Fortuna: Langeneke – alles Chefsache
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 14.02.2011 - 06:00Der 33-jährige Routinier vertrat Andreas Lambertz als Kapitän Fortunas und war beim 3:1 gegen den FC Ingolstadt der entscheidende Mann. Die Pfiffe einiger Zuschauer spornten ihn dabei nur noch mehr an.
Jens Langeneke hatte den Kaffee so richtig auf. Nichts ging zusammen bei seiner Fortuna in der ersten Spielhälfte, und so meckerte der Interims-Kapitän – korrekterweise – mit seinen Nebenleuten, haderte mit einigen Fans, die sich zu Unmutsäußerungen hinreißen ließen, und drosch den Ball zweimal voller Frust in die Karpaten.
Weit effektiver war jedoch, was der 33-Jährige nach der Pause anstellte: Da erzielte er das 2:1 und dann auch noch den Treffer zum 3:1-Endstand gegen den FC Ingolstadt. Jens Langeneke zeigte, nicht nur weil er als Vertreter des verletzten Andreas Lambertz die Kapitänsbinde trug, wo es lang geht. Alles Chefsache.
Aufsichtsrat zur Wahl
Versammlung Fortuna lädt ihre Mitglieder für Mittwoch, 13. April (19 Uhr), in die Aula der Heinrich-Heine-Gesamtschule, Graf-Recke-Straße 170.
Programm Unter anderem wird der Aufsichtsrat gewählt. Frist Kandidaten können bis zum 2. März vorgeschlagen werden.
„Sicher war unsere Leistung nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“, analysierte der Mann des Tages hinterher. „Aber wir sind nach dem 1:1 zurückgekommen, das war ganz wichtig.“ Und dann machte er denselben Knackpunkt innerhalb der Partie aus wie Trainer Norbert Meier: „Es hört sich vielleicht komisch an, aber der Ausgleich des Gegners war für uns der Türöffner zum Spiel. Der hatte einen Hallo-Wach-Effekt.“
So hatte Kai Schwertfegers Aussetzer, der zum Ingolstädter Strafstoß führte, sogar noch sein Gutes. Zumal, da Schwertfeger wenig später mit der Freistoßvorlage zum 2:1 seinen Schnitzer wieder wettmachte. Langenekes Jubel, nachdem der Innenverteidiger diese Vorarbeit per Rechtsschuss vollendet hatte, drückte den ganzen Ärger über die missratene erste Hälfte aus: Er brüllte geradezu ins Publikum.
„Manche im Umfeld wissen manchmal nicht, was sie da so tun“, erklärte der Torschütze. „Sicher war das keine tolle erste Halbzeit, aber man kann sich die Ergebnisse eben nicht immer malen. Da muss nicht gleich gepfiffen werden, nur weil man heute keine sechs Tore geschossen hat.“ Dieser Ansicht mochte sich Trainer Meier allerdings nicht anschließen. „Ich will Jens damit nicht kritisieren, ihm steht seine Meinung zu“, sagte der 52-Jährige. „Aber der Funke muss vom Rasen auf die Ränge überspringen, nicht umgekehrt. Es geht nicht anders. Wir haben überhaupt keine Veranlassung, uns über unsere tollen Fans zu beschweren.“
Das freilich lag auch überhaupt nicht in Langenekes Absicht. Er vermutete eher, dass ein paar Leute, die das 6:0 gegen Frankfurt verpasst hatten und somit nicht zum harten Kern zählen, die „Pfeifer“ waren. Mit dem rot-weißen Stammpublikum verbindet den Routinier eine tiefe Zuneigung, da er stets alles für Fortuna gibt. Auch am Sonntag, als er ein schmerzhaftes Erlebnis an besonders empfindlicher Stelle verdauen musste: „Mir tut jetzt noch alles weh nach einem Treffer auf die Zwölf.“ Der Doppelpack des Chefs war die beste Medizin.
Fortuna - Ingolstadt 1:0
Düsseldorf: Melka - Schwertfeger, Tiago, Langeneke, van den Bergh - Bodzek, Oliver Fink - Beister (75. Christ), Dum (86. Torghelle) - Ilsö (71. Gaus), Rösler. - Trainer: Meier.
Ingolstadt: Kirschstein - Bambara, Biliskov, Matip, Tobias Fink - Karl, Metzelder - Buchner (16. Gerber, 80. Dedola), Caiuby - Leitl, Buddle (65. Moritz Hartmann). - Trainer: Möhlmann.
Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)
Tore: 1:0 Beister (45.+2), 1:1 Leitl (49., Foulelfmeter), 2:1 Langeneke (52.), 3:1 Langeneke (64., Foulelfmeter)
Zuschauer: 20.700
Gelbe Karten: Beister, Oliver Fink (4) - Caiuby, Biliskov (4)
Torschüsse: 10:16
Ecken: 3:5
Fouls: 13:21
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