Fortuna: Frühes Jovanovic-Tor genügt
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 29.10.2008 - 20:53Es ist angerichtet für ein echtes Gipfeltreffen der Dritten Fußball-Liga. Am Sonntag erwartet Union Berlin die Fortuna im Jahn-Sportpark und die Düsseldorfer fahren als Tabellendritter zum Aufstiegskandidaten. Die Offenbacher Kickers machten ihnen vor 10.715 Zuschauern in der LTU-Arena das Leben allerdings sehr schwer. Bis der 1:0-Sieg der Hausherren unter Dach und Fach war, durfte manches Mal gezittert werden.
Ein wenig ist Stephan Sieger immer Offenbacher geblieben. Nicht nur, weil seine Frau aus der hessischen Stadt stammt. Auch der Verein, für den er bis zum Sommer vier Jahre lang spielte, ist dem 28-Jährigen ans Herz gewachsen. Wenn es sein Spielplan mit Fortuna zulässt, besucht der Mittelfeld-Akteur immer noch die Partien der Kickers.
Leicht wird es Sieger gestern nicht gefallen sein, gegen die alten Kollegen anzutreten. Schonen wollte er sie deshalb jedoch sichtlich nicht: In der 24. Minute verfehlte er mit einem schönen Kopfball nach herrlicher Flanke von Fabian Hergesell das Gehäuse seines Ex-Klubs nur knapp. Es war nur eine von fünf klaren Möglichkeiten, mit denen die Düsseldorfer ihre Pausenführung früh und möglicherweise schon vorentscheidend hätten ausbauen können.
Die Drittliga-Torjäger
1. Karim Benyamina (Union Berlin) 7 Tore
Massimo Cannizzaro (Rot-Weiß Erfurt) 7
3. Torsten Oehrl (Werder Bremen II) 6 Tore
Marco Calamita (Wacker Burghausen) 6
Albert Bunjaku (Rot-Weiß Erfurt) 6
Julian Schieber (VfB Stuttgart II) 6
Nach 45 Minuten hieß es indes nur 1:0, herausgearbeitet durch einen sehenswerten Doppelpass zwischen dem Torschützen Ranisav Jovanovic und dessen Sturmpartner Axel Lawarée. Der gebürtige Berliner mit serbischem Pass erzielte damit bereits seinen vierten Treffer im sechsten Spiel für Fortuna.
Doch trotz dieses verdienten Vorsprungs ging es der Truppe von Trainer Norbert Meier gestern nicht so leicht von der Hand wie am Samstag in Stuttgart. Konnte es auch nicht, weil die Offenbacher viel nachdrücklicher zur Sache gingen als die VfB-Zweitvertretung, die Deckung der Gastgeber damit unter Druck setzten. Folglich wirkte diese weniger geordnet ein Manko, das sich im nicht immer präzisen Spielaufbau fortsetzte.
Zur Beruhigung trug nicht gerade bei, dass Clement Halet schon nach 70 Sekunden der zweiten Hälfte ausscheiden musste. Der Franzose hatte es noch einmal probiert, humpelte aber im Tausch gegen Johannes Walbaum vom Feld. Und das nächste Pech folgte: Nach Ahmet Cebes Volleyschuss ins Netz erkannte das Schiedsrichter-Gespann auf Abseits eine umstrittene Entscheidung.
Cebe hätte acht Minuten vor dem Ende seine Abendbilanz dennoch maßgeblich aufbessern können. Nach einem kapitalen Fehler von Marc Heitmeier lief er allein aufs Tor zu, setzte den Ball aber daneben. Von großer Bedeutung war diese Szene letztlich nicht mehr. Anders als die Gelbe Karte gegen Olivier Caillas: Der Flügelflitzer ist damit in Berlin gesperrt.
STATISTIK ZUM SPIEL
Fortuna Düsseldorf - Kickers Offenbach 1:0 (1:0)
Düsseldorf: Fortuna: 1 Michael Melka - 16 Clement Halet (47. Walbaum), 6 Jens Langeneke, 21 Hamza Cakir, 24 Fabian Hergesell - 8 Stephan Sieger, 30 Olivier Caillas (85. Costa), 17 Andreas Lambertz, 15 Ahmet Cebe - 9 Ranisav Jovanovic (75. Heidinger), 25 Axel Lawarée. Auf der Bank: 22 Michael Ratajczak, 3 Claus Costa, 4 Robert Palikuca, 7 Marco Christ, 11 Sebastian Heidinger, 18 Deniz Kadah, 40 Johannes Walbaum. Trainer: Norbert Meier.
Offenbach: 28 Robert Wulnikowski - 6 Martin Hysky, 13 Marc Heitmeier, 14 Michael Kokocinski (41. Brighache), 11 Christian Fröhlich (62. Baier), 9 Matthias Morys, 2 Alexander Huber, 8 Daniel Damm, 17 Stefan Zinnow, 18 Steffen Haas (71. Tosunoglu), 20 Mirnes Mesic. Auf der Bank: 25 Thomas Wiener, 5 Maik Schutzbach, 10 Benjamin Baier, 15 Christian Pospischil, 23 Sebastian Becker, 30 Fouad Brighache, 7 Tufan Tosunoglu. Trainer: Hans-Jürgen Boysen.
Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)
Tor: 1:0 Jovanovic (10.)
Zuschauer: 10.715
Gelbe Karten: Caillas (5) - Huber
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