Fortuna: Kommentar: "Gerechtigkeit für Ratajczak"
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 10.02.2011 - 08:01Am Sonntag spielt Fortuna gegen den FC Ingolstadt. Genau wie am 22. September, als Trainer Norbert Meier mit einer dicken Überraschung aufwartete. Beim FCI beorderte er damals Michael Melka anstelle von Michael Ratajczak ins Tor - nach nur vier Spieltagen, obwohl „Rata“ eine herausragende Vorsaison gespielt hatte.
Warum es dazu kam, ist nie klar geworden und heute noch unverständlicher als damals. Ratajczak hatte ein paar Unsicherheiten gezeigt, zugegeben, weil auch die Feldspieler allesamt verunsichert waren durch vier Auftaktpleiten. Melka indes begann in Ingolstadt gleich mit einem kapitalen Fehler, der einen Gegentreffer bei der 0:3-Blamage zur Folge hatte, und er strahlte auch in den folgenden 16 Partien selten Sicherheit aus.
Das war vielleicht solange zu tolerieren, wie keine zählbaren Folgen daraus resultierten. Inzwischen aber kosten Melkas Patzer Punkte, wie beim 2:4 in Berlin und beim 1:1 in München. Deutlich war dort zu sehen, dass die Sechziger beim Hertha-Spiel gut zugesehen hatten und deshalb die Bälle immer wieder mit Drall in den Strafraum flankten, um damit Melkas Flattern bei diesen Bällen gezielt auszunutzen. Auch künftige Gegner werden das tun.
Warum Melka bei Fortuna eine größere Lobby hat als Ratajczak, kann nur spekuliert werden. Das darf jedenfalls nicht der Grund dafür sein, es beim ungerechten Status quo zu belassen. Man muss sich nur Videos der beiden Konkurrenten ansehen, um zu erfassen, dass „Rata“ in entscheidenden Punkten Vorteile hat. Ein Beispiel: Da er mit einem statt beiden Beinen abspringt, kommt er mit mehr Dynamik in die Luftkämpfe.
Es geht jetzt wieder gegen Ingolstadt. Ein guter Zeitpunkt, Ratajczak eine längst verdiente Chance zu geben. Kürzlich hat Meier zwar gesagt: „Den Torhüter wechselt man nicht wie die Unterhosen.“ Mag sein, aber um im Kleidungsbild zu bleiben: Selbst ein Mantel muss irgendwann gewechselt werden - erst recht dann, wenn man ein besseres Exemplar im Schrank hat. Es heißt Michael Ratajczak.
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