Kommentar: Geldstrafen allein genügen nicht
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 09.11.2008 - 20:02Ein paar Monate lang herrschte trügerische Ruhe. Jetzt aber meldet sich die gewalttätige Szene zurück, die den Fußball als Vorwand für ihre kriminellen Taten missbraucht.
Zunächst in Dresden, wo besonders zynische Zeitgenossen in der Nacht nach einer Dynamo-Niederlage auf dem Trainingsgelände des Drittligisten elf Gräber aushoben. Am Samstag nun war Düsseldorf der Schauplatz von abscheulichen Ausschreitungen diesmal nicht vom mehrfach vorbelasteten Fortuna-Anhang, sondern von Rowdies, die sich „Fans” des Wuppertaler SV nennen.
Der Deutsche Fußball-Bund hatte offenbar Ähnliches erwartet und in Hans Florin einen Sonderbeobachter in die LTU-Arena beordert. Er notierte fleißig, hat seinen Bericht auch schon an den Kontrollausschuss des DFB weitergeleitet, wie er unserer Zeitung mitteilte.
Wichtig wäre nun, dass der DFB endlich einmal zu drakonischen Strafen greift. Geldstrafen sind schön und gut, können einem Verein auch durchaus weh tun abschreckend aber wirken sie nicht, wie die vielen Fälle der vergangenen Jahre beweisen. Im Fortuna-Fanblock ist es entschieden ruhiger geworden, seit der Verband einmal als Folge Düsseldorfer Randale in Essen die Zuschauerzahl für ein Heimspiel auf 15.000 beschränkte. Kurioserweise gegen den WSV.
Wenn Vorfälle wie jetzt in der LTU-Arena überhaupt wirksam bekämpft werden können, dann durch Platzsperren und Punktabzüge. Vielleicht wäre der DFB gut beraten, das Rückspiel in Wuppertal zum Geisterspiel zu erklären. Positiver Nebeneffekt: Dann wären wenigstens keine Racheakte des Düsseldorfer Anhang zu befürchten.
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