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Fortuna: FSV beeindruckt mit starken Auftritten

VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 09.09.2010 - 17:27

Der FSV Frankfurt, Fortunas nächster Gegner, ist gut aus den Startlöchern zur neuen Saison gekommen. Der Beinahe-Absteiger der vergangenen Saison putzte in der Vorbereitung den SC Freiburg mit 4:1, sicherte sich durch einen souveränen 2:0-Erfolg im Pokal gegen den SC Paderborn 350.000 Euro Fernsehgeld und bezwang am ersten Zweitliga-Spieltag den Aufstiegsanwärter Arminia Bielefeld mit 2:1.

Die Mannschaft von Trainer Hans-Jürgen Boysen (53) unterlag zwar am zweiten Spieltag mit 0:1 bei Rot-Weiß Oberhausen, zeigte aber auch dort eine gute Leistung und war die spielerisch klar bessere Mannschaft. Lediglich bei der Chancenverwertung haperte es.

Die Hessen haben bei den Beobachtern mit ihren überraschend starken Auftritten für Eindruck gesorgt. Der Brasilianer Cidimar, der Fortuna durch seine beiden Tore beim 2:0-Sieg im März im Alleingang erschossen hatte, weiß um die Qualität seiner Blau-Schwarzen. Der Stürmer kündigte vor Saisonbeginn keck an, dass der Fußball-Sport-Verein sogar um den Aufstieg mitspielen könne, wenn ihm ein guter Start gelingt. Das traut den Bornheimern aber (zumindest bis dato) sonst kaum einer zu.

Frankfurter Fehlstarts

Info

Der direkte Vergleich

In vier Zweitligaspielen gegeneinander gelangen der Fortuna bislang zwei Siege und ein Remis. Ein Spiel ging verloren. In der Aufstiegs-Saison 94/95 gab es in Frankfurt einen 2:1-Erfolg (Tore: Mill, Katemann - Kapetanovic). Im Rückspiel glichen Glavas und Katemann durch ihre Treffer einen 0:2-Rückstand noch in ein 2:2 aus. Im vergangenen Jahr gab es daheim nach einem 0:1-Pausenrückstand noch einen 4:1-Sieg (Fortuna-Tore von Harnik, Langeneke, Jovanovic und Christ) sowie im Rückspiel eine 0:2-Niederlage.

Das liegt vor allem daran, dass sie zum dritten Mal in Folge ihre Truppe zwischen den Spielzeiten fast komplett austauschen mussten. Die Schwarz-Blauen versuchten vergeblich, eine erneute extreme Spielerrotation zu verhindern. In den vergangenen Jahren hatte das nämlich dazu geführt, dass die Mannschaft nicht eingespielt war und katastrophale Saisonstarts hinlegte. Nach den Hinrunden der Spielzeiten 2008/09 und 2009/10 standen nur 13 Zähler zu Buche. Durch erfolgreiche Aufholjagden in den zweiten Saisonhälften gelangen in letzter Sekunde noch die Sprünge auf den rettenden 15. Tabellenplatz.

Etat reduziert

Eine Reduzierung des Personaletats um 600.000 Euro auf 4,6 Millionen sorgte am Bornheimer Hang aber dafür, dass auch diesmal 18 Spieler den Klub verließen und 13 neue anheuerten. Der Trainer musste Akteure abgeben, die in seiner Planung eine zentrale Rolle spielen sollten. Für Aufsehen sorgte dabei, dass Kapitän Sead Mehic (35) und Innenverteidiger Markus Husterer (27) auf die andere Main-Seite zum Drittligisten Offenbacher Kickers wechselten, wo sie mehr Geld verdienen können. Mit Mehic hat die Mannschaft ihre Führungsfigur verloren.

Abgänger: Klitzpera und Voigt

Und auch Andreas Klitzpera (32) und Martin Voigt (32) spielen nun in neuen Trikots. Der Abgang der beiden Verteidiger sorgte für Aufsehen. Boysen hatte auf Klitzpera (jetzt bei Wolfburg II) gesetzt, der für ihn der verlängerte Arm auf dem Platz war. Doch der wollte die finanziell reduzierte Offerte des Vereins nicht annehmen und kickt nun lieber zwei Ligen tiefer in der Regionalliga Nord beim VfL Wolfsburg II. Kurios war Voigts Abgang: Die Frankfurter boten dem Ex-Gladbacher, der eine starke Rückrunde spielte, einen Vertrag mit einem um 40 Prozent reduzierten Gehalt an. Als Voigt einwilligte, zog der FSV sein Angebot zurück. Voigt spielt jetzt wieder beim Drittligisten Carl-Zeiss Jena.

Sieben blieben übrig

Anders als in den Vorjahren hatte der FSV seinen Kader diesmal bereits vor dem ersten Pflichtspiel komplett und muss keinen Spieler mehr „nachverpflichten“. Von der Mannschaft, die am letzten Spieltag gegen die TuS Koblenz auflief, bleiben noch sieben Profis übrig: Torwart Patric Klandt, die Verteidiger Gledson und Stefan Hickl, Regisseur Jürgen Gjasula, Dauerläufer Marc Gallego sowie die Stürmer Cidimar und Sascha Mölders.

Durchschnittsalter: 25,1 Jahre

Trainer Hans-Jürgen Boysen, Geschäftsführer Bernd Reisig und Sportmanager Uwe Stöver sind zwar vorsichtig und geben ausschließlich den Klassenerhalt als Ziel aus. Sie sind aber fest davon überzeugt, dass der aktuelle Kader stärker ist als der des vergangenen Jahres, an spielerischer Qualität gewonnen und zudem schwieriger auszurechnen ist. Die Mannschaft ist stark verjüngt, das Durchschnittalter auf 25,1 Jahre gesunken.

Zwei Kreative im Mittelfeld

Boysen arbeitet mit Feuereifer an der Weiterentwicklung seiner Truppe, der er großen Lernwillen attestiert. Der Trainer legt Wert auf eine klare spielerische Linie, viel Ballbesitz und Kreativität. Er agiert im 4-1-4-1-System mit zwei Kreativen im Mittelfeld und sorgt so für mehr Torgefahr und Offensivkraft aus dem Mittelfeld als im vergangenen Jahr: Neben Regisseur Jürgen Gjasula läuft Mike Wunderlich als Spielmacher auf, der vom Regionalligisten Rot-Weiß Essen gekommen ist und sich zwei Ligen höher auf Anhieb in der ersten Elf etabliert hat.

Bollwerk: Schlicke/Gledson

Boysen setzt auf Neuzugang Björn Schlicke vom MSV Duisburg und Gledson als Innenverteidiger-Bollwerk in der Abwehr. Die Außenverteidiger sind Christian Müller und der von Rostock gekommene Andreas Dahlén. Auf der Sechserposition hat sich aus Erfurt gekommene Samil Cinaz durchgesetzt. Die Position ist stark besetzt, denn in der Rolle des Reservisten steht der aus Nürnberg gekommene Jaouhar Mnari bereit, der seine Sache bislang fast ebenso gut gemacht hat.

Fillinger mit doppeltem Bänderriss

Vorne bekam Cidimar auf dem einzigen Angreiferposten bislang den Vorzug vor Sascha Mölders, der dafür aus dem offensiven Mittelfeld nach vorne stößt. Pech hatte in der Vorbereitung der 26-jährige linke Mittelfeldspieler Mario Fillinger (13 Bundesliga-Spiele für den HSV), der sich einen doppelten Bänderriss im rechten Knöchel zuzog und mehrere Wochen pausieren muss.

Quelle: jan

 
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