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Fortuna: FSV-Serie flößt Fortuna Respekt ein

VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 11.03.2010 - 12:21

Fortuna steht am Samstag (13 Uhr im Live-Ticker) beim FSV Frankfurt vor einer undankbaren Aufgabe. Beim Blick auf die Tabelle scheint die Sache eindeutig: Der mit der Bundesliga liebäugelnde Vierte spielt beim vom Abstieg bedrohten Drittletzten. Doch Vorsicht: Beim Vergleich der jüngsten sechs Partien ergibt sich ein ganz anderes Bild, da sind die Bilanzen der beiden Teams fast identisch.

Bejubelt mit seinem Team einen Heimsieg: Hans-Jürgen Boysen.  Foto: rpo, Falk Janning
Bejubelt mit seinem Team einen Heimsieg: Hans-Jürgen Boysen. Foto: rpo, Falk Janning

Beide Mannschaften holten zuletzt zehn Punkte (der FSV schoss dabei 6:3 Tore, die Fortuna 7:3). Die Rot-Blauen haben sich gesteigert, sind seit sechs Spielen ungeschlagen, holten zuletzt ein respektables 1:1 beim 1. FC Kaiserslautern.

Die Frankfurter spielen eine launische und kuriose Saison: Nach dem zweiten Spieltag waren sie Letzter, nach dem achten war schon der Trainer weg. Tomas Oral wollte nicht mehr. Ein Nachfolger wurde schnell in der unmittelbaren Nachbarschaft gefunden: Hans-Jürgen Boysen (52) wechselte von Kickers Offenbach nur ein paar Kilometer weiter in Richtung Norden.

Der FSV blieb unter Boysen im Keller, pendelte stets zwischen Platz 16 und 18. Er verkürzte am letzten Spieltag der Hinrunde den Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze durch ein 1:0 in Koblenz auf sechs Punkte. Nach diesem wichtigen Dreier glimmte wieder etwas der Hoffnungsfunke.

Aber er erlosch vollends, als die Mannschaft mit zwei 0:5-Niederlage gegen Duisburg und Fürth binnen sechs Tagen in die Rückrunde startete. Da hätte wohl kaum noch jemand einen Pfifferling auf den Klassenerhalt des FSV gesetzt. Die erbärmlichen Auftritte des FSV kamen einem fußballerischen Offenbarungseid gleich.

Info

Die direkten Vergleiche

In der 2. Liga trafen der FSV Frankfurt und Fortuna bislang dreimal aufeinander: In der Saison 1994/95 gewannen die Fortunen das Hinspiel am 16. Oktober 1994 mit 2:1 (1:0). Die Torfolge: 0:1 (35.) Frank Mill, 0:2 (85.) Harald Katemann, 1:2 (89.) Sead Kapetanovic.

Das Rückspiel in Düsseldorf endete am 13. April 1995 mit 2:2 (1:2). Die Torfolge: 0:1 (11.) Miklos Molnar, 0:2 (26.) Chris Henderson, 1:2 (33.) Vlatko Glavas, 2:2 (89.) Harald Katemann.

Im Hinspiel der laufenden Spioelzeit setzte sich Düsseldorf in der heimischen Esprit-Arena am 18. Oktober 2009 mit 4:1 (0:1) durch. Die Torfolge: 0:1 (35.) Matias Cenci, 1:1 (57.) Martin Harnik, 2:1 (70.) Jens Langeneke, 3:1 (77.) Ranisav Jovanovic, 4:1 (86.) Marco Christ.

Umso erstaunlicher ist nun die Rückkehr der Boysen-Elf: Sie hat seit den beiden Debakeln nicht mehr verloren, mit neuer Geschlossenheit den Kontakt zu den Nichtabstiegsplätzen wieder hergestellt und weiter alle Chancen auf den Klassenverbleib. Zwei Punkte beträgt derzeit der Rückstand nur noch auf den Viertletzten Hansa Rostock. Das hätte vor kurzem noch niemand für möglich gehalten.

Probleme bei Standards

Es war sogar noch mehr drin, doch verpasste die Mannschaft mögliche Erfolge in den Partien gegen Cottbus und in Lautern, weil sie zu leichtfertig mit ihren Chancen umging.

Bemerkenswert ist die Stabilisierung der Defensive unter Boysen: Der FSV hat zwar immer noch die zweitmeisten Gegentore der Liga auf dem Konto, doch die Tage der offenen Türen gehören der Vergangenheit an. Die Bornheimer haben während der jüngsten sechs Partien keinen einzigen Gegentreffer aus dem Spiel heraus kassiert (die drei Gegentore fielen alle nach Standardsituationen).

Der FSV hat sich nach den beiden Spielen mit 0:10 Gegentoren gesteigert, weil der Trainer sieben Spieler in die zweite Mannschaft verbannte und zwei Zugänge bekam, die optimal einschlugen. Vlad Munteanu ist in die Rolle des Regisseurs gewachsen, der sein Potenzial längst noch nicht ausgeschöpft hat. Der offensive Mittelfeldspieler Sascha Mölders bringt Boysen nun in die Lage, auch einmal mit zwei Spitzen spielen zu können.

Für die neu gewonnene Stabilität der Frankfurter stehen der Keeper Patrick Klandt, die Kreativabteilung um Jürgen Gjasula und Sead Mehic sowie die Vierer-Abwehrkette mit Innenverteidiger Alexander Klitzpera. Der frühere Aachener und Bielefelder Bundesligaspieler gehörte zuletzt zu den Besten seiner Elf, sein Name steht gleichbedeutend für den Aufschwung der Bornheimer.

Ähnliches gilt für den Brasilianer Gledson, dem Boysen erfolgreich eingetrichtert hat, auf seine leichtsinnigen Aktionen zu verzichten. Der frühere Rostocker war zuletzt ebenfalls einer der besten auf dem Platz. Der viel gescholtene Linksverteidiger Alexander Voigt hat sich ebenfalls gesteigert. Und auf rechts verliert Christian Müller nach konstant soliden Vorstellungen ohne Aussetzer sein Image als Unsicherheitsfaktor.

Die Ungeschlagen-Serie hat für allgemeine Erleichterung rund um den Bornheimer Hang gesorgt. Der Glaube an den Klassenerhalt ist allgegenwärtig. Als positiv empfinden die Menschen rund um den Verein dabei das geschlossen starke Auftreten der Mannschaft.

Am Samstag wollen die Frankfurter gegen Fortuna den nächsten Schritt zum Ligaverbleib machen.


 
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