Fortuna: Kommentar: Echte Fans müssen helfen
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 18.01.2010 - 01:21Einzeller, Vollpfosten, Schädlinge - die erdrückende Mehrheit unter den 4000 Fortuna-Fans in Paderborn bedachte die Handvoll Böllerwerfer, die fast für einen Spielabbruch gesorgt hätten, mit einer ganzen Reihe von wenig liebevollen Spitznamen. Wer dabei war, wird diese gern allesamt als zutreffend bezeichnen.
In Zukunft jedoch ist von den vernünftigen Düsseldorfer Anhängern nicht nur Kreativität beim Schimpfen gefragt, sondern Zivilcourage. Die merkwürdigen Typen, die Spieler und Zuschauer mit ihrem pubertären Feuerwerks-Quatsch gefährden, müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Und das geht nur, wenn umstehende Zuschauer den Ordnungskräften Hinweise geben. Nicht immer sind, wie zum Glück in Paderborn, Videoaufnahmen zur Hand, mit denen die Werfer identifiziert werden können.
Es hat nichts mit Denunzieren zu tun, wenn man die Täter meldet. Denn wenn die Böllerwerfer ungeschoren davonkommen, wird der Unsinn weitergehen und Fortuna wird weiterhin tausende Euro Strafe zahlen müssen. Diese Strafen können dazu führen, dass der nach wie vor nicht auf Rosen gebettete Verein einen Spieler, den er unbedingt halten oder verpflichten möchte, nicht mehr bezahlen kann. Echte Fans müssen entscheiden, was ihnen wichtiger ist: Falsch verstandene Solidarität mit Straftätern oder Unterstützung für den Verein.
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