Fortuna: In Bestbesetzung gegen Union
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 22.01.2010 - 06:58Rechtzeitig vor dem Duell der starken Zweitliga-Aufsteiger aus Düsseldorf und Berlin (Freitag, 18 Uhr, LIVE!-Ticker) kann Trainer Norbert Meier wieder auf seinen Regisseur Marco Christ zählen. Fortunas. Das Lazarett hat sich gelichtet.
Wenn es gegen Union Berlin geht, kennen Fortunas Fußballer keine Zipperlein. Trotz einer schmerzhaften Wadenprellung, die ihn am Mittwoch noch das Training abbrechen ließ, sprintete Innenverteidiger Jens Langeneke am Donnerstag schon wieder wie ein junges Reh über den Trainingsplatz.
Und Marco Christ, der nach seinem zweiten Innenband-Teileinriss im Knie eigentlich langsam an die Mannschaft herangeführt werden sollte, macht kein Hehl daraus, gegen die Berliner unbedingt antreten zu wollen. Auch, weil er sich gerade beim 0:1 im Hinspiel nach einem Foul von Hüzeyfe Dogan die erste Knieverletzung zugezogen hatte.
Geplante Aufstellung Ratajczak - Weber, Anderson, Langeneke, van den Bergh - Costa - Lambertz, Christ, Heidinger (Fink) - Harnik, Jovanovic
Schiedsrichter Sein Comeback nach über elf Jahren bei einem Fortuna-Spiel feiert am freitag Michael Weiner aus Giesen. 1998 pfiff er ein Remis und eine Niederlage.
Norbert Meier sieht den Eifer gern. „Marco war mit seinem 45-Minuten-Einsatz einer der Garanten für die bessere zweite Hälfte beim 1:1 in Paderborn“, sagt der Trainer des Fußball-Zweitligisten. „Es hat ihm sehr gut getan, dass er im Trainingslager in Spanien früher als geplant wieder mit der Mannschaft arbeiten konnte. Das hat ihm geholfen, einige Schmerzpunkte zu vergessen.“ Ob es schon für 90 Minuten gegen die „Eisernen“ reiche sei ungewiss, meint Meier - vieles spricht jedoch dafür, dass Christ zur Startformation gehören wird.
Das Rennen um die Plätze ist allerdings offen wie nie in dieser Saison. Im kürzlich noch so dicht besetzten Lazarett finden sich nur noch Dmitri Bulykin, der in der nächsten Woche einen erneuten Wiedereinstieg ins Training probieren will, und der an einer Kapselverletzung laborierende Deniz Kadah.
Alle anderen Spieler sind fit, so dass Meier und sein Assistent Uwe Klein sich noch einige Gedanken über die Besetzung des 18er-Kaders machen müssen. „Jeder will dabei sein“, berichtet der Chefcoach mit einem süffisanten Schmunzeln. „Entsprechend hoch ist der Einsatz im Training. Wer nachlässt oder sich falsch behandelt fühlt, ist auf dem falschen Weg.“
Trotz seines guten Debüts wird der von Werder Bremen ausgeliehene Torsten Oehrl am Freitag wohl zunächst auf der Bank Platz nehmen. Zu stark ist das Gewicht der sieben Saisontreffer, die Ranisav Jovanovic nach Ablauf seiner Sperre in die Waagschale werfen kann. Oehrl hat aber gute Chancen, als Joker in die Partie zu kommen - und die Saison ist ja noch sehr lang.
Noch keine Neuigkeiten gibt es vor dem Duell der starken Aufsteiger an der Verhandlungs-Front. „Das sind zum Teil ganz schön schwierige Gespräche“, sagt Manager Wolf Werner und tritt damit Spekulationen entgegen, die Vertragsverlängerungen mit Leistungsträgern wie etwa Kapitän Andreas Lambertz seien Selbstläufer. Aber Werner ist auch Taktiker und spart gern jeden Euro, der möglich ist - die Tendenz bei „Lumpi“ geht ebenso wie bei Jovanovic oder Torhüter Michael Ratajczak eindeutig dahin, bei Fortuna zu bleiben.
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