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Fortuna: Joker Jovanovic sticht in Aue

VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 20.09.2008 - 15:54

Das war keine Glanzleistung der Fortuna. Die Düsseldorfer gewinnen am 50. Geburtstag ihres Trainers Norbert Meier zwar mit 1:0 (0:0) beim FC Erzgebirge Aue. Doch nach den 90 Minuten kann es nur heißen: Spiel schnell vergessen. Hauptsache gewonnen.

Info

Ergebnisse 5. Spieltag

Wacker Burghausen - SV Sandhausen 2:3 (0:1)
Kickers Emden - SC Paderborn 1:2 (0:1)
Rot-Weiß Erfurt - Stuttgarter Kickers 3:2 (1:1)
Erzgebirge Aue - Fortuna Düsseldorf 0:1 (0:0)
Jahn Regensburg - SpVgg Unterhaching 1:2 (0:0)
Kickers Offenbach - Carl Zeiss Jena 2:1 (0:1)
VfB Stuttgart II - VfR Aalen 0:0

Der Treffer gegen den dezimierten Tabellen-Vorletzten fiel erst, als das vermutlich niemand mehr im Stadion für möglich hielt. Drei Minuten vor Schluss schlug der eingewechselte Ranisav Jovanovic zu.

Das Tor hätte es freilich nie geben dürfen. Vorausgegangen war nämlich eine krasse Fehlentscheidung von Schiedsrichter Tobis Welz. Der Unparteiische hatte nach einem Schuss von Axel Lawarée über das Tor auf Eckball für Fortuna entschieden. Die von Olivier Caillas getretende Ecke verwandelte Jovanovic aus fünf Metern mit dem Kopf zum Tor des Tages.

Die Düsseldorfer haben nun 13 Punkte auf dem Konto und den Kontakt zu den Aufstiegsrängen wieder hergestellt. Sie klettern auf den fünften Rang.

Die 7400 Besucher im Erzgebirgsstadion sahen eine sehr schwache Begegnung, die ihren Unterhaltungswert allein aus der bis zum Schluss dauernden Spannung bezog. Spielerisch und technisch hatte die Begegnung unterirdisches Niveau, war ein Festival technischer Unzulänglichkeiten. Die beiden Kontrahenten hatten vor allem im Spielaufbau große Schwierigkeiten, schoben sich den Ball im Mittelfeld hin und her.

In der an Torchancen armen Partie hatte Fortuna aber die besseren Möglichkeiten und damit den Sieg unterm Strich auch verdient.  Die erste Chance besaß Claus Costa nach Flanke von Ahmet Cebe. Costa stand völlig frei, knallte das Leder aber freistehend auf Keeper Torwart Flauder. "Den muss ich am Torwart vorbeilegen. Der konnte ja gar nicht so schnell wegrennen, wie ich ihn angeköpft habe", sagte Costa nach dem Spiel.

Die besten Auer Möglichkeiten ließen Daniyel Cimen und Rene Klingbeil aus: Cimen fand bei einem Weitschuss in Michael Melka seinen Meister (23.), Marco Christ rettete nach einem Klingbeil-Kopfballfür seinen bereits geschlagenen Keeper auf der Linie (25.).

Knackpunkt der Partie war die 31. Minute, in der Steve Müller wegen groben Foulspiels die Rote Karte sah. Er hatte Axel Lawarée mit gestrecktem Bein niedergemäht. "Das Foul war sicher keine Absicht und im Übereifer des Gefechtes passiert. Doch es war auf jeden Fall dunkelrot", sagte Düsseldorfs Coach Meier nach dem Schlusspfiff.

Die Gäste übernahmen in Überzahl erst nach dem Seitenwechsel das Kommando und erarbeiteten sich ein optisches Übergewicht. Die größten Möglichkeiten besaßen Claus Costa (19., 66.) und Kenan Sahin, der mit seinem Schuss aus 16 Metern an der Latte scheiterte (50.).

Fortuna musste stets auf der Hut sein vor den Kontern der Auer, die durch Marc Hensel ihre beiden besten Chancen besaßen. Beide Male scheiterte er frei an  Melka.

Besser wurde das Düsseldorfer Spiel nach der Einwechslung von Ranisav Jovanovic, der beinahe mit seiner ersten Ballberührung einen Treffer erzielt hätte (65.) und auch mit gekonnten Vorlagen auf seine Mitspieler für viel Torgefahr sorgte.

Jovanovic' Treffer sorgte schließlich für gute Laune im Tross der Fortuna. Die Mannschaft hat nach dem zweiten Sieg in Folge wieder den Kontakt nach oben. Geburtstagskind Norbert Meier kündigte vor der 550 Kilometer langen Rückfahrt eine Überraschung an.

Für eine solche hatte er bereits vor dem Spiel gesorgt, als er Clement Halet statt Bruno Custos für den verletzten Rechtsverteidiger Johannes Walbaum aufbot. Er hatte erst am Frühstückstisch von seinem Glück erfahren. Für Halet war es ein gelungenes Debut im Fortuna-Trikot. 


STATISTIK ZUM SPIEL

FC Erzgebirge - Fortuna 0:1 (0:0)

Aue: 26 Stephan Flauder - 3 Tomasz Kos, 4 Thomas Paulus, 15 René Klingbeil, 21 Arne Feick, 6 Daniyel Cimen, 8 Steve Müller, 30 Fabian Müller, 11 Mabula Lukunku (49. Hochscheidt), 14 Skerdilaid Curri (84. Schmidt), 22 Marc Hensel. Auf der Bank: 1 Martin Männel, 9 Sebastian Glasner, 16 Felix Dojahn, 17 Jan Hochscheidt, 18 Maik Georgi, 10 Mohamed El Berkani, 19 Kenny Schmidt. Trainer: Heiko Weber.

Fortuna: 1 Michael Melka - 16 Clement Halet, 21 Hamza Cakir, 6 Jens Langeneke, 24 Fabian Hergesell - 3 Claus Costa, 7 Marco Christ (75. Lambertz), 15 Ahmet Cebe (82. Custos), 30 Olivier Caillas - 25 Axel Lawarée, 26 Kenan Sahin (63. Jovanovic). Auf der Bank: 22 Michael Rata, 2 Bruno Custos, 9 Ranisav Jovanovic, 11 Sebastian Heidinger, 17 Andreas Lambertz, 18 Deniz Kadah, 35 Andreas Altenbeck. Trainer: Norbert Meier.

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)

Tor: 0:1 Jovanovic (86.)

Zuschauer: 7400

Rote Karte: Steve Müller wegen groben Foulspiels (31.)

Gelbe Karten: Kos (3), Hensel (3), Hochscheidt (2)


 
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