beste Leistung, die meine Mannschaft in dieser Saison abgeliefert hat“, analysierte der Coach. „Wir können sehr zufrieden sein, es war 90 Minuten lang eine runde Sache.“ Und die machte schon frühzeitig Appetit auf das Schlagerspiel am Sonntag (13.30 Uhr) bei Ligakrösus Hertha BSC
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