Fortuna: Ingolstadt - die Fortuna-Kopie
VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 22.09.2010 - 08:31Der FC Ingolstadt, am Mittwoch (17.30 Uhr, Audi-Sportpark) Gastgeber der Düsseldorfer Fußball-Profis, ist vorn zu harmlos und kassiert viele Gegentore nach Standards - wie Fortuna.
Es ist das Spiel der beiden einzigen noch pluspunktlosen Teams in der 2. Liga. Ingolstadt hat als Tabellen-18. nach vier verlorenen Spielen 3:11 Tore auf dem Konto, Fortuna 2:7.
Der Verein
Der FC Ingolstadt 04 ging im Februar 2004 aus einer Fusion der Fußballabteilungen der beiden Vereine MTV und ESV Ingolstadt hervor, die in der Saison 1979/80 gemeinsam der 2. Bundesliga Süd angehörten. Der FC Ingolstadt geht in seine achte Spielzeit nach seiner Gründung. Er schaffte in seinem zweiten Jahr erstmalig den Aufstieg von der Bayernliga in die damals drittklassige Regionalliga.
In der Saison 2007/08 stiegen die Schanzer mit dem ehemaligen FC Bayern-Profi Thorsten Fink als Trainer erstmalig in die 2. Liga auf. Nach nur einer Spielzeit folgte der Abstieg. Im vergangenen Jahr kehrte die Mannschaft aber sofort wieder zurück: Sie qualifizierte sich als Dritter der 3. Liga für die Relegationsspiele gegen Hansa Rostock und setzte sich mit 1:0 und 2:0 durch.
Der Trainer
Michael Wiesinger arbeitet seit dem Frühjahr 2008 als Trainer bei den Audistädtern, schaffte innerhalb von zwei Jahren den Aufstieg von der fünften in die zweite Liga. Zunächst betreute der 37-Jährige die U23. Nach der Entlassung von Thorsten-Fink-Nachfolger Horst Köppel übernahm er am 9. November 2009 die erste Mannschaft, die er zurück in die 2. Liga führte. Für den 37-Jährigen ist es nach dem Ende seiner Profikarriere mit Stationen unter anderem beim 1. FC Nürnberg, 1860 München und FC Bayern die erste Trainerstation.
Der Mann, der gerne „erst kämpfen – dann schön spielen“ und „dreckige Punkte holen“ predigt, will seinen Erfolg bestätigen. Saisonziel ist nicht mehr als der Klassenerhalt. Sein großer Nachteil: Er muss mit einer Doppelbelastung klar kommen und für die Trainerlizenz in Köln die Schulbank drücken.
Stärken und Schwächen
Der FC Ingolstadt gewann zwar das DFB-Pokalspiel gegen den Karlsruher SC dank einer starken Leistung zwar mit 2:0 und steht zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in der 2. Runde. Doch in den vier folgenden Punktspielen, die allesamt verloren gingen, agierte das Team zu naiv und zahlte tüchtig Lehrgeld. Das Team hat sich noch nicht an das höhere Tempo und die körperbetontere Spielweise in der 2. Liga gewöhnt.
Die Schwächen ähneln dabei denen der Fortunen: Den Oberbayern fehlt ein Stabilisator mit Erfahrung. Der langzeitverletzte Kapitän Stefan Leitl ist dort nicht zu ersetzen. Und während vorne die meisten der wenigen Chance ausgelassen werden, kassiert die Elf in der Defensive nach individuellen Fehlern immer wieder dumme Gegentore - vor allem nach Standards.
Stärke der Mannschaft ist ihre forsche Jugend und Leidenschaft. Auch der Zusammenhalt ist ein Plus: Die Mannschaft hat sich gegenüber der vergangenen Saison kaum verändert, die Leistungsträger sind überwiegend an Bord geblieben.
Zu- und Abgänge
Namhafteste Zugänge sind Torwart Sascha Kirschstein von Rot-Weiss Ahlen, der auf der rechten Seite verteidigende ehemalige Bayern-Spieler Andreas Görlitz und der österreichische Nationalverteidiger Ronald Gercaliu, der vom SC Magna Wiener Neustadt wechselte. Der in Albanien geborene Außenverteidiger, der 14 Länderspiele für Österreich bestritt, musste allerdings jüngst am Meniskus operiert werden und fällt einige Wochen aus.
Den FCI verlassen haben Andreas Neuendorf (35) und Marco Sejna (38) in Richtung Hertha. Ein Desaster ist für die Ingolstädter das große Verletzungspech. Neben Gercaliu verletzte sich kurz vor dem Auftakt unter anderem auch noch Kapitän und Mittelfeldspieler Stefan Leitl (32), der mit einem Muskelbündelriss für mehrere Wochen ausfällt. Linksverteidiger Amaechi Igwe zog sich einen Bänderanriss im Knie zu und fällt für sechs bis acht Wochen aus.
Besonderes
Die Ingolstädter haben sich ein nagelneues Stadion gegönnt und wollen so die Begeisterung für Fußball wecken. Bislang kamen zu den Heimspielen kaum mehr als 3500 Zuschauer im Schnitt. In die 15.000 Besucher fassende neue Heimstätte sollen es nach dem Willen der Oberbayern doppelt so viele werden. Das ist im Dunstkreis der starken Konkurrenten FC Bayern, 1860 München, 1. FC Nürnberg und FC Augsburg nicht einfach.
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