Fortuna: Genießen ist erlaubt
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 23:58Aufsteiger Fortuna Düsseldorf hat in der 2. Bundesliga schnell dazugelernt: Inzwischen können die Düsseldorfer einen Vorsprung auch erfolgreich verwalten. Am Sonntag (13.30 Uhr) geht‘s zum Tabellendritten Augsburg.
Für gewöhnlich hält es Norbert Meier mit dem Motto: Zufriedenheit bedeutet Stillstand, und Stillstand bedeutet Rückschritt. Nach dem streckenweise begeisternden 2:0-Sieg im Zweitliga-Derby gegen den MSV Duisburg gönnte sich Fortunas Trainer aber zumindest einen Hauch von Zufriedenheit. „Das muss man jetzt erst mal ein bisschen genießen”, sagte der 51-Jährige. „Wir haben das Derby gewonnen, und das ist immer ein besonderes Spiel. Ab Montag beginnt dann die Vorbereitung auf die Partie in Augsburg.”
Nach dem 90-minütigen Vormittagstraining endete der aktive Teil der Vorbereitung allerdings schon wieder, denn für Montagnachmittag und Dienstag gab Meier den Derby-Helden verdientermaßen frei. Ranisav Jovanovic muss sich sogar auf noch mehr Freizeit einstellen: Fortunas medizinische Abteilung diagnostizierte bei dem Serben einen Muskelfaserriss im Oberschenkel, so dass „Rani” neben dem Kracher am Karnevalssonntag beim Tabellendritten Augsburg auch noch einige Spiele mehr verpassen wird.
Der Zuschauer-Boom
Rekord Die 48.250 Zuschauer in der ausverkauften Esprit-Arena gegen Duisburg bedeuten Saisonrekord für die 2. Bundesliga.
Bestmarke für Fortuna in der Arena bleiben die 50.095 Fans beim 1:0 gegen Bremen II im Mai 2009.
Schnitt 26.224 Besucher kamen pro Heimspiel in dieser Saison.
„Das ist natürlich schade, denn Rani hat schon oft bewiesen, wie wertvoll er für uns ist”, meinte Meier. „Auf der anderen Seite ist es ja nichts Neues bei uns, dass Spieler für verletzte Kollegen in die Bresche springen müssen. Zum Glück hat das ja oft prima geklappt in dieser Saison.”
Torsten Oehrl oder Sebastian Heidinger, der gegen die sicherlich offensiv ausgerichteten Augsburger seine Schnelligkeit als Pluspunkt in die Waagschale werfen könnte, stehen als Vertreter Jovanovic‘ bereit.
Ob sie aber auch dessen Torgefährlichkeit adäquat ersetzen können, müssen sie noch beweisen: Immerhin traf der 29-Jährige in dieser Spielzeit bereits siebenmal und steht damit in der internen Torschützenliste Fortunas auf Rang zwei hinter Martin Harnik (zehn Treffer).
Der österreichische Nationalstürmer war mit seinem Traumtor zum 2:0 maßgeblich daran beteiligt, dass das Spiel vor ausverkauftem Haus zum Fest wurde. Fast noch beeindruckender als der Fußballrausch der ersten Hälfte war freilich, mit welcher Souveränität die Düsseldorfer den Sieg nach der Pause über die Runden schaukelten.
Hier zeigte sich, wie viel Fortuna innerhalb dieser insgesamt überzeugenden Saison dazugelernt hat: Die Mannschaft ist jetzt in der Lage, das Tempo zu variieren, einen Vorsprung zu sichern. Noch beim 3:2 gegen Bielefeld war das nach vergleichbarer erster Halbzeit nicht gelungen, hatte sich Fortuna zwischenzeitlich das Heft aus der Hand nehmen lassen.
Gegen Duisburg bestand diese Gefahr nie - aber diese Feststellung beinhaltet für Meier dann doch einen Schuss zuviel Zufriedenheit: „Wir haben noch immer sehr viel zu lernen.”
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