Fortuna: Höhenflug gestoppt
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 18.02.2011 - 20:02Eine tiefe Freundschaft wird es gewiss nicht mehr zwischen Schiedsrichter Deniz Aytekin und Fortuna Düsseldorf. Im Hinspiel der 2. Fußball-Bundesliga gegen den VfL Bochum hatte der Hüne aus dem bayrischen Oberasbach eine glasklare Tätlichkeit des Bochumers Chong Tese übersehen und diesem damit den späteren 1:0-Siegtreffer ermöglicht.
Bei der Revanche am Freitagabend schenkte Aytekin dem VfL abermals die Führung, indem er ein deutlich außerhalb des Strafraums verübtes Foul von Johannes van den Bergh an Mirkan Aydin in den Sechzehner verlegte. 1:0 durch Marcel Maltritz' Elfmeter – der Grundstein zum 2:0-Sieg des Aufstiegskandidaten.
Streng nach der Zweitliga-Tabelle war es lediglich das Duell des Dritten mit dem Neunten. Ein wenig mehr steckte aber schon drin im alten Westderby. Wenn man sich den kleinen Kniff erlaubt und die ersten – von Fortuna allesamt verlorenen – Saisonspiele aus der Tabelle herausrechnet, dann waren die Düsseldorfer vor dem Anpfiff am Freitagabend Spitzenreiter, und das punktgleich mit dem VfL Bochum.
4.000 Fortuna Fans sorgten für Heimspiel-Atmosphäre
Hallo Oliver Fink, wie haben Sie das Spiel erlebt?
Oliver Fink: Wir haben zu wenig Chancen herausgespielt und verdient verloren.
Man hatte den Eindruck, als würde bei ihrer Mannschaft die Überzeugung fehlen, das Spiel gewinnen zu können.
Oliver Fink: Richtig, wir haben irgendwie nicht an unsere Siegchance geglaubt, haben nicht gallig genug gedrängt. Wir haben auch teilweise schlecht gestanden. Bochum war im Mittelfeld oft in Überzahl und hat das gut genutzt.
Ein Spitzenspiel durch die Hintertür also, zwischen den beiden besten Zweitligisten ab dem siebten Spieltag. Was wäre in dieser Saison nicht alles möglich gewesen, hätte die Truppe von Trainer Norbert Meier doch nur nicht den Startschuss völlig verschlafen.
Für die Partie in Bochum galt das ganz und gar nicht. Die Düsseldorfer begannen forsch, im Stile einer Heimmannschaft. Vielleicht lag das ja an einer kleinen Trickserei Meiers: Er hatte auf die sonst übliche gemeinsame Hotelübernachtung verzichtet und sein Team erst am Spieltag zusammengezogen. Wie bei einem Heimspiel eben – und in der Düsseldorfer Arena hat Fortuna ja zuletzt achtmal in Folge gewonnen.
Die mehr als 4000 rot-weißen Fans taten ihr Übriges, Landeshauptstadt-Flair an die Ruhr zu transportieren. Sie erlebten zunächst einen klarer strukturierten Spielaufbau ihres Teams. Zumeist über den ganz starken Oliver Fink starteten die Gäste immer wieder viel versprechende Angriffe, während der VfL bis zur Elfmeterszene vergeblich nach einem Rezept suchte.
Das Manko der Fortunen war jedoch der fehlende Zug zum Tor, der unbedingte Wille zum erfolgreichen Abschluss. Und so musste Bochum kaum ernsthaft um seine glückliche Führung fürchten, bis Ümit Korkmaz den Deckel auf die Partie setzte. Ausgangspunkt war Düsseldorfs Torhüter Michael Melka, der ohne jede Not Assani Lukimya anspielte, den an der eigenen Strafraumgrenze gleich mehrere Bochumer umlagerten. Derart unter Druck, brachte Fortunas Innenverteidiger den Ball nicht kontrolliert aus der Gefahrenzone, und Korkmaz traf mit einem zur Bogenlampe abgefälschten Schuss. 2:0 – ein Resultat, das klarer war als die Kräfteverhältnisse auf dem Rasen.
VfL Bochum - Fortuna 2:0
Bochum: Luthe - Kopplin, Maltritz, Yahia, Ostrzolek - Vogt, Johansson - Dedic (89. Federico), Azaouagh, Korkmaz (77. Tese) - Aydin. - Trainer: Funkel
Düsseldorf: Melka - Schwertfeger, Lukimya-Mulongoti, Langeneke, van den Bergh (46. Weber) - Bodzek, Oliver Fink - Beister, Dum (74. Bröker) - Ilsö, Rösler (46. Ranisav Jovanovic). - Trainer: Meier
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)
Tore: 1:0 Maltritz (24., Foulelfmeter), 2:0 Korkmaz (58.)
Zuschauer: 24.100
Gelbe Karten: Ostrzolek (2), Azaouagh (2) - van den Bergh (3), Rösler (4), Bodzek (2)
Erweiterte Statistik:
Torschüsse: 11:9
Ecken: 4:3
Fouls: 15:18
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