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Fortuna: Harnik dreht das Spiel im Alleingang

VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 20.11.2009 - 19:57

Mit einem Doppelpack hat der Österreicher Martin Harnik den Heimnimbus von Aufsteiger Fortuna Düsseldorf in der 2. Fußball-Bundesliga gewahrt. Harnik traf beim 2:1 (0:0) der Rheinländer gegen Erstliga-Absteiger Energie Cottbus in der 63. und 85. Minute. Emil Jula hatte die Gäste nach einem Abwehrfehler der Gastgeber in Führung gebracht (57.). Nach dem 2:1 gegen Energie Cottbus ist Fußball-Zweitligist Fortuna im eigenen Stadion seit mehr als sieben Monaten ungeschlagen.

Es roch ein wenig nach der ersten Heimniederlage seit langer Zeit. Vor sieben Monaten und einem Tag hatten Fortunas Fußballer zum bislang letzten Mal im eigenen Stadion verloren -­ gegen Union Berlin, das am 19. April in der Esprit-Arena mit 1:0 gewonnen hatte. Am Freitag ging Erstliga-Absteiger Energie Cottbus in Führung, und die Mannschaft von Trainer Norbert Meier schien angeschlagen. Martin Harnik aber sorgte mit zwei Treffern dafür, dass die Serie hielt. Fortuna siegte 2:1 -­ und das war gewiss nicht selbstverständlich.

Ein schlechtes Omen war allein schon der Gästecoach. Als „Pele” Wollitz noch in Osnabrück arbeitete, verloren die Düsseldorfer meist gegen den VfL. Am Freitag richteten sich viele Blicke auf den Trainer, denn am Tag „seines” Gastspiels in der Arena wurden Vorwürfe laut, dass der VfL Osnabrück zu Wollitz‘ Trainerzeiten in den Wettskandal verstrickt gewesen sei. Auch wenn der Coach dabei nicht persönlich bezichtigt wurde ­- es war am Freitag keine leichte Aufgabe für den 44-Jährigen, sich auf das Spiel zu konzentrieren.

Info

Herr Ratajczak, wie haben Sie das nicht gegebene Tor für Cottbus in der Nachspielzeit erlebt?

Ratajczak: Das war ganz klar Foulspiel. Ich habe nur noch weiß gesehen, bin blockiert worden und hatte überhaupt keine Chance an den Ball zu kommen.

Sonst war es eher ein ruhiger Abend für Sie?

Ratajczak: Ja, in der Tat. Das haben wir in der Abwehr gut gelöst.

Und zum Spiel ...

Ratajczak: Der Sieg ist verdient. Vor unserem zweiten Treffer, als Zoundi am Boden lag,  haben die Cottbuser den Ball nicht ins Aus gespielt, wie sich das gehört. Als Lumpi den direkten Konter zum Tor gefahren hat, da haben die reklamiert. Aber da durften sie sich nicht mehr beschweren. 

Die Gastgeber hatten es in diesem Punkt leichter, denn zumindest nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen hat Fortuna mit dem Wettskandal nichts zu schaffen. „Es gibt keinerlei Kontakte in dieser Richtung”, sagte der Vorstandsvorsitzende Peter Frymuth, „keine Anfrage von Polizei oder Staatsanwaltschaft, gar nichts. Wir haben zwar einige Male für Spannung gesorgt in der vergangenen Saison, aber immer nur im sportlichen Sinne.”

So auch am Freitag, bis Harnik alles in einem Riesenjubel auflöste. Schade nur, dass der brasilianische Innenverteidiger Anderson mit muskulären Problemen im Oberschenkel früh ausscheiden musste.

Schade auch, dass sich Wollitz nach der Partie zu einer Bemerkung über Meiers Kopfstoß-Affäre zu Duisburger Zeiten hinreißen ließ. Später relativierte der wegen des Wettskandals sichtlich aufgewühlte Coach seinen emotionalen Ausbruch vor den Fernsehkameras wieder, und Meier trug es Wollitz auch nicht nach.

„Pele ist noch ein junger Mann, und für ihn kam heute emotional viel zusammen”, meinte der Fortuna-Trainer. „Es ist nichts passiert, wir beide haben uns wieder lieb. Ich kann nur sagen: Ich wünsche Pele nicht, dass er mal in eine solche Situation gerät wie ich damals.”


Statistik

Fortuna - FC Energie Cottbus 2:1 (0:0)

Düsseldorf: 22 Michael Ratajczak - 2 Christian Weber, 20 Anderson (24. Sieger), 6 Jens Langeneke, 21 Johannes van den Bergh - 7 Oliver Fink, 3 Claus Costa, 10 Marco Christ (61. Zoundi), 17 Andreas Lambertz - 9 Ranisav Jovanovic, 34 Martin Harnik (89. Gaus). Auf der Bank: 33 Max Schulze Niehues, 4 Robert Palikuca, 8 Stephan Sieger, 11 Sebastian Heidinger, 15 Patrick Zoundi, 19 Marcel Gaus, 30 Olivier Caillas. Trainer: Norbert Meier

Cottbus: 30 Gerhard Tremmel - 38 John Adam Straith, 25 Markus Brzenska, 24 Igor Mitreski, 5 Sascha Dum, 15 Alexander Bittroff - 27 Ovidiu-Nicusor Burca (89. Petersen), 18 Marc-André Kruska, 10 Stiven Rivic (75. Shao),  - 14 Sergiu Radu (75. Kweuke), 9 Emil Jula. Auf der Bank: 34 Frank Lehmann, 3 Valerij Sokolenko, 8 Bernardo de Oliveira, 11 L. Kweuke, 20 Jiayi Shao, 26 Nils Petersen. Trainer: Wollitz.

Schiedsrichter: Bibiana Steinhaus (Hannover)

Tore: 0:1 Jula (57.), 1:1 Harnik (64.), 2:1 Harnik (85.)

Zuschauer: 20.100

Gelbe Karten: Lambertz (2) - Dum (2), Rivic, Tremmel

Quelle: RP

 
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